Zurück zur Startseite


  Platzhalter

Wilde Metropolen – Tierisch Urban

Filmkritik von Christel Scheja

 

Durch die Menschen hat sich die Welt stark gewandelt. Nicht nur der Klimanwandel bedingt Veränderungen, auch das Wachsen der Städte, denn immer mehr Leute bevorzugen es, in einer urbanen Umgebung mit guter Infrastruktur und Versorgung zu leben. Aber auch Tiere haben dort ihren Lebensraum gefunden, manchmal sogar solche von denen man es nicht erwartet. Davon erzählt die 3-teilige BBC-Dokumentation Wilde Metropolen – Tierisch Urban.

 

Schon in Planet Earth II sind die Filmemacher darauf eingegangen, und zeigen sie mehr Beispiele aus Metropolen aber auch kleineren Städten, in denen Wildtiere ihre Nischen gefunden haben, wie Fischotter in Singapur oder die Buckelwale im Hudson River, die man ab und an von Manhattan aus beobachten kann. Pythons finden in Bangkok ebenfalls jede Menge Nahrung.

Natürlich haben sich einige Arten an die neuen Lebensumstände angepasst und scheuen auch die Nähe der Menschen nicht mehr, denn sie wissen, was sie an denen haben und wie sie zum Beispiel den Müll plündern können, den diese hinterlassen.

Und selbst wenn im Herbst und Winter die Nahrung in den klimatisch wärmeren Städten knapp wird, finden Vogelschwärme dennoch einen guten Weg, um sich weiter zu ernähren, auch wenn das Gefahren in sich birgt.

 

Es mag zwar sein, dass sich manche Naturdokus wiederholen oder aktuelle Themen aufgreifen, aber bei den BBC Earth-Dokumentationen kann man sich immer sicher sein, dass sie noch so breitgetretenen Bereichen auch noch neue Aspekte abgewinnen. Das ist auch hier so. Denn die Serie konzentriert sich nicht nur auf bestimmte Arten von Städten, auf die großen Metropolen, in denen man nicht glauben mag, dass dort tierisches Leben in der Vielfalt möglich ist.

Aber gerade die asiatischen Zentren beweisen, dass sich manche Gattungen einfach nicht vertreiben lassen, sondern einfach anpassen. Dann werden statt Höhlen eben Kanäle zur Heimat, Vögel bauen ihre Nester in Dachböden oder an Hausfassaden anstatt in oder auf Bäumen. In einigen scheint man das sogar zu fördern, auch wenn manche Tiere mittlerweile zu einer Plage geworden sind, weil sie die Scheu verloren haben.

Auch die Ernährung mag seltsam erscheinen – denn nicht nur Ratten und andere Aasfresser profitieren vom Nahrungsreichtum an den Orten, an denen sehr viele Menschen zusammenleben und Spuren hinterlassen. Abfälle scheinen jedenfalls anziehend zu sein, sind immer vorhanden und helfen über die Notzeiten hinweg. Die Wärme der Heizungen erlaubt es Tieren, die früher in andere Regionen gezogen sind, ganzjährig am Ort zu bleiben und so fort.

Auf jeden Fall bieten die drei Episoden, die locker gegliedert sind, um zum Beispiel von den Arten zu erzählen, die geblieben sind, auch wenn man ihren Lebensraum zerstört hat und sich angepasst haben oder den Kulturfolgern, die genau wissen, wo es gut ist, sehr viel Abwechslung. Die Szenen sind mal rührend, mal niedlich, dann aber auch wieder spannend, denn es gibt auch jede Menge überraschend.

Wie immer sind die Folgen so gehalten, dass die ganze Familie sie genießen kann, auch wenn man kleinere Kinder natürlich nicht alleine vor dem Fernseher sitzen lässt. Aber die geschilderten Ereignisse bleiben jugendgerecht harmlos und blenden die sicherlich auch dunklen Seiten des Zusammenlebens von Mensch und Tier gekonnt aus. Bild und Ton sind wie immer auf der Höhe der Zeit, Bonusmaterial gibt es leider keines.

 

Fazit:

»Wilde Metropolen – Tierisch Urban« bietet einen spannenden Einblick auf das Leben von Wildtieren in den Städten, die man in der Menge oder Art gar nicht in den Dschungeln aus Beton und Stein erwartet. In schönen und abwechslungsreichen Bildern wird verraten, wie sie sich angepasst oder arrangiert habe – die dunklen Seiten des Zusammenlebens von Mensch und Tier werden nur ganz selten und kurz angesprochen, so dass auch schon kleinere Kinder mit ihren Eltern an den Folgen Spaß haben können.

Zum Seitenanfang

Eure Meinung:

botMessage_toctoc_comments_9210
Platzhalter

DVD:

Wilde Metropolen – Tierisch Urban

Regisseur: Matt Brandon

Sprache: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 2.0)

Bildseitenformat: 16:9 – 1.77:1, RC 2

Umfang: 1 DVD

Polyband/WVG, 26. Juli 2019

Produktionsjahr: 2018

Spieldauer: 150 Minuten ( 3 Folgen a 50 Minuten)

 

ASIN: B07SRF1NNC

 

Erhältlich bei: Amazon


Platzhalter
Platzhalter
Erstellt: 21.08.2019, zuletzt aktualisiert: 28.08.2019 20:06