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Warhammer 40.000 Squad Command (NintendoDS)

Rezension von Björn Backes

 

Hintergrund:

Seit etlichen Jahren bereits gilt das Warhammer-Universum als die Königsklasse unter den zahlreichen Tabletop-Spielen. Der Games Workshop, die offizielle Schmiede der zahlreichen futuristischen Völker, hat ihr seinerzeit eine Leidenschaft ins Leben gerufen, die weit über das klassische Kampfsystem hinausgeht. Nun folgt endlich auch die längst überfällige Videospiel-Variante eines Warhammer-Titels, die gerade verzweifelten Solospielern besonders zusagen sollte, da sich nun die Möglichkeit bietet, die Duelle gegen die feindlichen Garnisonen ohne einen Spielpartner oder gar ganze Teams auszutragen. Zwar bleibt infolge dessen der Sammeleffekt ebenso aus wie der zusätzliche Spaß durch das Anmalen von Figuren und Maschinen, doch sollten professionelle Nerds sich hieran weniger stören. Im Mittelpunkt von „Warhammer 40.000 Squad Command“ steht nämlich der taktische Kampf in insgesamt 15 Einzel- und 9 Wettkampfmissionen. Vorhag auf für die Ultra Marines, die von nun an in der Gewalt des aktiven Spielers liegen.

 

 

Das Spiel:

Der Mechanismus des DS-Spiels richtet sich weitestgehend an den Original-Vorlagen der Games Workshop-Originals. Die Spieler bestimmen eine bereits vorgegebene Truppe, dürfen sich mit einer wachsenden Anzahl effizienter Waffensysteme ausstatten und müssen derweil darauf achten, dass ihnen eine gewisse Anzahl Aktionspunkte bleibt, mit denen man schließlich in der direkten Konfrontation mit den Gegnern agiert. Im Gegensatz zum klassischen Tabletop ist man hier jedoch ein wenig eingeschränkt und muss sich den Vorgaben des Spiels beugen. So hat man in der ersten Mission – eine Belagerung, aus der man sich durch Vernichtung aller Gegner befreien muss – zum Beispiel weder die Wahl der Waffen, noch die Möglichkeit, strategisch mit den Aktionspunkten zu handeln. Dieser Rahmen wird auch im weiteren Verlauf nur stückweise flexibel entzerrt. So bietet sich jedes Mal wieder die Wahl, sein Waffenarsenal auf Kosten von Aktionspunkten aufzustocken, was allerdings in der späteren Simulation etwas mehr Geschick im Defensivverhalten erfordert. Solle nämlich nicht die erwünschten Treffer erzielt werden, liegt man anschließend möglicherweise direkt in der Schusslinie des Gegners und ist ihm meist schutzlos ausgeliefert. Um dem (ebenfalls bei entsprechenden AP) vorzubeugen, hält das Spiel die Möglichkeit der Feuerbereitschaft offen. Diese Option ist ein Schutzsystem, welches zuschlägt, wenn sich ein Gegner einem zu weit vorgerückten Ultra Marine der eigenen Truppe nähert und ihn bedroht.

 

Ansonsten ähnelt das Spiel zum größten Teil dem bewährten Mechanismus, dies jedoch in kompakterer Form. Die rundebasierten Etappen sind bis zum Schluss nicht so umfangreich gestaltet wie in den Missionsbüchern des Games Workshop, die Aufgaben mitunter deutlich weniger komplex. Es geht zumeist darum, den Feind auszulöschen, bevor die eigene Armee vernichtet wurde. Abseits dieses strikten Überlebenskampfes gilt es in einer Mission, den Boss der Gegner aufzuspüren und zu töten. Auch der Schutz des eigenen Anführers liegt einer Mission zugrunde und erfordert schon etwas mehr Geschick, da man insgeheim doch dazu neigt, tollwütig in den Angriff zu stürzen. Letzteres wird alleine schon dadurch begünstigt, dass die aufgefahrenen Geschütze immer schwerer werden. Sind es anfangs lediglich Söldner, die man über die Karte steuert, erweitert sich das Grundgerüst später um allerhand Geschütze und Fahrzeuge, mit deren Einsatz sich auch der Fundus der strategischen Möglichkeiten ausbauen lässt. Gleichermaßen werden die Anforderungen immer kniffliger, können jedoch letztendlich mit ein wenig Geschick und – sicherlich nicht unwichtig – ohne große Vorerfahrungen im Tabletop-Genre locker gemeistert werden.

