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Zukunft ohne Menschen, Staffel 1

Filmkritik von Christel Scheja

 

Der Blick der Menschheit ist in die Zukunft gerichtet. So versucht man nicht nur das Vergangene zu bewahren, sondern auch Dinge zu schaffen, die die Zeit überdauern sollen. Doch was bleibt wirklich wie lange übrig, wenn es aus irgend einem Grund plötzlich keine Menschenseele mehr auf der Erde gäbe.

Die Doku-Reihe „Zukunft ohne Menschen“ geht dieser Frage in zehn Folgen nach. Da längst noch nicht alle Bereiche abgedeckt sind, gibt es auch eine zweite Staffel, die in Deutschland erst im August erscheinen wird.

 

Jede Folge beginnt mit der Prämisse, dass die Menschen ganz plötzlich nicht mehr da sind und keine Unfälle durch deren Verschwinden passieren. Was aber passiert mit unserer Welt, wenn Gebäude und Maschinen plötzlich nicht mehr überwacht und gewartet werden? Wie lange haben die Zeichen der Zivilisation noch Bestand?

Jede Folge geht auf einen bestimmten Aspekt ein. Was also ist mit den Toten, die zurück geblieben sind - sei es nun als ausgestellte Mumien oder aber als eingefrorene Körper, Spermien und Embryonen? Wie lange sind diese vor dem Untergang geschützt.

Das Ergebnis ist erschreckend. Ohne die menschliche Aufmerksamkeit und Hand bricht das Stromnetz schon nach einem, allerspätestens zwei Tagen zusammen. Selbst Systeme, die autark sind, weil sie durch Sonne und Wind versorgt werden, halten nicht für die Ewigkeit.

Metalle sind der Korrosion ausgesetzt, der größte Feind vieler Gebäude sind neben den Pflanzen auch der Sauerstoff, der Eisen und Stahl rosten lässt. Selbst Gegenstände, die mit einer Schutzschicht versehen sind, fallen dem Untergang anheim, wenn diese durch Wind, Sonne, Regen und Tierkot abblättern.

Eine verlassene Inseln vor der Küste Japans und auch die Geisterstädte rund um Tschernobyl beweisen, dass die Bauwerke der Zivilisation sehr schnell am Ende sind und sich schon nach knapp drei Jahrzehnten Pflanzen, Tiere und Verfall on ihnen breit macht. Nach zweihundert Jahren sind die meisten Bauwerke nur noch Schutthaufen und Ruinen, nach gut tausend so gut wie nichts mehr zu finden.

Auch unter Tieren und Pflanzen gibt es Gewinner und Verlierer. Viele hochgezüchtete Rassen sterben schnell aus, andere vermischen sich mit Wildtieren. Oft genug verdrängen eingeführte Spezies die angestammten, wie zum Beispiel die Tigerpythons die Alligatoren in den Everglades...

 

Eines behält man sehr deutlich im Kopf. Die Folgen der Serie genießen es, den Zusammenbruch von Wolkenkratzern und Sehenswürdigkeiten zu zelebrieren. Auch wenn dies aus verschiedenen Gründen passiert - keine Episode kommt ohne die genüsslich in die Länge gezogene Darstellung eines Zusammenbruchs, oft auch noch mehrfach wiederholt, aus. Dabei sind die Computeranimationen gar nicht so häufig, wie man denken mag. Oft handelt es sich auch um geschickt in die künstlich generierten Bilder integrierten Detailaufnahmen von realen Ruinen.

Immerhin beruhen die Spekulationen nicht nur auf Theorien, können die Macher doch auch auf reale Zivilisationsruinen zurückgreifen und entsprechende Vergleiche zeigen. Dadurch werden die Animationen wesentlich glaubwürdiger und nachvollziehbarer.

Die Macher lassen dabei allerdings von den Menschen in Gang gebrachte Prozesse wie die Klimaerwärmung ausser Acht und betrachten immer nur Teilbereiche, so dass kein ganz genaues Bild vom Untergang unserer Zivilisation entsteht.

Interessant ist zumindest, das selbst die ISS und viele Satelliten eines nicht für alle Ewigkeit im All bleiben, sondern auch der Erde wieder näher kommen.

Da die Serie von Amerikanern für das amerikanische Fernsehen produziert wurde, ist es auch kein Wunder, dass die meisten Beispiele aus den USA stammen. Nur hin und wieder kommen auch Bauwerke aus Europa und Asien zum Einsatz.

Alles in allem ist die Serie zwar ganz und gar nicht trocken, sondern sehr dramatisch und mitreißend umgesetzt, aber der Informationsgehalt ist nicht ganz so groß, wie er hätte sein können. Es wird doch ein wenig zu sehr auf die Schaueffekte gesetzt und letztendlich sorgt die detaillierte Sichtweise dafür, dass immer nur einzelne Bruchstücke des Verfalls betrachtet werden, so gut wie nie ein Zusammenspiel.

Immerhin reicht es aber aus, um sich ein Bild zu machen, wie eine postapokalyptische Welt aussehen könnte, wenn Geschichten vor diesem Hintergrund schreiben oder seine Rollenspielgruppe in ein solches Szenario versetzen möchte.

 

Wer ansprechend gemachte Dokumentationen mag, die einen Blick in die Zukunft der Erde wagen und mit dem „Was wäre wenn“ spielen, wird durchaus mit „Zukunft ohne Menschen“ seinen Spaß haben können. Allerdings sollte man mit dem reißerischen amerikanischen Stil zurecht kommen und Wiederholungen hinnehmen können. Für Autoren und Rollenspieler ist die Serie aber auf jeden Fall eine inspirierende Fundgrube.

 

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Oje, das hat nicht geklappt, Elfenwerk! 20230205183032292a0f8f
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DVD:

Zukunft ohne Menschen - Staffel 1

(DVD; Dokumentation; FSK 0)

10-teilige Dokumentation, USA 2009

Format: Dolby, PAL

Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0), Englisch (Dolby Digital 2.0)

Region: Region 2

Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1

Anzahl Disks: 3

FSK: Ohne Altersbeschränkung

Studio: Polyband & Toppic Video/WVG

Erscheinungstermin: 27. Mai 2011

Produktionsjahr: 2009

Spieldauer: 450 Minuten

 

ASIN: B004PKO5NO

 

Erhältlich bei: Amazon

 


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Erstellt: 23.06.2011, zuletzt aktualisiert: 02.08.2022 20:01