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Winternacht: Schamanenpfade

Rezension von Christel Scheja

 

Die 1988 geborene Künstlerin Sarah Wisbar ist die Gewinnerin des „Comicstars Contest 2009“, eine Ehre, die hart erarbeitet wurde, denn sie musste mehrere Runden durchlaufen, um bis in die Finalrunde zu kommen. Ihr Konzept für eine Geschichte setzte sich am Ende durch, der Band „Winternacht: Schamanenpfade“ ist das fertige Ergebnis und wird nun im Rahmen der Comicstars-Mangareihe von Knaur präsentiert.

 

Narai und Arun leben in einer kalten und kargen Welt, in der ewiger Winter herrscht. Die Nähe eines Vulkanes sorgt wenigstens ein bisschen für die Wärme, die ihnen hilft, zu überleben. Doch nun erfahren sie, als zufällig sie Selbstgespräche der Schamanin mitanhören, dass der Feuerberg im Begriff ist, zu erlöschen. Zwar will die erfahrene Frau alles tun, um das zu verhindern – notfalls sich selbst opfern, aber wird das ausreichen?

Zusammen mit ihren Altersgenossen und Freund Dogan kommen die beiden jungen Leute auf die Idee, selbst nach Hilfe zu suchen und brechen mit einem Boot auf, um das Eismeer zu überqueren.

Doch schon in den ersten Stunden der Fahrt kommt es zu einer Katastrophe. Während Narai und Arin von einer geheimnisvollen Fremden namens Ea, der die Kälte nichts auszumachen scheint, gerettet werden, bleibt Dogan verschollen.

Den beiden Überlebenden bleibt nichts anderes übrig, als der geheimnisvollen jungen frau zu folgen, denn sie scheint sich in dem fremden Land auszukennen und auch sonst mehr über alles zu wissen, ähnlich wie Kahal, den sie als Jäger vorstellt...

 

„Winternacht: Schamanenpfade“ ist eine sehr klar gezeichnete Geschichte, die vor allem auf die Entwicklung des Szenarios und der Figuren setzt und weniger auf Action oder gar Klamauk. Es gibt zwar einige humorvolle Momente, aber der Tenor der Erzählung ist eher mystisch und melancholisch.

Man lernt die beiden Helden zumindest so gut kennen, dass sie einem sympathisch werden und ans Herz wachsen. Allein Ea und Kahal bleiben sehr blass, aber das scheint auch Absicht zu sein.

Die Handlung entwickelt sich ruhig und langsam, wirft viele Fragen auf und macht neugierig, was nicht unbedingt schlecht ist – nur endet sie viel zu früh, was sich als das größte Manko des Bandes erweist. Gerade als die Geschichte wirklich interessant und spannend wird, endet sie, was doch ein wenig enttäuschend ist. Vermutlich wird im kommenden Jahr eine Fortsetzung folgen, sollte es sogar, denn so wirkt die Geschichte einfach nicht rund.

Sarah Wisbar besitzt ihren ganz eigenen Stil, der irgendwo zwischen Manga und normalem Comic angesiedelt ist. Die Bilder wirken zwar gerade in den bewegten Szenen etwas statisch, sind aber für ein Debüt bereits beachtlich.

 

Alles in allem ist „Winternacht: Schamanenpfade“ eine sehr schöne Geschichte, die auch Fantasy-Fans ansprechen könnte. Sie hat nur ein Manko, sie liest sich wie der Auftakt zu einer viel größeren Reihe. Deshalb ist einfach zu hoffen, dass diesem Band noch weitere folgen werden.

 

Eure Meinung:


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Comic:

Winternacht: Schamanenpfade (Oneshot)

Autorin & Künstlerin: Sara Wisbar

Manga-Taschenbuch, 192 Seiten

Knaur, 11/2010

ISBN-10: 3426530074

ISBN-13: 978-3426530078

Erhältlich bei Amazon


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Erstellt: 21.01.2011, zuletzt aktualisiert: 20.04.2019 08:39