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Yooka-Laylee

Rezension von Cronn

 

Ich springe aus dem riesengroßen Buch und stehe in einer Dschungellandschaft. Vor mir erhebt sich in einiger Entfernung ein Tempel, auf dem merkwürdige Wesen scheinbar tanzen. Davor schweben Plattformen auf und nieder.

Sogleich hüpfe ich vom Buch auf das grasgrüne Gras und laufe schnell in Richtung der Plattform. Auf meinem Kopf sitzt eine lilafarbene Fledermaus und wippt bei jeder meiner Bewegungen auf und nieder.

Mit einem beherzten Sprung setze ich auf die erste Plattform und von dort aus schwebe ich mit Hilfe von der Fledermaus auf die nächste Ebene, die zu weit zum Springen ist.

Die stämmigen Ureinwohner-Monster grunzen uns entgegen und mit einem beherzten Wirbelschlag meines grünen Schwanzes bringe ich sie aus dem Gleichgewicht.

Dann stehe ich vor der Schatzkiste, worin eine goldene Seite umherwirbelt – das ist, was ich begehre! Ein Pagie! Doch wie komme ich an ihn ran?

Da sehe ich die Bodenplatte. Als ich auf sie trete, beginnt ein Countdown und es erscheinen weißrote Ringe in der Luft. Alles klar! Ich muss einen Parcours absolvieren! Also lege ich los und springe und renne wie ein Wirbelwind. Vier, fünf Ringe – sechs, sieben. Die Zeit verrinnt, mir wird ganz schlecht. Im letzten Augenblick gelingt es mir und dann – öffnet sich die Schatzkiste.

Hurra!

Ich kann das goldene Pagie einsammeln!

Jetzt fehlen nur noch weitere sechs, um eine weitere Buchwelt freizuschalten …

 

Yooka-Laylee heißt das neue Game, das von Team 17 entwickelt wurde. Es bringt ein Genre wieder, das längst in der Mottenkiste der Spieleentwicklung versunken zu sein schien – das 3D-Plattformer-Genre.

Doch gelungen ist der Reboot geworden?

 

Hintergrund:

Der Bösewicht Capital B. und seine rechte Hand Dr. Quak haben einen Plan ausgeheckt, um der einzige Player auf dem Markt zu werden: Sie wollen mit Hilfe einer Maschine alle Bücher der Welt aufsaugen.

Dabei ist auch das Goldene Buch von Yooka und Laylee. Yooka, die grüne Eidechse und Laylee, die lilafarbene Fledermaus, gehen gemeinsam durch Dick und Dünn, um das Goldene Buch wiederzuerlangen. Aus diesem Buch sind eine Menge einzelne Seiten herausgefallen, die in den Levels verstreut sind.

Um dies alles wieder zu finden, machen sich Yooka und Laylee auf den Weg in die Fabrik von Capital B.

Die Hintergrundgeschichte ist natürlich kein Storyhammer, reicht aber aus, um die Motivation für die Spielerschaft glaubwürdig zu machen. Ein 3D-Plattformer hat keine tiefgründige Story essentiell nötig. Wichtiger ist, ob die Gameplaymechaniken funktionieren.

 

Gameplay:

»Yooka-Laylee« arbeitet als 3D-Plattformer vor allem mit dem Design der Welt und dem Jump-und-Run-Aspekt.

Das Design der Welt ist hervorragend, dazu später im Bereich »Grafik« mehr. Nur so viel: Es ist abwechslungsreich und tadellos.

 

Bei »Yooka-Laylee« geht es darum, die einzelnen Pagies (Goldene Seiten) zu finden, um damit weitere Level freizuschalten. Meist sind diese Pagies an schwer zugänglichen Stellen im Level versteckt oder in Schatzkisten verschlossen, die erst mittels Geschicklichkeitseinlagen geöffnet werden müssen.

