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X-Men - Tödliches Erwachen

Rezension von Andre Vieregge

 

Die Days of M sind alles andere als spurlos an der Welt der Mutanten vorüber gegangen: Noch vor kurzem bevölkerte über eine Million von ihnen die Erde, doch nur wenige sind noch übrig geblieben. Auch die X-Men mussten Rückschläge hinnehmen. Am schwersten wiegen die Verluste von Jean und Professor Xavier, der auf ungeklärte Weise verschwunden ist. Cyclops, Wolverine und die anderen versuchen das Beste aus der Situation zu machen, doch sie ahnen nicht, dass im Weltall eine neue mächtige Bedrohung erwacht ist.

 

Während Xaviers Schule für Begabte von einem gigantischen Sentinel- Roboter der Behörde für nationale Notfälle ständig überwacht wird, kehrt ein Mutant der Einstufung Omega mit einem Space Shuttle auf die Erde zurück und macht Jagd auf die X-Men. Niemand vermag gegen seine schier grenzenlosen Kräfte zu bestehen, die allein auf ein Ziel gerichtet sind: Rache an Professor X.

 

Tödliches Erwachen enthält auf 196 actionreichen Seiten die komplette, sechs Hefte umspannende Story um eine neue Ära der X-Men. Für langjährige Fans mag es wahrlich ein Alptraum sein, der seit den Days of M seinen zerstörenden Atem durch die Welt ihrer Superheldenwelt haucht. Alte Strukturen, vielleicht sogar Denkmäler der Comicgeschichte, werden umgeworfen, denn auch dieses Mal, so viel sei verraten, haben die Schüler Xaviers weitere Verluste zu betrauern, und auch um den Professor selbst entspinnt sich eine vollkommen neue Situation.

 

Zusätzlich zu der eigentlichen Handlung umfasst Tödliches Erwachen noch die Vorgeschichten von vier Mutanten, die ihren ersten und zum Teil letzten Auftritt in dieser Ausgabe haben: Petra, die Erde und Stein ihrem Willen gefügig machen kann, Suzanne Chan, alias Sway, der sich die Zeit beugt, Darwin der Entwicklungsfähige, der einem ständigen reaktionären Evolutionsprozess unterliegt und Gabriel, genannt Kid Vulkan, dessen Name bereits sein Gebiet offenbart: Feuer.

 

Da niemand von einem Comic literaturnobelpreisverdächtige Handlungen erwartet, muss sich auch Autor Ed Brubaker um diesen Aspekt keine Gedanken machen. Die Story ist typisch für die Welt der Superhelden, denn es geht mal wieder um Rache. Die Motivation des einen ist dem anderen vollkommen unverständlich, daher bekämpft man sich, bis das Problem zuletzt diskutiert und mehr oder weniger aus der Welt geschafft wird. Also auch im Comicwesten nichts Neues. Dennoch bleibt dieser Sammelband von Anfang bis Ende mitreißend. Dafür sorgen vor allem die atmosphärischen Zeichnungen von Trevor Hairsine und Peter Woods, die den Leser förmlich in ihre Welt hineinziehen. Dazu bleibt die quälende Frage im Hintergrund, was aus Professor Xavier wurde und was genau auf der Insel Krakao geschah. Nicht nur für Mutanten und Fans der Reihe ein prickelndes Vergnügen!

 

Fazit: Ein tödliches Erwachen am Ende eines bildgewaltigen Alptraums...

 

Eure Meinung:


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Comic:

X-Men - Tödliches Erwachen

63/2006 SC

S. 196

X-Men - Deadly Genesis 1-6

E. Brubaker, T. Hairsine

[Keine Angabe der ISBN]

EVT: 24.08.2006

Erhältlich bei Panini Comics


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Erstellt: 25.09.2006, zuletzt aktualisiert: 20.04.2019 08:40