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Wings of War: Dawn of War

Rezension von Stefan Glaubitz

 

1939. Himmel und Erde brennen im Feuer unzähliger Gefechte. Es ist der Beginn des zweiten Weltkriegs und das Erringen der Lufthoheit kann über Sieg oder Niederlage entscheiden.

 

Wings of War goes World War II. So, oder so ähnlich könnte man es wohl ausdrücken. Nach dem Erfolg der Reihe war es natürlich nur eine Frage der Zeit, bis es auch Luftkämpfe im zweiten Weltkrieg auszufechten gilt.

 

Spielziel

Wie bei den Vorgängern der Wings of War-Reihe, die alle im ersten Weltkrieg spielen, ist bei Dawn of War der Sieg missionsabhängig. Sei es, dass man alle feindlichen Flieger abschießen oder vom Tisch verjagen muss, oder ein Bodenziel bombardiert werden will. Das macht das Spiel wieder einmal äußerst vielseitig und spannend.

 

Ausstattung

Wie von den Vorgängern gewohnt, ist die Ausstattung bei Dawn of War wieder sehr reichlich. Der Karton ist vollgepackt mit Spielkomponenten, aber die Innenaufteilung erlaubt ein bequemes Einsortieren, so dass nichts unkoordiniert herumfliegen kann. Die Komponenten im Einzelnen sind:

 

 

  • 1 Spielanleitung
  • 24 Flugzeugkarten
  • 6 Manöverkartendecks (108 Karten)
  • 2 Bomberkarten
  • 4 Zielkarten
  • 194 Schadensmarken
  • 158 Spielmarken
  • 6 Spielbretter für Flugzeuge
  • 2 Lineale

 

 

Wer andere Spiele der Wings of War-Reihe kennt, wird von der Illustration der Karten nicht überrascht sein. Wieder einmal können die sehr schön gestalteten Karten mich begeistern, vor allem die Flugzeuge sehen fantastisch aus. Die Spielbretter von Dawn of War sind wesentlich kleiner als bei den Vorgängern, das macht sie aber beileibe nicht unübersichtlicher. Die Marker für Schaden und die Spielmarken sind aus stabiler Pappe, sie verknicken eigentlich nicht und die Symbole auf ihnen sind sehr gut zu erkennen. Was die Ausstattung angeht, bekommt man bei Dawn of War eine gute Qualität geboten, die ihr Geld wirklich mehr als Wert ist.

 

Spielregeln

Das Regelwerk von Dawn of War ist 23 Seiten stark und mit reichlichen Illustrationen ausgestattet. Diese Bilder erleichtern das Verständnis der Regeln ungemein und erlauben einen schnellen Einstieg in die Grundregeln. Der größte Teil des Regelwerks wird dabei von den erweiterten Spielregeln, wie z.B. solchen für den Spritverbrauch, die Flughöhe und Fliegerasse eingenommen. Der letzte, auch sehr umfangreiche Teil der Spielregeln erläutert das Erstellen von Szenarien und gibt eine nicht geringe Anzahl an Einzelszenarien vor.

Wieder einmal ein sehr kompaktes Regelwerk, das an die Reihe guter Regelwerke der Wings of War- Reihe anknüpft. Die Grundregeln haben sich im Vergleich zu den Spielen, die im ersten Weltkrieg angesiedelt sind, nur wenig verändert; man könnte sogar sagen, sie sind verfeinert worden. Die Zugplanung ist etwas verändert worden und erlaubt dadurch, dass man pro Runde nicht mehr drei, sondern nur ein neues Manöver plant, ein spontaneres Manövrieren. Auch die Schadenskarten sind bei Dawn of War durch kleinere Marker ersetzt worden, was auf dem Spielbrett für Flugzeuge weniger Platz einnimmt. Gerade diese Verfeinerungen machen das Spiel noch ein bisschen flüssiger als seine Vorgänger und die Grundregeln sind auch für Spieler ab, den vom Verlag vorgeschlagenen, 10 Jahren geeignet. Bei den erweiterten Regeln muss man abwägen, da sieteilweise doch recht kompliziert auf den ersten Blick sind.

