Zurück zur Startseite


  Platzhalter

Wildes Großbritannien

Rezension von Christel Scheja

 

Frühere Naturdokumentationen beschäftigten sich oft länderübergreifend mit einer bestimmten geographischen oder klimatischen Region, heutzutage werden mit einem Hauch von nationalem Stolz die unterschiedlichen Gesichter eines Landes vorgestellt, um den Blick für die Schönheit der Welt vor der eigenen Haustür zu schärfen. Das ist auch bei „Wildes Großbritannien“ der Fall.

 

Die Dokumentation stellt die Tier- und Pflanzenwelt, die Landschaften und das Klima der Insel nicht nach Regionen vor, sie zeigt vielmehr im Verlauf der Jahreszeiten, wie sich Flora und Fauna mit dem Klima arrangieren, wie sie sich im Herbst darauf einrichten, die kalte Jahreszeit zu überstehen, die gerade im rauen Norden sehr hart sein kann, wo die Küsten besonders heftig von den Stürmen umtost werden.

Die erste Folge beginnt mit einem Besuch in den Landschaftsgärten von Stourhead. Wie viele Besucher vor Ort darf auch der Zuschauer beobachten, wie Ahorne, Buchen, Eschen und Eichen innerhalb weniger Tage ein Feuerwerk von Farben veranstalten. Derweil sorgen Eichhörnchen durch Verstecke, dass es ihnen im Winter an nichts mangelt und müssen sich einiges einfallen lassen, damit ihnen andere ihre Beute nicht stehlen.

Die Folgen springen kreuz und quer durchs Land, zeigen, wie die Tiere im Norden den Winter und die Kälte überstehen, wie sie sich vor den Raubtieren schützen und allesamt wieder aufatmen, wenn irgendwann der Frühling einsetzt und mit ihm das Leben zurückkehrt, beziehungsweise eine neue Generation geboren wird.

Bemerkenswert ist auch das Schauspiel, wenn Abermillionen von Eintagsfliegen aus ihren Eiern schlüpfen und ihrem Namen getreu ihr kurzes Leben wieder beschließen, damit aber auch den Sommer einläuten. Und das sind nur einige der Augenblicke, die uns in die lebendige Natur der britischen Insel gewährt werden.

 

Balz und Jagdverhalten, Nahrungssuche und die Aufzucht der Jungen stehen im Mittelpunkt der Dokumentation, die sich vor allem auf die Tiere der Insel konzentrieren, auch wenn es natürlich opulente Landschaftsaufnahmen von der Luft aus gibt, bewegte Zeitraffer zeigen, wie sich die Pflanzenwelt innerhalb von Stunden oder Tagen wandelt.

Die Aufteilung ist klassisch und immer wieder stehen kleine Tiergeschichten im Mittelpunkt der einzelnen Szenen. Dabei kommen auch Zeitlupenaufnahmen zum Einsatz, die den Zuschauer spannend miterleben lassen, wie ein Raubvogel seine Beute reißt oder männliche Tiere in der Balz miteinander kämpfen. So werden auch Leben und Sterben nicht nur durch den ewigen Kreislauf der Jahreszeiten bestimmt.

Wie in vielen anderen Dokumentationen dieser Art werden die Menschen und ihre zivilisatorischen Hinterlassenschaften weitestmöglich ausgeblendet. Die Aufnahmen vermeiden es sogar, Städte und Dörfer oder Industriestätten zu zeigen Gelegentlich taucht zwar etwa am Rande auf, man beschäftigt sich aber nicht weiter mit ihnen oder ihren Wohn- und Arbeitsorten. Auch Umweltzerstörung und Umweltschutz sind kein Thema, da es einzig und allein nur darum geht, die Wunder des Landes zu zeigen – die bewahrenswerten Momente in der Natur, die kaum ein normaler Mensch in dieser Wucht und Detailiertheit wirklich miterleben kann.

Diesen Anspruch erfüllt die Dokumentation mehr als gut, ist sie doch im typischen BBC-Stil gestaltet, bei dem die wichtigen Informationen bewusst in atemberaubende Aufnahmen eingebunden sind und sich dementsprechend gut einprägen. Extras gibt es diesmal keine, übrigens fehlt ebenfalls eine englische Tonspur.

 

 

Fazit:

 

Damit ist „Wildes Großbritannien“ wieder einmal eine gelungene Dokumentation, die in wunderschönen Bildern die schönen Seiten des ausgewählten Landes zeigt und den Einheimischen beweisen, dass man gar nicht einmal so weit reisen muss, um die atemberaubenden Wunder der Natur zu entdecken, die manchmal sogar direkt vor der Haustür liegen. Daher ist es auch zu verschmerzen, dass keine ernsten Themen angesprochen werden, vermutlich wäre das sogar zu viel geworden.

Nach oben

Platzhalter

DVD:

Wildes Großbritannien

Format: Dolby, PAL, RC 2

Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0)

Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1

Umfang: 1 DVD

Polyband/WVG, 26. September 2014

Produktionsjahr: 2013

Spieldauer: 90 Minuten

 

ASIN: B00M3J2UMM

 

Erhältlich bei: Amazon

Oje, das hat nicht geklappt, Elfenwerk! 20230128215044b69d86e6
Platzhalter
Platzhalter
Erstellt: 06.10.2014, zuletzt aktualisiert: 02.08.2022 20:01