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Westfront 1918 – Vier von der Infanterie

Filmkritik von Cronn

 

Es gibt Filme, die es geschafft haben, sich im kollektiven Gedächtnis der Cineasten einen Platz zu verschaffen. Dazu gehört u. a. Im Westen nichts Neues, wobei hier auch das berühmte Buch einen großen Teil dazu beigetragen hat.

Andere Antikriegsfilme aus dieser Zeit um 1930 sind nur recht wenigen Cineasten bekannt. Dazu gehört Westfront 1918 – Vier von der Infanterie, der schon vor »Im Westen nichts Neues« gedreht und veröffentlicht worden ist. Diese Lücke im Filmregal zu füllen, hat sich die DVD-Schmiede Alive Entertainment zur Aufgabe gemacht und stellt den Streifen in einer aufwändig restaurierten Fassung und einer gelungenen Box wieder dem Publikum zur Verfügung.

Doch zunächst soll ein Blick auf den Inhalt geworfen werden, ehe zur Kritik übergegangen wird.

 

Verlagsinfo:

1918 in Frankreich – irgendein Frontabschnitt: Der Krieg hat vier deutsche Infanteristen an der französischen Front zum Ende des Ersten Weltkriegs zusammengebracht: Den Bayern, den Studenten, den Leutnant und Karl. Der Alltag des Grabenkrieges, der Gas-, Artillerie- und Panzerangriffe bricht über sie herein. Selbst ein Heimaturlaub oder eine zarte Liebe mit einem französischen Bauernmädchen bedeutet in diesen Zeiten kein Lichtblick mehr. In erschütternd harten und realistischen Bildern wird durch das zerstörte Schicksal der vier Infanteristen exemplarisch die Grausamkeit des Krieges offenbar.

 

Kritik:

»Westfront 1918 – Vier von der Infanterie« ist von seiner Aufmachung her noch stark der gefilmten Theater-Aufführung verhaftet. Ansatzweise werden Kamerafahrten unternommen und Schwenks eingebaut. Eine handwerkliche Brillanz wie bei „Im Westen nichts Neues“ wird nicht erreicht.

Wo »Westfront 1918 – Vier von der Infanterie« seine Stärken hat, ist nicht offenkundig. Hier muss man sich tiefer auf die Handlung einlassen. Der Film zeigt Einzelschicksale aus dem letzten Kriegsjahr und gerade hier wird das Dramatische deutlich. Wenn ein Heimaturlauber seine Geliebte in den Armen eines Nebenbuhlers in flagranti erwischt und sich dazu entschließt mit Waffengewalt die Situation anzugehen, dann ist das menschliche Element greifbar.

 

»Westfront 1918 – Vier von der Infanterie« ist kein Action-Spektakel. Zwar gibt es Frontszenen, aber diese sind keineswegs so beeindruckend, wie man angesichts des Themas glauben könnte. Der Streifen beeindruckt in den Zwischentönen, wo das Tragisch-Menschliche hervortritt, so zum Beispiel in den Szenen der hungernden, zum Essen anstehenden Menschen, wo eine Mutter ihren Sohn nicht treffen kann, da sie sonst den Platz in der Schlange verlieren würde. Oder im Lazarett, wo sich die schreienden Männer ihrer körperlichen Verluste bewusst werden.

 

Fazit:

»Westfront 1918 – Vier von der Infanterie« ist eine hervorragend gelungene Restaurierung geworden. Der Streifen ist ein Stück Filmgeschichte und wurde mit einem tadellos aufgearbeiteten Booklet versehen. Das aufwändige Booklet bringt Hintergründe zusammen, zeigt die Empörung der rechten Kreise von damals und die Wertschätzung der Filmschaffenden ebenso. Auch die Restaurierungshistorie wird erwähnt.

Damit ist »Westfront 1918 – Vier von der Infanterie« ein gelungenes Werk, das mit einer tadellosen Umsetzung gewürdigt wird.

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DVD:

Westfront 1918 – Vier von der Infanterie

Deutschland, 1930

Regisseur: Georg Wilhelm Pabst

Komponist: Alexander Laszlo

Format: HiFi Sound, PAL

Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0 Mono)

Untertitel: Französisch, Englisch

Region: Region B/2

Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1

Umfang: 2 DVDs

FSK: 16

Alive, 13. April 2018

Spieldauer: 96 Minuten

 

ASIN: B079FGT1X8

 

Erhältlich bei: Amazon

Darsteller:

  • Fritz Kampers
  • Gustav Diessl
  • Hans Joachim Moebis
  • Claus Clausen
  • Gustav Püttjer

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Erstellt: 14.05.2018, zuletzt aktualisiert: 01.07.2018 11:25