 

Spielverlauf

Die Spielvorbereitungen gestalten sich nicht sonderlich kompliziert. Jeder Spieler wählt sich ein Flugzeug und nimmt sich ein Spielbrett. Dann zieht er sich das passende Manöverset, der Buchstabe des Sets ist in blau auf der Flugzeugkarte abgedruckt. Im Grundspiel sollten vorher die Höhenkarten, die mit roten Pfeilen gekennzeichnet sind, aussortiert werden. Als nächstes nimmt sich jeder Spieler noch vier Geschwindigkeitsmarker, zwei schnelle und zwei langsame. Damit sind die Spielvorbereitungen auch schon fast abgeschlossen. Jetzt platziert jeder sein Flugzeug vor sich auf dem Tisch, wählt eine Manöverkarte und legt sie verdeckt auf das Spielbrett für das erste geplante Manöver. Auf diese Karte wird dann noch eine Geschwindigkeitsmarke verdeckt gelegt und schon kann die Luftschlacht beginnen.

Wie bei seinen Vorgängern staffelt sich ein Spielzug von Dawn of War in drei Phasen, die Planungs-, die Bewegungs-, und die Beschussphase. Hat jede Seite am Ende der Beschussphase noch mindestens ein Flugzeug auf dem Spielfeld, beginnt eine neue Runde mit der Planungsphase.

 

Phase 1, Zugplanung

Jeder Spieler wählt nun eine weitere Manöverkarte aus seinem Stapel und legt sie verdeckt auf das Feld für das zweite geplante Manöver auf seinem Spielbrett. Auch auf diese Karte wird wieder ein Geschwindigkeitsmarker verdeckt platziert. Dabei gibt es ein paar Dinge zu beachten: alle Manöverkarten haben, im Unterschied zu den anderen Spielen der Wings of War-Reihe jetzt zwei Pfeile auf den meisten Manöverkarten. Einer steht für eine schnelle Geschwindigkeit und der andere für langsame. Weiterhin dürfen niemals zwei Manöverkarten mit Steilflugsymbolen hintereinander gespielt werden. Möchte man ein Immelmann-Manöver durchführen, so muss ein Spieler vorher eine Gleitflugkarte mit schneller Geschwindigkeit gespielt haben, dann darf er seinen „Immelmann“ spielen und danach muss wieder ein Gleitflug mit langsamer Geschwindigkeit genutzt werden. Sollte ein Spieler gegen eine der Regeln verstoßen, so wird die ungültige Karte gegen ein Gleitflugmanöver ersetzt und das Flugzeug bekommt eine Schadensmarke der Klasse A.

 

Phase 2, Die Bewegung

Nachdem die Planung abgeschlossen ist, wird es nun Zeit die Flugzeuge zu bewegen. Die Spieler decken ihre erste Manöverkarte und den Geschwindigkeitsmarker auf. Dann legen sie ihre Manöverkarten vor die Flugzeuge, so dass der Anfang des Pfeils mit der blauen Linie auf der Flugzeugkarte übereinstimmen. Dann kommt der Manövermarker ins Spiel. Auf der Manöverkarte sind zwei Endpunkte abgegeben. Ein weißer Pfeil für langsame Geschwindigkeit und ein schwarzer für die schnelle. Die Farben entsprechen denen auf dem Geschwindigkeitsmarkern. Nun bewegen die Spieler die Flugzeugkarten über die Manöverkarten bis zu den Endpunkten ihrer Geschwindigkeit. Dann wird der Geschwindigkeitsmarker auf seinen Platz des Spielbretts gelegt und die verdeckte Manöverkarte samt Geschwindigkeitsmarker von Platz zwei auf dem Brett auf den ersten Platz verschoben.

 

Phase 3, Der Beschuss und Schaden

Wie bei den anderen Spielen der Wings of War-Reihe auch kommt in dieser Phase das Lineal ins Spiel. Es wird mit einem Ende auf die Mitte der eigenen Flugzeugkarte gelegt und zum Ziel ausgerichtet. Ist das Ziel im vorderen, erhellten Bereich des eigenen Flugzeugs, kann es beschossen werden, wenn nicht, Pech gehabt. Auch zum ermitteln des Schadens wird das Lineal benötigt. In der Mitte von ihm ist eine Markierung. Ist das anvisierte Ziel, vom eigenen Flugzeug aus gesehen, vor dem Mittelstrich, bekommt es mehr Schaden als in der weiteren Distanz. Welche Schadensmarken das Ziel erhält ist auf jeder Flugzeugkarte in der linken, unteren Ecke in Rot angegeben. Übersteigt der angesammelte Wert der Schadensmarker den grünen Wert auf der Flugzeugkarte gilt es als abgeschossen.

