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Alarm für die Erde von Nicolai von Michalewsky

Reihe: Mark Brandis, Bd. 12

Rezension von Christel Scheja

 

Auch wenn die Romane der „Mark Brandis“-Reihe im Großen und Ganzen in sich geschlossen sind, so gibt es doch immer wieder welche, die einen größeren Handlungsbogen fortspinnen. Das ist auch bei „Alarm für die Erde“, den zwölften Band der Reihe der Fall. Er schließt unmittelbar an „Operation Sonnenfracht“ an, in der die Erde für die Sünden der Vergangenheit zahlen muss.

 

Bis weit ins 21. Jahrhundert hinein diente der Kilimandscharo in Afrika als Endlager für radioaktive Brennstoffe aus den Atomkraftwerken. Nun aber droht der Vulkan wieder auszubrechen. Und eines ist klar, immer wenn er Asche und Lava spuckt, dann auch Radioaktivität. Deshalb hat man versucht, so viel von dem Atommüll wie möglich zu entfernen. Allerdings gelang es nicht, alles heraus zu holen. Und so steht die westliche Welt vor einer Katastrophe. Denn nicht nur der radioaktive Fallout macht ihnen zu schaffen, auch die Tatsache, dass die Menschheit in Klassen eingeteilt wird. Wer ist so wertvoll, dass er gleich aus den Krisengebieten evakuiert wird, wer hat vielleicht das Glück, der Verstrahlung zu entkommen – und wer kann gleich auf den Tod warten.

Auch wenn die „Operation Sonnenfracht“ kein voller Erfolg war, weilt Mark mit seiner Crew immer noch in Afrika. Er soll einen Wissenschaftler finden, der vielleicht noch eine Lösung hat, um den drohenden Zusammenbruch der Vereinigten Drei Kontinente zu verhindern. Dabei bekommt er erstmals das volle Ausmaß des Grauens zu sehen – Familien, die dramatisch auseinander gerissen werden, weil ein Teil von ihnen nicht evakuierungswürdig ist, verzweifelte Mütter und wütende Volksmassen, zum Teil auch noch aufgestachelt von den „Fliegenden Löwen“, den Anhängern eines fanatischen Medizinmannes.

In ihm zerbricht etwas, er zieht sich selbst vor seiner Frau zurück und vergräbt sich in sich selbst. So ist er nicht fähig, den letzten Rettungsversuch für die Erde zu übernehmen – eine Sprengladung so in den Feuerberg zu setzen, dass er zusammenbricht und nicht länger den Atommüll im Krater ausspeit ...

 

Auch „Alarm für die Erde“ beschäftigt sich mit einem Thema, das heute aktueller denn je ist, wenn man an die Berichte von den Atommüll-Endlagern hört, die auch nicht so sicher sind, wie sie in den 1970er Jahren ausgesehen haben. Im Mark Brandis Universum sind die Menschen noch einen Schritt weiter gegangen – aber es kann auch gut sein, dass man damals Ähnliches andachte. Bei der zunehmenden Vulkanaktivität wird man in der Realität heute sicherlich Abstand davon nehmen. Nichtsdestoweniger entwirft er ein spannendes und bedrückendes Thema, zeigt, wie schnell eine solche Katastrophe eine Weltordnung zum Erschüttern bringen kann.

Dramatisch und bedrückend sind die Bilder von Müttern, die für sich und ihre Kinder den nahenden Tod vor Augen haben, anderen Menschen, die mit allen Mitteln darum kämpfen, zu überleben und mit dem Recht des Stärkeren andere umbringen und nicht zuletzt diejenigen, die gehen könnten, aber ihre Familie nicht alleine lassen wollen. Der Leser trifft auf kaltschnäuzige Wissenschaftler und Militärs, denen das egal ist, weil sie selbst sicher genug sind und den Tod nicht fürchten müssen.

Anders Mark Brandis. Er verschließt die Augen vor dem Grauen nicht und zerbricht fast daran. Erstmals erlebt der Leser auch einen schwachen Helden, der zusammenbricht und erst dann seine Angst und Zweifel überwindet, als Freunde ihr leben riskieren.

Anders als die anderen Romane ist „Alarm für die Erde“ ein Sammelsurium von kurzen Berichten und kleinen Szenen, um die Unmittelbarkeit des Geschehens deutlich zu machen.

Auch wenn vieles nüchtern und sachlich bleibt – es funktioniert, denn die Bilder im Kopf wollen einen auch nach dem Buch nicht los lassen.

 

Auch deshalb ist „Alarm für die Erde“ ein bemerkenswerter und spannender Roman aus der „Mark Brandis“ –Reihe , den man sich nicht entgehen lassen sollte.

 

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Eure Meinung:

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Buch:

Alarm für die Erde

Reihe: Mark Brandis Band 12

Autor: Nicolai von Michalewsky

Taschenbuch, 168 Seiten

Wurdack-Verlag, Februar 2010

Titelbild: Ernst Wurdack

 

ISBN-10: 3938065532

ISBN-13: 978-3938065532

 

Erhältlich bei: Amazon

 

Weitere Infos:


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Erstellt: 05.05.2010, zuletzt aktualisiert: 10.01.2019 15:22