 

Von Anfang an stehen dem Spieler nicht alle Moves zur Verfügung. Die muss er sich erst bei der NPC-Spielfigur Trowzer freischalten, der als Händler fungiert. Bei ihm muss man – außer für die freien Moves – durch eingesammelte goldene Federn die Moves freikaufen. Auf diese Weise gelangt man im Laufe des Spiels an neue Möglichkeiten, sich Räume zu erkunden oder Gegner zu erledigen oder geheime Levelabschnitte zu entdecken. Auch durch Tonikas lassen sich neue Elemente freischalten. Diese Tonikas erreicht man, indem man Fortschritte erspielt, beispielsweise 30 Gegner betäubt und dergleichen.

Mit Hilfe der Pagies kann man aber nicht nur neue Levels (Riesenbücher) freischalten, sondern auch die alten Level erweitern. Dadurch bekommt man Zugriff auf weitere Levelstrukturen, mehr Pagies, Federn und so weiter.

 

Interessant sind auch die anderen NPCs, neben Trowzer. Da gibt es ein Krieger-Schwein, den Shovel-Knight als besonderer Gag, dann noch einen depressiven Einkaufswagen, eine mit Tentakeln versehene, verunfallte Forscherin und andere mehr. Sie liefern Extra-Bonus-Aufgaben, die wiederum Pagies freigeben.

Es gibt ein Hub-Level, die Fabrik von Capital B., dazu noch 5 Buch-Level, die erweiterbar sind. Damit ergibt sich eine ungefähre Spielzeit von 10 bis 15 Stunden, ganz nach Spielerbelieben.

Das wichtigste Element dabei ist aber die Umsetzung des Gameplays. Und hier kann »Yooka-Laylee« punkten. Die Steuerung ist direkt und exakt. Das gilt sowohl für die Gamepad- als auch die Keyboard-Steuerung. Nur manchmal hakt die Kamera und bietet zu wenig Überblick. Aber meist hilft das manuelle Nachjustieren.

Neben dem eigentlichen Hauptspiel existieren auch eine Handvoll Minispiele, die man auch gegen Mitspieler zocken kann.

Sehr schön ist auch, dass das Spiel sich an keiner Stelle ernst nimmt. Es gibt beispielsweise kleine Quizeinlagen, wo sich das Spiel selbst auf den Arm nimmt und es Anspielungen an das Genre und andere Games gibt. Toll!

 

Grafik und Sound:

Bei einem Plattformer der alten Schule ist das Spieldesign sehr entscheidend. Und »Yooka-Laylee« kann auch hier sehr gut mithalten.

Die Grafik ist in einer Art realistischem Comic-Stil gehalten, was bedeutet, dass die Texturen hoch aufgelöst sind, aber die Animationen der Figuren sehr comichaft wirken. Die Charaktere sind es auch, die einen Großteil des Reizes von »Yooka-Laylee« ausmachen. Die Echse und die Fledermaus sind liebevoll designt und auch die anderen Charaktere sind dermaßen knuffig, dass man als Spieler ein Dauergrinsen kaum aus dem Gesicht bekommt.

Auch die Spielwelt selbst kann man als Charakter begreifen. Jeder Fels, die Kisten und auch die knuffigen Gegner sind insgesamt mit einem großen Herzen designt.

Dazu gehören die Soundeffekte ebenso. Diese sind stimmig und passen wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge zu einem klassischen Plattformer. Einzig die Phantasie-Sprache klingt zu eintönig und geht schnell auf die Nerven. Zum Glück kann man sie abkürzen per Tastendruck.

 

Fazit:

Was für ein Revival! »Yooka-Laylee« nimmt die besten Elemente der klassischen 3D-Plattformer und hebt sie in eine neue Ära. Da passt einfach alles, bis auf Kleinigkeiten. In seinen besten Momenten erinnert es sogar an den Überflieger Psychonauts – und das ist ein besonderes Lob, das die Kenner des Genres zu würdigen wissen.

»Yooka-Laylee« ist damit perfekt für ein neues Publikum designt. Wollen wir hoffen, dass daraus eine neue Welle an 3D-Plattformern sich ergeben wird.

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Eure Meinung:

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PC-Game:

Yooka-Laylee

Team 17 / Playtonic Games, 11. April 2017

 

Erhältlich bei: steam

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Erstellt: 25.04.2017, zuletzt aktualisiert: 10.05.2019 10:50