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Weiße Nacht – Byakuya Zoushi

Rezension von Christel Scheja

 

Mit „Weiße Nacht“ ist ein Einzelband erschienen, der nicht nur eine neue Künstlerin vorstellt, sondern auch Motive in den Geschichten verwendet, die bewusst aus der japanischen Mythologie entnommen sind. Vier Geschichten entführen in die geheimnisvolle Welt der Geister, die anders ist, als man sie sich vielleicht vorgestellt hat.

 

„Opfer“ führt den jungen Sho, der erst im Sommer die High-School abgebrochen hat in ein ebenso geheimnisvolles wie bedrohliches Abenteuer. Um abzuschalten macht er Urlaub bei seiner Großmutter. Bei einem Ausflug mit dem Rad entdeckt er ein abgelegenes Haus, in dem ein hübsches Mädchen lebt. Obwohl seine Oma ihn warnt, nicht noch einmal dort hin zu fahren, zwickt in die Neugier und er sucht die Unbekannte auf, um Kontakt mit ihr aufzunehmen – nicht ahnend, was sie erwartet.

Ein junger Mann kommt in sein Heimatdorf zurück, um der „Beisetzung“ eines früheren Schulkameraden beizuwohnen. Dann erfährt er aber auch, dass bereits andere Freunde gestorben sind. Alle Namen standen auf einer Liste, die einen Schwur besiegeln sollte ... und auch der seine ist dabei. Hat hier der Geist eines Lagerhauses seine Finger im Spiel?

„Sturz“ erzählt von einem Mädchen, das eigentlich mit dem Bus zur Schule fahren wollte. Statt dessen verirrt sie sich im Wald und begegnet dabei sprechenden Füchsen...

Toru kommt nach Hause zurück, weil er seine vor langer Zeit verschwundene Cousine suchen will. Er weiß, dass eine weiße Hand etwas damit zu tun hat.

„East of the sun, West of the Moon“ ist ein Frühwerk der Autorin und entführt in ein magische Welt, die von dem mächtigen Königreich Tiberias beherrscht wird, das einst die weißhaarigen Lemrus besiegte und aus ihrer Heimat vertrieb.

Doch eines Tages taucht eine Lemru in der Kathedrale einer Grenzstadt auf und bittet um ein Gespräch mit dem dort amtierenden Bischof. Damit beginnt für einen jungen Ordenskrieger ein aufregendes Abenteuer, in dem unangenehme Wahrheiten über sein eigenes Volk enthüllt werden.

 

Die letzte Geschichte ist waschechte Fantasy, während die vier anderen auf unserer Erde und in der Jetztzeit angesiedelt sind. Sie erzählen unheimliche, wenn auch sehr stille Geistergeschichten, in denen das Grauen nicht brutal und blutig zuschlägt, sondern leise kommt und den Betroffenen so einhüllt, dass er sich schlussendlich nicht mehr wehren kann. Besonders gelungen ist dabei „Sturz“. Die Geschichte amüsiert zunächst durch die skurrilen und etwas schrägen Füchse wartet dann aber mit einer bitterbösen Wendung auf, die man vermutlich so nicht unbedingt erwartet hat.

Die filigranen, und weichen Zeichnungen vertiefen noch die Atmosphäre. Sie sind zwar recht niedlich aber doch nicht zu süß gehalten und entführen in eine Welt, die neben der unseren liegt und zwar friedlich scheint, aber es ganz und gar nicht ist. Auch wenn kein Blut fließt, erzeugen sie beim Leser angenehmen Schauder.

 

Letztendlich wendet sich „Weiße Nacht“ an alle Fans der unheimlichen Phantastik, die die leisen Töne mögen und sich dabei auch einmal von der unheimlichen Phantastik verzaubern lassen möchten.

Eure Meinung:


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Comic:

Weiße Nacht – Byakuya Zoushi

Autorin und Zeichnerin: Miyagi Tooko

Aus dem Japanischen von Antje Bockel

Byakouyazoushi, Japan 2005/6

Manga-Taschenbuch, 172 Seiten

Egmont Manga & Anime, 11/2008

ISBN-10: 3770469410

ISBN-13: 978-3770469413

Erhältlich bei Amazon


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Erstellt: 16.12.2008, zuletzt aktualisiert: 20.04.2019 08:39