Spielt man Dawn of War mit den Grundregeln werden die angegeben 30 Minuten Spielzeit bei kleineren Spielen selten überschritten. Bei großen Partien mit mehreren Flugzeugen sollte man aber schon etwas mehr Zeit einplanen.

 

Spielspaß

Wer die anderen Produkte der Wings of War-Reihe kennt, wird mit den Neuerungen von Dawn of War gut klarkommen. Das Spiel wird durch die überarbeiteten Regeln ein wenig runder, was es noch besser und flüssiger zu spielen macht. Gerade die Geschwindigkeitskomponente kann mich wirklich begeistern und die neuen Schadensmarker finde ich sehr gelungen. Damit kommen wir zur Glückskomponente. Ich freue mich wirklich wieder mal ein Spiel in den Händen zu halten, bei dem es nicht immer nur vom Würfelglück abhängt. Natürlich kann man auch bei den Schadensmarkern Pech haben und sofort den Explosionsmarker ziehen, was einem das Flugzeug in 1000 Einzelteile zerteilt. Diesen Marker kann man natürlich auch weglassen, das ist gerade Tunierspielen, passende Regeln finden sich in der Anleitung, zu empfehlen ist. Was den Abwechslungsreichtum von Dawn of War betrifft, sind den Phantasien der Spieler keine Grenzen gesetzt. Man kann die vorgegebenen Szenarien spielen, oder sich selber welche ausdenken. Jede Partie ist anders und obwohl man gegeneinander spielt, kann man trotzdem miteinander eine ganze Menge Spaß haben. Besonders Spaß machen Partien mit vier oder mehr Spielern. Dann kommt die Teamplaykomponente hinzu und man muss nun nicht nur versuchen die Züge seiner Gegner vorher zusehen, sondern sich auch noch mit den Partnern abstimmen. Das ist unter Umständen nicht immer einfach, aber man kann ja nach einer Runde Dawn of War gut darüber diskutieren, wen nun Schuld an der Niederlage hatte.

 

Fazit

Dawn of War verbindet die Spielprinzipien von Tabletops, Karten- und Brettspielen in einem. Ich denke, gerade das macht es auch immer wieder aufs Neue spannend sich in Luftschlachten zu werfen. Außerdem ist davon auszugehen, dass Dawn of War nur der Auftakt einer Reihe sein wird, die sich mit dem zweiten Weltkrieg beschäftigt. Aus der ersten Weltkriegsreihe kenne ich ja bereits die fantastischen Flugzeugmodelle und ich denke, auch die wird es für die zweite Weltkriegsreihe bald geben. Wem die klassischen Tabletops zu viel Geld- und Zeiteinsatz sind, kann sich mit gutem Gewissen Dawn of War zulegen. Auch Geschichtsfans mit dem Fokus auf Strategiespiele machen keinen Fehler sich dieses Spiel aus dem Laden mitzunehmen. Ich auf jeden Fall kann es kaum erwarten, wie die zweite Weltkriegsreihe von Wings of War weiter geht.

 

(anklicken zum vergrößern)
 

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Wings of War: Dawn of War

Autor: Andrea Angiolino & Pier Giorgio Paglia

Mad Man´s Magic

ISBN-13: 8-022167-000664

Erhältlich bei: Mad Man's Magic

Weitere Infos:

Inhalt:

 

  • 1 Spielanleitung
  • 24 Flugzeugkarten
  • 6 Manöverkartendecks
  • 2 Bomberkarten
  • 4 Zielkarten
  • 194 Schadensmarken
  • 158 Spielmarken
  • 6 Spielbretter
  • 2 Lineale

 


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Erstellt: 03.08.2007, zuletzt aktualisiert: 02.03.2016 11:40