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Wolfgang Hohlbeins - Der Inquisitor (PC)

Rezension von Cronn

 

Ich habe ein Leben voller Sünde hinter mir. Doch nun wird alles anders. Geläutert durch die reinigende Kraft des Klosters habe ich mich daran gemacht, das Übel in der Welt zu bekämpfen. Dies geschieht mittels der Heiligen Inquisition, deren Mitglied ich bin.

Nun hat mich der Hilferuf aus dem kleinen Weiler erreicht und ich stehe vor einer steinernen Brücke, die sich über die säuselnden Wasser eines Flusses spannt.

Plötzlich höre ich ein Geräusch. Es klingt ganz so, als ob jemand vor Schmerzen wimmern würde. Ich sehe mich um, entdecke jedoch niemand.

Erst als ich nahe an die Brücke herangegangen bin, sehe ich sie: eine Frau kauert am Rande des Ufers. Ihre Kleidung ist von Blutflecken besudelt, ihr Gesicht ist voller Dreck.

„Wer hat dir das angetan?“, frage ich sie und hocke mich zu ihr hin.

Zunächst will sie aus Angst zurückweichen, aber dann erkennt sie, dass ich es nicht böse mit ihr meine. Sie schaut mich aus scheuen Augen an.

„Die Hexe...“, murmelt sie und anhand ihrer vibrierenden Stimme bemerke ich erneut wie groß ihre Angst ist.

Ich denke an den Grund meines Kommens zurück. Die Hexe, das war der Grund. Hier im Weiler ist irgendetwas faul und ich werde es herausfinden.

Der Frau möchte ich aufhelfen, aber sie duckt sich weg und erhebt sich langsam. Doch da weiten sich ihre Augen. Sie heftet ihren Blick auf einen Punkt hinter mir und bevor ich reagieren kann, bekomme ich einen heftigen Schlag auf den Hinterkopf.

Ich falle zur Seite – und dann ist da nichts mehr.

Erst später erwache ich mit dröhnenden Kopfschmerzen. Die Frau ist weg. Wer hat sie verschleppt und was ist mit mir geschehen? Wer hat mich niedergeschlagen?

Meine Sachen liegen überall am Ufer und auf der Brücke verstreut. Ich muss sie einsammeln, zu allererst mein Kruzifix. Erst wenn ich alle Gegenstände habe, kann ich meinen Weg fortsetzen.

 

WOLFGANG HOHLBEINS – DER INQUISITOR nennt sich der neue Titel, der den Weg auf den Spielemarkt gefunden hat. Die Entwickler des Spiels sind Prime Games, die für bhv und Daedalic WOLFGANG HOHLBEINS – DER INQUISITOR umgesetzt haben.

Das Game basiert auf dem Roman von Wolfgang Hohlbein, der bei Bastei Lübbe erschienen ist. Es ist aber kein waschechtes Adventure, was Prime Games hier vorlegt, sondern ein Suchspiel, besser unter dem Namen „Wimmelbildspiel“ bekannt.

Doch was ist die Hintergrundgeschichte von WOLFGANG HOHLBEINS – DER INQUISITOR ?

 

Hintergrund:

Der Mönch Tobias hat sein altes Leben hinter sich gelassen und ist in ein Mönchskloster eingetreten. Dort hat er sich den Lehren Gottes verschrieben und wird zum Inquisitor ausgebildet. Nach Jahren wird er in das abgelegene Dörfchen Buchenfeld gerufen, da hier eine angebliche Hexe ihr Unwesen treiben soll.

Aber Tobias kennt die Frau, die im Turmverlies festgehalten wird. Es ist seine einstmalige Geliebte...

Tobias begibt sich auf die Suche nach den Hinweisen, welches Ränkespiel hier getrieben wird und taucht dabei immer tiefer in das Lügengestrick ein.

Die Story bietet genügend Tiefgang für ein Adventure, wird hier bei WOLFGANG HOHLBEINS – DER INQUISITOR aber lediglich mit Texteinblendungen weitergetrieben, die zudem ohne Audiounterstützung sind. Dadurch wird der Spieler kaum in die Geschichte einbezogen. Schade, diese Chance wurde vertan.

 

Spielsteueurng:

WOLFGANG HOHLBEINS – DER INQUISITOR ist ein Wimmelbildspiel, daher gilt es auch hier Bildschirme nach Gegenständen abzusuchen und anzuklicken, die vom Programm vorgegeben werden.

Das gestaltet sich recht einfach, sind die Gegenstände doch gut gegenüber den Hintergründen abgegrenzt und daher meist einfach zu erkennen. Auch hat man kein erkennbares Zeitlimit, so dass die Suche weiter vereinfacht ist.

Klickt man dreimal daneben ist die einzige Strafe, dass der Mauszeiger ein paar Mal wild umherkreist.

Daneben gibt es noch Finde-den-Unterschied-Bildervergleiche und andere Kleinspiele, wie Schlösser knacken. Es gibt auch unterschiedliche Wege zu gehen, aber meist laufen sie wieder auf einen Hauptweg hinaus.

Auch sucht man ab und an mehrfach denselben Bildschirm ab. Dass die Gegenstände sich immer am selben Platz befinden, wird da schnell deutlich und schwächt den Spielspaß zusätzlich.

 

Grafik und Sound:

Im Grafikbereich ist lediglich ein unterdurchschnittlicher Erfolg dem Spiel WOLFGANG HOHLBEINS – DER INQUISITOR beschieden. Die Grafik lässt sich nicht verändern und ist fix eingestellt, Besitzer von High-End-Maschinen profitieren genauso wenig wie Besitzer eines durchschnittlichen PCs. Hier wurde auf die Minimalkonfiguration heutiger Rechner geschielt.

Im Soundbereich nervt bei den Bildschirmsuchereien, dass ein dröhnendes Pseudo-Klangerlebnis ständig präsent ist und sich permanent wiederholt, so dass man bald entnervt den Sound abschaltet.

 

Fazit:

WOLFGANG HOHLBEINS – DER INQUISITOR ist eines jener Wimmelbildspiele, die einen interessanten Ansatz verfolgen, dann aber bei der Umsetzung scheitern. Das ist schade, denn die Idee, einen Roman als Mischung aus Adventure und Wimmelbildspiel umzusetzen, ist interessant.

Doch die vielen Unsauberkeiten und Mängel von WOLFGANG HOHLBEINS – DER INQUISITOR lassen den Spielspaß im Sande verlaufen.

 

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PC:

Wolfgang Hohlbeins - Der Inquisitor

von bhv Distribution GmbH

Plattform: Windows 7 / Vista / XP

USK-Einstufung: USK ab 0 freigegeben

Erscheinungsdatum: 9. Dezember 2009

Erhältlich bei: Amazon


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Erstellt: 09.03.2010, zuletzt aktualisiert: 10.05.2019 10:50