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Wie angelt man sich einen Dämon von Julie Kenner

Reihe: Die unglaublichen Abenteuer der Kate Connor Bd. 3

Rezension von Christel Scheja

 

Julie Kenner hat mit den „Unglaublichen Abenteuern der Kate Connor“ die Idee weiter gesponnen, wie eine ehemalige Dämonenjägerin ihren Alltag mit Familie und Haushalt managt, wenn sie gezwungenermaßen nach fast fünfzehn Jahren doch wieder in den Job zurückkehrt, weil sie keine andere Wahl hat.

„Wie angelt man sich einen Dämon“ setzt die Geschichte aus „Vom Dämon verweht“ und „Dämonen zum Frühstück“ nahtlos fort.

 

Eigentlich hatte Kate Connor niemals wieder Dämonen jagen wollen. Aber nun zwingen die Ereignisse sie dazu, ihre Profession wieder aufzunehmen. San Diablo, das bisher vom Wirken der Dämonen relativ verschont worden ist, wird nun von einer wahren Welle von Schattengestalten überfallen, und scheinbar fast alle haben es auf Kate und ihre Familie abgesehen.

Um ihre Kinder und ihren Mann zu schützen, hat sich die nun nicht mehr ganz so junge Frau zum Dienst zurück gemeldet und wieder angefangen nach den Kreaturen der Dunkelheit zu suchen.

Und dass ist gar nicht so einfach, denn möglichst wenige dürfen von ihrem Doppelleben wissen, vor allem nicht ihr zweiter Ehemann Stuart, der gerade daran arbeitet auf der Karrieleiter als Staatsanwalt eine Stufe hochzuklettern und schon gar nicht ihre Kinder. Allein ihrer besten Freundin und Nachbarin Linda vertraut sie sich an. Zusammen mit Vater Ben von der „San Forza“ gibt diese ihr von nun an Rückendeckung.

Allerdings kann sie irgendwann nicht mehr verhindern, dass ihre Tochter Allison hinter ihr Geheimnis kommt. Das Mädchen ist mit fünfzehn Jahren alt genug, um Lügen zu durchschauen, und so beschließt Kate, sie langsam einzuführen. Sie will zwar nicht, dass das Mädchen wie ihr Vater – Kates erster Mann Eric – und sie Dämonen bekämpft, sonder nur, dass sie die finsteren Kreaturen erkennen und sich notfalls selbst verteidigen kann. Das tut Not, denn selbst die Schule ist inzwischen zu einem Schauplatz der Auseinandersetzungen geworden.

Dadurch hat Kate auch David kennen gelernt, der nicht nur der Chemielehrer ihrer Tochter ist, sondern auch ein guter Freund von Eric war. Zusammen mit ihm kommt sie nun dem Grund für die Angriffe auf die Spur.

Die Dämonen wollen nicht nur ein Tor zur Hölle öffnen, sondern auch einen mächtigeren Artgenossen freisetzen. Dazu brauchen sie aber ein paar Artefakte, von denen eines offensichtlich einmal im Besitz von Eric gewesen ist. Nun erscheint auch sein überraschender Tod vor vielen Jahren in einem anderen Licht.

Kate beginnt zu ahnen, dass sie bald auch noch auf einer anderen Ebene als der physischen einen schweren Kampf ausfechten muss, denn im Zuge der Nachforschungen kommt sie einem schrecklichen Geheimnis auf die Spur.

 

In einem munteren Plauderton, wie man ihn auch aus Fernsehserien wie „Desperate Housewifes“ oder „Buffy – Im Bann der Dämonen“ kennt, erzählt Julie Kenner ihre Geschichte. Indem sie die erste Person wählt, wirken die Geschehnisse unmittelbarer und der Leser entwickelt eine tiefere Bindung zu der Heldin, die zwar einerseits mit ihren Vorstadtleben als brave Ehefrau und Mutter zufrieden zu sein scheint, aber auch vor dem Abenteuer nicht zurück schreckt.

Allerdings beginnt sich im dritten Band die ein oder andere Äußerung zu wiederholen und man hat das Gefühl, das manches davon nicht so echt ist, wie es im ersten Augenblick klingt.

Andererseits will die Autorin aber auch keine tiefschürfenden Charakterstudien verfassen, sondern einfach nur mit einer spannenden Geschichte und augenzwinkernden Humor unterhalten. Und das kommt wieder einmal gut zum Tragen, denn es gibt nicht nur actionreiche Auseinandersetzungen mit den übernatürlichen Feinden, sondern auch Probleme, die das Doppelleben so mit sich bringt. Wie beseitigt man Spuren, die auf den Kampf und einen selbst hinweisen oder macht einem Unschuldigen plausibel, warum man ihn gerade mit Weihwasser bespritzt hat?

Und wie schafft man es, einem Teenager, der jetzt gerade in das richtige Alter kommt, so viel zu verraten, dass er zufrieden ist, aber wenig genug, um ihn nicht auf dumme Gedanken zu bringen, während man andererseits auf seinen Sohn achten muss, der gerade ins Lausbubenalter gekommen ist?

„Wie angelt man sich einen Dämon“ ist allerdings nicht ganz so lustig wie seine Vorgänger, denn nun stehen mehr die Geheimnisse im Vordergrund, die schließlich zu einer dramatischen Wendung führen, die Kates Leben auf den Kopf stellen könnte, wenn sie es zulässt. Dadurch schafft sie zusätzlich zu der Action auch noch weitere Spannung.

 

Die dritte Folge der „Unglaublichen Abenteuer der Kate Connor“ kann den Standard seiner Vorgänger halten und treibt die Hintergrundgeschichte ein gehöriges Stück voran.

Der Roman bietet für denjenigen, der bereits „Buffy“ und „Charmed“ oder die Romane von Patricia Briggs und Tanja Huff mochte, durchaus spannende Unterhaltung, da er das Wesentliche in den Vordergrund stellt – der Kampf gegen das Böse – und sich dabei nicht in Romantik oder kitschigen Albernheiten verzettelt.

 

 

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Buch:

Titel: Wie angelt man sich einen Dämon

Reihe: Die unglaublichen Abenteuer der Kate Connor, Bd. 3

Autorin: Julie Kenner

broschiert, 383 Seiten

Heyne, erschienen Dezember 2008

Übersetzung aus dem Amerikanischen von Franziska Heel

Titelbild von Natascha Römer

ISBN-10: 3453532937

ISBN-13: 978-3453532939

 

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weitere Infos:


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Erstellt: 23.01.2009, zuletzt aktualisiert: 27.08.2020 19:55