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Wildes Frankreich

Filmkritik von Christel Scheja

 

Es ist schon interessant, dass auch Länder mit einer ausgeprägten Infrastruktur im Westen Europas durchaus Ecken aufweisen können, in denen die Menschen noch keine wirklichen Spuren hinterlassen haben. In der vierteiligen Reihe „Wildes Frankreich“ kann man sich etwa davon überzeugen, wie unterschiedlich die Gesichter dieses Landes sind … auch ohne das jemand herumgepfuscht und -gebaut hat.


Die Vorstellung der vielfältigen Gesichter des Landes von den Pyrenäen zur Provence und den Alpen, bis hin zur Atlantikküste, dem Ärmelkanal und der Bretagne wurde in vier Episoden aufgeteilt, die in zwei Staffeln zu sehen waren.

Es beginnt mit „Schroffe Gipfel und dichter Wald“, den rauen und wilden Landschaften, die sich rund um die Alpen und die Mittelgebirge erstrecken, den weiten Wäldern, die so ganz unterschiedliche Gesichter haben. Man geht dann über zu „Weite Küste und raues Land“, den Gegenden im Norden, in denen die Winde des Atlantiks Tier und Pflanzenwelt geprägt haben, legt sich aber auf keine Landschaft wirklich fest.

Das ist in der zweiten Staffel anders, die sich bewusst auf Nord- und Südfrankreich konzentrieren, einmal „Zwischen Jura und Bretagne“ und dann „Von den Pyrenäen zur Provence“.


Der Aufbau der Episoden ist klassisch, so wie man sie schon aus anderen Dokumentationen kennt, die sich voll und ganz auf die Landschaften, Pflanzen und Tierwelt kontrollieren und den Menschen so weit wie möglich ausklammern.

Bewusst werden bei den weit schweifenden Landschaften keine Häuser und Siedlungen gezeigt, geraten diese doch manchmal ins Bild, so ist das Zufall und hat einen Grund. Bewusst konzentriert man sich bei den Aufnahmen auf die Flora und Fauna, zeigt, wie diese sich meistens ohne den Einfluss des Menschen entwickeln, und wo es dann doch Zugeständnisse gegeben hat.

Wie immer werden auch Zeitraffer- und Zeitlupensequenzen eingebracht, um das Wachstum von Pflanzen zu zeigen oder Tiere ins rechte Licht zu setzen, die man sonst nur flüchtig mitbekommt. Auch in den Flugsequenzen, die mit Drohnen und Attrappen zwischen den Vogelschwärmen aufgenommen hat, setzt man auf Schauwerte.

Die Dokumentation kommt si gut wie ohne Erklärungen und Erläuterungen aus. Hier zählt das, was man sieht, untermalt von stimmungsvoller Musik. Der Zuschauer soll die Natur genießen, so wie sie eingefangen wurde, weitestgehend ursprünglich und magisch. Informationen sind zwar eingestreut aber nicht unbedingt so wichtig.

Heraus kommt ein liebenswertes Loblied auf das wilde Gesicht unseres westlichen Nachbar, die Schönheit der sehr unterschiedlichen Landschaften und die vielen Tiere, die dort zu finden sind. Ausgeklammert wurden bewusst dabei die ökologischen Probleme, die auch in Frankreich ein Thema sein dürfte – der Natur- und Umweltschutz, um das zu retten, was jetzt noch wie ein Paradies erscheint, aber dennoch gefährdet ist. Kritische Töne hätten jedoch in dieser „Terra Mater“ Dokumentation auch nur gestört. Dafür bekommt man einiges zu sehen – und das wird abwechslungsreich präsentiert, denn die Macher halten sich nie zu lange bei ähnlichen Aufnahmen und Themen auf, sondern wechseln immer wieder.

Bild und Ton sind durchaus auf der Höhe der Zeit, aber auch hier fehlen Extras, wie bei so vielen Dokumentationen.


Wildes Frankreich“ gehört zu den eher bildgewaltigen Dokumentationen, die vor allem durch ihre Schauwerte zu gefallen wissen, weniger durch den Informationsgehalt. Aber die abwechslungsreiche Gestaltung sorgt für ausgewogene Unterhaltung.




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DVD:

Wildes Frankreich

Format: Dolby, PAL, RC 2

Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0)

Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1

Umfang: 2 DVDs

Polyband/WVG, 28. Juli 2017

Produktionsjahr: 2014

Spieldauer: 200 Minuten

 

ASIN: B06ZYHGCSZ

 

Erhältlich bei: Amazon

DarstellerInnen:

  • Frederic Fougea

  • Guillaume de Tonquedec

  • Laurence Guzzo

  • Guillaume Poyet

  • Mathieu Giombini

  • Jacques Malaterre

  • Thomas Cirotteau

  • Aude Richelet

Oje, das hat nicht geklappt, Elfenwerk! 2023020517494517a7a710
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Erstellt: 25.07.2017, zuletzt aktualisiert: 02.08.2022 20:01