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Wonder Woman (Rebirth) # 2: Zwischen Lüge und Wahrheit

Rezension von Christel Scheja

 

 

Der erneute Reboot des DC-Universums versucht zwar die Geschichte der Helden ohne Bruch zu verändern, aber im Fall von Wonder Woman muss sich noch erweisen, ob das gut oder schlecht ist, denn die Amazone ist diesmal so ziemlich neben der Spur, weil das, was sie all die letzten Jahre geglaubt hat, plötzlich nicht mehr stimmt.


Die Realität hat sich verschoben und Diana ahnt, dass sie in den letzten Jahren offensichtlich Illusionen aufgesessen ist, oder einfach falsche Erinnerungen hat. Ihr dämmert jetzt, dass sie Mutter und Schwestern schon lange nicht mehr gesehen hat. Zusammen mit Steve Trevor macht sie sich auf die Suche nach Themiscyra, aber das einzige, was sie finden ist eine Insel voller Wildnis, auf der es offensichtlich niemals Amazonen und schon gar keine Kultur gegeben hat. Das wirft Wonder Woman so aus der Bahn, dass sie in Schockstarre verfällt und erst einmal nicht weiter weiß – sie wird handlungsunfähig.

Derweil muss sich Steve gegen eine Spezialeinheit wehren, die ganz offensichtlich hinter ihnen beiden her sind und Diana noch mehr als ihn in die Hand bekommen will. Doch was zum Teufel interessiert die Großindustrielle Veronica Cale an der Amazonenprinzessin?

Die Antwort scheint in der langsam auf den Nebeln erscheinenden Vergangenheit zu liegen und eng mit Wonder Womans bester Freundin Barbara Ann zusammenzuhängen, die sich kurz danach in die wilde Cheetah verwandelte.


Die Geschichte fängt überschaubar an – bietet einiges an Action und Entwicklungen, die recht interessant sind, zeigen sie, dass Diana trotz ihrer Kräfte auch sehr menschliche Züge hat und sich einmal auf andere verlassen muss, weil sie selbst nicht wirklich weiter weiß. Mit viel Gefühl und Drama wird das geschildert, bevor die Handlung allerdings aus dem Ruder gerät. Man versteht als Leser wirklich nicht, was eigentlich der Angriff der Truppen soll, die paramilitärisch daher kommen und wer diese Veronica Cale ist.

Auch die nachfolgenden Erklärungen helfen nicht viel weiter, denn nun beginnt die Geschichte munter zwischen der Vergangenheit und Gegenwart hin und her zu springen. Einige Szenen verwirren zusätzlich deuten sie doch an, dass auch die Großindustrielle noch einige sehr unangenehme Geheimnisse hat.

Diana jedenfalls macht keine gute Figur in dieser Geschichte und Steve Trevor steht dem Geschehen eher hilflos gegenüber, weil er nicht genug weiß. Das führt dazu, dass gerade die hinteren Teile der Geschichte ziemlich wirr wirken und Fragen auch nur unzureichend beantworten.

Nett aber nicht wirklich im Gedächtnis bleiben die Geschichten aus dem Annual, in denen Wonder Woman wieder einmal ihre hohen moralischen Ansprüche zur Schau trägt und auch Superman und Batman zum Grübeln bringt.


Fazit:


Alles in allem erweist sich „Zwischen Lüge und Wahrheit“ die zweite Graphic Novel von Wonder Woman in der „Rebirth“-Ära eher als leichte Enttäuschung, da man einfach das Gefühl nicht los wird, es fehle zu viel und selbst als Leser nicht auseinander halten kann, was man nun glauben soll oder nicht.


Eure Meinung:

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Comic:

Wonder Woman (Rebirth) # 2: Zwischen Lüge und Wahrheit

Original: Wonder Woman # 13-22, Annual # 1

Autoren: Greg Rucka, Vita Ayala, Jackson Lanzing, Collin Kelly und Michael Moreci

Zeichnungen: Mirka Andolfo, Bilquis Evely,Renato Guedes, Stephanie Hans

Tusche: Mirka Andolfo, Bilquis Evely, Raul Fernandez, Scott Hanna

Farbe: Jordi Bellaire, Romulo Fajardo jr., Stephanie Hans, John Rauch

Übersetzung: Ralph Krumm

Softcover mit Klappbroschur, 160 Seiten

Paninicomics, November 2017

 

ISBN-10: 3741605182

ISBN-13: 978-3741605185

 

Erhältlich bei Amazon


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Erstellt: 11.11.2017, zuletzt aktualisiert: 20.04.2019 08:40