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Wildes Kanada

Rezension von Christel Scheja

 

Wenn Europäer an Amerika denken, haben sie in erster Linie die Vereinigten Staaten im Kopf – gibt es doch inzwischen bereits unzählige Dokumentationen, die Kultur, Geschichte und auch die Natur der USA ungehemmt zeigen und verklären. Kanada, das zweite große Land auf dem nördlichen Teil des westlichen Kontinent ist dagegen weniger bekannt, Filme über seine Geheimnisse muss man schon mit der Lupe suchen.

 

„Wildes Kanada“ versucht dies nun zu ändern. Vier Episoden mit jeweils 50 min bieten einen spannenden Blick auf die Natur und Tierwelt des Landes. „Das ewige Neuland“ beginnt an der Ostküste. „Neufundland“ bekam seinen Namen nicht ohne Grund und bot schon den ersten Europäern viele Wunder – angefangen mit der Ankunft der Buckelwale einmal im Jahr, die den riesigen Fischschwärmen hier hin gefolgt waren, um sich richtig satt zu fressen. Schon die Ureinwohner nutzten diese Nahrungsquellen ebenfalls aus und ließen sich in einem Land wieder, dass sich auf seine Weise bewohnen ließ.

„Der Wilde Westen“ bietet einen Streifzug von den Rocky Mountains bis hinunter an die Pazifikküste. Auch hier hat der Mensch schon früh die Küstenlinien durch Mauern geprägt, um Muscheln und andere Nahrung aus dem Meer zu ernten. Riesige Schwärme von Lachsen ziehen jedes Jahr die Flüsse hinauf, um zu laichen – ein Festmahl für die Tiere, die den nördlichen Regenwald bewohnen. Auch hier haben die Menschen einen Weg gefunden, sich das Land urbar zu machen, ohne die Wälder zu zerstören.

„Die Endlose Weite“ bezeichnet die Prärie im Herzen des Landes. Durch das Grasland zogen einst wie in den vereinigten Staaten riesige Büffelherden. Auch wenn es heute nur noch in den Naturschutzgebieten Herden gibt – dieser Teil des Landes ist immer noch nicht so verlassen wie man denkt, bietet es doch auch Lebensraum für andere Tiere.

„Der Hohe Norden“ grenzt an die Arktis und ist Heimat der Karibus und Wölfe, der Eisbären und anderer Bewohner, die ohne die schneebedeckten Ebenen und Eisflächen auf dem Meer und den Seen nicht überleben könnten. Auch hier täuscht die scheinbare Leere der Landschaft über eine vielfältige Tierwelt hinweg.

 

„Wildes Kanada“ ist eine der Dokumentationen, die auf den ersten Blick vor allem durch ihre atemberaubenden Landschafts- und Tieraufnahmen punkten können. Die Macher versuchen die Weite des Landes einzufangen und freuen sich über so manche Beobachtung, die erstmals gefilmt werden konnte – wie der Besuch von Bisamratten in einem Biber-Bau.

Anders als bei anderen Geschichten dieser Art, beziehen sie auch die Menschen mit ein, wenn auch anders als erwartet. Immer wieder zeigen Spielszenen, wie die Europäer das Land kennenlernten – bevor sie überhaupt erst daran gingen, sie für sich zu erobern und damit auch zu zerstören.

Die Ureinwohner haben nicht gegen die Natur gearbeitet, sondern mit ihnen gelebt, selbst heute noch nehmen Inuit und andere Volksgruppen bei der Jagd Rücksicht auf die Tiere des Meeres oder auf die brütenden Eiderenten, wenn sie sich aus deren Nestern bedienen. Die traditionellen Fortbewegungsmittel sind oft besser als die modernen und die Veränderungen an der Natur schonend und erstaunlicherweise über Jahrhunderte erhalten geblieben. Vor allem haben sie durch die Beobachtung von Vielfraßen, Wölfen oder Eisbären eine menge gelernt.

Das ist aber nur ein kleiner Aspekt der Dokumentation, die sich in erster Linie auf die Tiere konzentriert. Über das Leben der Eisbären gibt es zwar schon so manchen Film und so manches Buch, aber sie gehören dennoch zum Bild Kanadas mit dazu und die Macher zeigen auch hier so manche Überraschung. Zudem berücksichtigen sie auch weniger auffällige Pflanzenfresser oder vermeintliche „Schädlinge“, verraten, warum der Vielfraß so erfolgreich ist und können sogar mit bisher unbekannten Beobachtungen punkten.

Auf jeden Fall ist die Dokumentation so gestaltet, dass das Zuschauen nicht langweilig wird. Auch die Informationen sind gut verteilt, so dass auch Kinder sie gut verarbeiten können. Die Schauwerte sind natürlich das A und O der vier Episoden und erfüllen alle Wünsche und Erwartungen, die man an sie haben sollte. Da nimmt man es auch gerne hin, dass sich die ein oder andere Einstellung und Szene in den Folgen wiederholt.

Bild und Ton sind auf der Höhe der Zeit, an Extras gibt es zu jeder Folge ein „Making-of“ in dem die internationalen Kamerateams aus dem Nähkästchen plaudern.

 

Fazit:

Alles in allem bietet „Wildes Kanada“ einen atemberaubenden Einblick in die Natur eines der größten aber unbekanntesten Länder der Welt, der nicht nur nett anzusehen ist, sondern auch jede Menge Überraschungen und Informationen bietet. Es lohnt sich also durchaus, mehr als einen Blick zu riskieren.

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DVD:

Wildes Kanada

Regisseur: Jeff Turner

Format: Dolby, PAL

Sprache: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1)

Untertitel: Niederländisch

Region: Region 2

Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1

Umfang: 2 DVDs

Polyband/WVG, 28. November 2014

Spieldauer: 200 Minuten

 

ASIN: B00MXDU9M6

 

Erhältlich bei: Amazon

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Erstellt: 09.01.2015, zuletzt aktualisiert: 02.08.2022 20:01