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Worst-Case Scenario - Überleben mit Bear Grylls

Filmkritik von Christel Scheja

 

Bear Grylls ist Überlebensexperte, der sein Wissen durch das Training in einer militärischen Spezialeinheit erworben hat und auch immer wieder auf seinen Expeditionen anwendet. Er kennt sich vor allem in der Wildnis aus und weiß, wie man dort auch ohne moderne oder besondere Hilfs- und Lebensmittel zurecht kommt, wenn man zum Beispiel einen reißenden Fluss überqueren oder sich im Regenwald ernähren will.

In „Worst-Case“ Scenario“ zeigen er und sein Team nun, wie Menschen in Gefahrensituationen zurecht kommen können, die sich durchaus auch einmal in ihrem Alltag ereignen können.

 

Autounfälle sind relativ häufig. Meistens kommen die Insassen mit dem Schrecken davon und nur das Auto nimmt Schaden. Aber was ist in dem Moment, in dem man feststellt, dass man eingeschlossen ist, und der Wagen jederzeit in Flammen aufgehen könnte.

Da heißt es Ruhe bewahren und zu versuchen sich selbst zu helfen, wenn man nicht eingeklemmt ist. Bear Grylls zeigt, was man auf jeden Fall tun kann, welche Gegenstände aus dem Auto man verwenden kann, um sich aus dem Gurt zu befreien oder eines der Seitenfenster einzuschlagen. Manchmal kann so eine Spiegelscherbe zum Messer werden.

Er geht aber auch darauf ein, wie man sich am Besten vor Glas- und anderen Splittern schützt, oder auch, dass sich aus einer Thermosflasche mit Kaffee und einem Fetzen Stoff eine einfache Maske fertigen kann, durch die man verhindert all zu viel Rauch einzuatmen.

Nicht zuletzt zeigt er sehr eindrucksvoll, wie man anderen helfen kann, wenn die Zeit drängt und noch keine Hilfe im Anmarsch ist.

In anderen Folgen zeigt der Überlebensexperte, wie man sich bissige Hunde vom Leib hält, falls diese einen angreifen, wie und wo man sich dann vor ihnen in Sicherheit bringen kann.

In weiteren Folgen beschreibt er Verhaltensregeln bei Erdbeben, oder wenn man es mit einem giftigen Reptil wie zum Beispiel einer Klapperschlange, zu tun bekommt.

Andere Szenarien beschäftigen sich Bremsversagen im Auto, dem Umgang mit extremer Kälte, der Rettung aus einem abstürzenden/abgestürzten Fahrstuhl oder bei einem Mountainbike-Crash.

Wie verhält man sich in einer Massenpanik, wenn man sich in der Wüste verirrt hat oder bei einem Feueralarm. Und nicht zuletzt wird auch daran erinnert, dass jeder einmal in einen Anschlag verwickelt werden kann...

 

Jeder der zwölf Folgen ist eine Warnung vorangestellt, dass man nicht selbst ausprobieren sollte, was Bear Grylls und sein Team dort zeigen. Beim Anschauen der Episoden wird ebenfalls deutlich, dass sich die Männer und Frauen in von Anfang bis Ende kontrollierte Situationen begeben, in der sie nicht wirklich um ihr Leben kämpfen müssen.

„Behind the Scenes“-Videos zeigen aber auch, dass trotz aller Sorgfalt durchaus Gefahren bestehen, vor allem wenn lebendige Wesen wie die Hunde involviert sind, deren Verhalten man nun wirklich nicht vorhersehen kann, auch wenn sie entsprechend dressiert sind.

So ist natürlich fraglich, ob die Tipps wirklich im Ernstfall brauchbar sind und die Serie nicht eher dazu dient, ein wenig Nervenkitzel zu erzeugen. Vieles, was man sich nach dem Anschauen an Verhaltensregeln merkt, ist auch allein schon mit dem gesunden Menschenverstand nachvollziehbar und birgt keine all zu große Überraschung. Und manches bringt in der Aufregung noch mehr in Gefahr - gerade wenn man sich als Helfer an einen Wagen heran wagt.

Die Episoden sind reißerisch aufgemacht, peitschen durch eine rasche Schnittfolge das Adrenalin hoch und lassen die Aktionen leicht wirken, was sie in den seltensten Fällen sein dürften. Alles in allem dürfte die Serie in erster Linie den Hunger der Zuschauer nach Aufregung, Nervenkitzel und Sensationen schüren.

Denn wenn Menschen wirklich einmal in eine solche Situation geraten, kann man davon ausgehen, dass nur sehr wenige einen kühlen Kopf bewahren und wirklich so beherzt und gezielt handeln können wie Bear Grylls. Für europäische Zuschauer kommt dazu, dass einige der Episoden Themen behandeln, die in der Alten Welt nicht wirklich Probleme bereiten dürften.

Bild und Ton sind von normaler Fernsehqualität, es liegt allerdings nur die deutsche Tonspur vor. Auch Extras hat man sich gespart.

 

Insgesamt ist „Worst-Case Scenario“ eher reißerisch aufgemachte Unterhaltung als ein Ratgeber für das Verhalten in so brenzligen Situationen. Nur die wenigsten Tipps sind auch für normale Menschen brauchbar und selbst dann sollte man zu denen gehören, die sich der Gefahr ruhig stellen können.

Wer also nicht gerade den Anspruch hat, wirklich etwas lernen zu wollen, kann von den Beispielen gut unterhalten werden und auch für Autoren bieten sich nette Anhaltspunkte, um ihre Helden glaubwürdig aus brenzligen Situationen entkommen zu lassen.

 

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Oje, das hat nicht geklappt, Elfenwerk! 20230205192906f38258e2
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DVD:

Worst-Case Scenario - Überleben mit Bear Grylls

12-teilige Dokumentation, USA 2010

Darsteller: Bear Gyllis

Format: Dolby, PAL, RC 2

Sprache: Deutsch (Dolby Digital 5.1)

Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1

Anzahl Disks: 2

FSK: Freigegeben ab 12 Jahren

Studio: Polyband & Toppic Video/WVG

Erscheinungstermin: 27. Mai 2011

Produktionsjahr: 2010

Spieldauer: 265 Minuten

 

ASIN: B004R8KT5C

 

Erhältlich bei: Amazon

 


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Erstellt: 21.06.2011, zuletzt aktualisiert: 02.08.2022 20:01