 

 

Technik:

Die Steuerung des taktischen Gefechts ist zunächst gewöhnungsbedürftig, erklärt sich jedoch nach kurzer Lernphase quasi wie von selbst. Lediglich das Scrolling des Bildschirms während der gegnerischen Aktionen erschwert das Handling teilweise, da man schon mal leichter die Übersicht verliert. Ansonsten ist die Navigation ordentlich konstituiert, das Basis-Menü gut überschaubar und somit auch die Bedienung mit Touchpen oder wahlweise mit Steuerkreuz und Tasten nicht allzu komplex. Dabei empfiehlt sich der Touchscreen als Bedienoberfläche, weil man hier gezielt die einzelnen Söldner zur Aktion heranführen kann und somit ein noch authentischeres Spielgefühl erhält.

Grafisch gibt „Warhammer 40.000 Squad Command“ ebenfalls keinen Grund zur Kritik; die optischen Voraussetzungen der DS-Konsole werden weitestgehend ausgeschöpft, die Bewegungen sind flüssig und der visuelle Aspekt mitunter ein Grund dafür, dass die Umsetzung für den Handheld letztendlich so gut abschneidet.

 

 

Spielspaß:

Eines vorweg: Man sollte nicht den Fehler begehen, die DS-Variante mit dem klassischen System für den Spieltisch zu vergleichen. Hier würde die digitale Fassung nämlich deutlich den kürzeren ziehen, was vornehmlich an der begrenzten Spieltiefe festzumachen ist. Dennoch: Die 15 Missionen sind recht anspruchsvoll gestaltet und erfordern Runde für Runde größeres taktisches Verständnis, bis sich dann besonders bei den letzten Aufgaben ein Gefühl einstellt, dass gewissermaßen mit dem Feeling des plastischen Spiels vergleichbar ist.

Eine kleine Beeinträchtigung stellen die nicht immer besonders klug agierenden Gegner dar; nicht selten begeht die Konkurrenz recht naive Fehler und senkst so speziell in den ersten Anforderungen den taktischen Anspruch, damit auch den Schwierigkeitsgrad. Allerdings könnte man selbst dies positiv betrachten: So nämlich bekommen Neueinsteiger auf Anhieb eine faire Chance, sich mit den Rahmenbedingungen vertraut zu machen und den Mechanismus detaillierter kennen zu lernen.

Der Spaß steigt schließlich mit dem Spiel; neue Waffen, dazu ein wachsendes Bataillon aus verschiedenen Kampffahrzeugen sowie die abwechslungsreichen Missionen sorgen für reichlich Motivation, der Schlacht nicht lange fern zu bleiben. Dies lässt sich im Übrigen auch allgemein für die ziemlich realistisch wiedergegebene Adaption sagen, in der sich Warhammer 40k-Fans sofort heimisch fühlen werden.

Richtig interessant wird das Spiel schließlich im Mehrspielermodus, dem Pendant zur realistischen Tabletop-Schlacht, welcher außerdem noch mit 9 weiteren Missionen aufwartet. Hier ist nämlich wirklich nichts anderes als Taktik pur gefragt, gerade was die Relation zwischen Zusatzwaffen und freien Aktionspunkten betrifft, so dass letzten Endes doch noch eine deutliche Nähe zum Originalsystem erreicht wird.

 

 

Fazit:

Man durfte aufgrund des Original-Spielprinzips durchaus hohe Erwartungen an die Videospiel-Umsetzung mit der innovativen DS-Steuerung haben, und letzten Endes wird sicher auch kein erfahrener Tabletop-Stratege von „Squad Command“ enttäuscht sein. Unbestritten ist zwar, dass die Spieltiefe mit den unzähligen Möglichkeiten des plastischen Spiels kaum vergleichbar (weil geringer) ist, doch bietet der Kampf in den 15 Einzel- und 9 Mehrspielermissionen strategisch annehmbare, überzeugende Kost mit typisch-erhabenem Warhammer-Flair. Der Clou ist jedoch, dass auch Neulinge relativ schnell mit dem Modus zurechtkommen werden und sich Games Workshop unter Garantie demnächst über neue Kundschaft freuen darf, die wiederum über den Umweg DS bzw. die starke Umsetzung auf dem geliebten Handheld auf das Tabletop-System aufmerksam werden und es lieben lernen. Ergo: „Warhammer 40.000 Squad Command“ bietet sowohl Kennern als auch Einsteigern astreine, Taktik-betonte Unterhaltung und dank des variablen Schwierigkeitsgrad auch eine weitestgehend anspruchsvolle Herausforderung. Empfehlenswert!

 

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Warhammer 40,000 - Squad Command (NintendoDS)

von THQ Entertainment GmbH

Plattform: NintendoDS

USK-Einstufung: Freigegeben ab 12 Jahren gem. 14 JuSchG

ASIN: B000UVOO1U

Erhältlich bei: Amazon


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Erstellt: 15.01.2008, zuletzt aktualisiert: 16.02.2017 13:47