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Yagyu Ninpo Cho - Die Rache des Hori Clans - Band 3

Rezension von Christel Scheja

 

„Yagyu Ninpo Cho“ spielt in den Anfängen der Edo-Zeit, in der Japan von den strengen Tokugawa-Shogunen beherrscht wurde und vor allem die Ideale der Samurai etwas zählte. Das hinderte aber die normalen Landesfürsten nicht daran trotz der beschnittenen Möglichkeiten, Herrschaftsgelüste und perverse Launen auszuleben.

 

So wurde auch der Hori-Clan durch die Machenschaften Fürst Akinari Katos und seiner Handlanger, der „Sieben Speere von Aizu“ vernichtet. Aber die Schwester des Shoguns griff rechtzeitig ein um sieben Frauen zu ermöglichen, bittere Rache für das Unrecht an ihrer Familie zu nehmen. Sie sorgte auch dafür, dass Jubee Mitsuyoshi Yagyu, ein erfahrener Schwertmeister die Ausbildung der Mädchen übernahm.

 

Dieser ist sich immer noch nicht sicher, ob er den sieben Hori-Frauen überhaupt Mut machen soll, lebend aus der Sache zu kommen, obwohl es ihnen schon gelungen ist, einen der „Sieben Speere von Aizu“ umzubringen. Sie sind immer noch nicht kaltblütig und entschlossen genug, um wirklich lange genug durchzuhalten, und nun, da einer von ihnen tot ist, werden die Feinde um so mehr darauf erpicht sein, sie umzubringen.

Aber Jubee kann auch nicht leugnen, das ihm der Mut und das Durchhaltevermögen der Mädchen imponiert. Auch wenn sie immer wieder auf die Nase oder ins Wasser fallen und im Kampf von ihm niedergestreckt werden, sie wollen doch nicht aufgeben und sich verstecken. Und so versucht er das Beste daraus zu machen und ihnen genau die Techniken bei zu bringen, die sie zum Überleben brauchen. Dazu gehört auch die Flucht zum richtigen Zeitpunkt und Listenreichtum. Denn nur wenn sie erkennen, wann ihre Chancen schwinden, und auch schon einmal Heimtücke und Falschheit einsetzen, können sie gegen die brutalen Kämpfer und den perversen Fürsten bestehen.

Dass die Gegner ins Schwitzen gekommen sind und angriffslustig werden, bekommt Jubee schon bald selbst zu spüren. Denn diesmal sind es gleich zwei „Speere“, die ihm und Tori vom Hori-Clan auflauern, um sie umzubringen...

 

„Yagyu Ninpo Cho“ setzt sein Hohelied auf den Wert und die Bedeutsamkeit der Rache fort und geht dabei nicht gerade sanft vor. Wieder einmal ist der Manga von Gewalt und Grausamkeit gezeichnet und deshalb nicht unbedingt für jüngere Leser geeignet, die sich vielleicht ein actionreiches oder lustiges Abenteuer mit Slapstickeinlagen erhoffen. Eher das Gegenteil ist der Fall, denn die Geschichte trieft nur so von Zynismus und zeichnet kein angenehmes Bild des alten Japan, auch wenn es stark überzeichnet ist. Nun, im dritten Band wird der Rachefeldzug fortgesetzt, wenngleich auch etwas ruhiger, weil Jubee darauf achtet, dass seine Schülerin nach dem ersten Erfolg nicht übermütig und unvorsichtig werden.

 

Insgesamt erinnert „Yagyu ninpo Cho“ inhaltlich weiterhin den „Basilisk“, das erste Gemeinschaftswerk von Autor und Zeichner, in dem es ebenfalls um einen Kampf zwischen zwei Parteien ging, wenn auch eher um eine Blutfehde als um Rache. Wer mit einer so kampfeslastigen Geschichte schon zufrieden war und auch sonst Samurai-Mangas aus der Edo-Zeit mag, die ein wenig härter und zynischer sind, wird auch an dieser Erzählung ihren Spaß haben, denn langweilig ist sie nicht.

 

Eure Meinung:


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Yagyu Ninpo Cho - Die Rache des Hori Clans Bd. 3

Autor: Futaro Yamada

Zeichner: Masaki Segawa

Aus dem Japanischen von Christine Steinle

Heyne, München, Oktober 2007

Mangataschenbuch, 206 Seiten

ISBN 978-3-453-59596-5

Erhältlich bei: Amazon


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Erstellt: 03.11.2007, zuletzt aktualisiert: 15.09.2018 12:40