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Aldebaran von Leo

Rezension von Bine Endruteit

 

 

Inhalt:

Wir befinden uns einige Jahrzehnte in der Zukunft. Den Menschen ist es gelungen den Planeten Aldebaran zu besiedeln. Ein Raumschiff mit insgesamt 1500 ausgewählten Mitgliedern einer neuen Kolonie ist auf dem Planeten mit den zwei Monden gelandet und nun beginnt hier eine neue Welt zu wachsen.

 

Das ist jetzt hundert Jahre her und in der Zwischenzeit ist sämtlicher Kontakt zur Erde unmöglich geworden. Die dreizehnjährige Kim wünscht sich aber nichts sehnlicher, als dass endlich ein neuer Trupp von der Erde ankommt. Sie interessiert sich mehr als all ihre Mitschüler für alles, was mit der Erde zu tun hat. Außerdem interessiert sie sich für Marc, der wiederum nur Augen für ihre Schwester hat. Doch all das wird plötzlich unbedeutend, als seltsame Ereignisse das Dorfleben durcheinander bringen. Riesige Tiere tauchen am Strand auf, das Wasser im Meer verhält sich nicht mehr so wie es sollte, es gibt plötzlich keine Fische mehr und es taucht ein Fremder im Dorf auf, der sie alle vor einer riesigen Katastrophe warnt. Es glaubt ihm niemand und schließlich gipfelt es in der kompletten Vernichtung von Kims Heimat. Nur sie, ihre Schwester und Marc überleben, ebenso wie der Fremde, der sie gewarnt hat und eine Reporterin aus der Hauptstadt Anatolia. Und genau da will auch Marc nach diesem Unglück hin. Und so kommt es, dass er etwas später mit Kim auf dem Weg dorthin ist, die anderen allerdings haben andere Pläne und sie haben sich deswegen von den beiden Jugendlichen getrennt. Für sie beginnt eine Reise voller Gefahren und Abenteuer, bei der sie immer tiefer in die Geheimnisse des Planeten und seiner ungewöhnlichen Bewohner verwickelt werden. Doch auch unter den Menschen haben sie Feinde, denn sie leben in einer Diktatur, die keine Fragen und erst recht keine rebellischen Meinungen zulässt.

 

Rezension:

"Aldebaran" ist ein Sciencefiction-Klassiker, der seinesgleichen sucht. Hier geht es mal nicht um riesige Raumschiffe, überdimensionierte Roboter und Weltraumschlachten, sondern eine eher ruhige Welt, die dafür aber umso einzigartiger ist. Der Autor Leo lässt seine Geschichte in einer Umgebung spielen, die der unseren tatsächlich relativ ähnlich ist. Dadurch dass sich auf dem Planeten Aldebaran Menschen angesiedelt haben, sind die Städte und Dörfer so, wie wir sie kennen. Es gibt Fischer, die jeden Tag aufs Meer hinausfahren um mit prall gefüllten Netzen zurückzukehren und die Menschen haben ganz normale Alltagsprobleme. Deswegen kann man sich mit den Figuren schnell identifizieren, denn es könnte genauso gut man selbst sein, der sich dort befindet. Völlig anders sind Flora und Fauna auf Aldebaran. So etwas wie Raubkatzen gibt es gar nicht, die Tiere an Land ähneln eher Dinosauriern. Da die Planetenoberfläche zu 90% mit Wasser bedeckt ist, spielt sich das meiste Leben aber im Meer ab. Hier konnte man bisher noch nicht alles erforschen und stößt immer wieder auf Überraschungen. Auf diesem Unwissen beruht ein großer Teil der Geschichte, denn eins der Mysterien des Planeten, das es zu erforschen gilt, ist ein riesiges Tier, das das gesamte Leben auf Aldebaren auf den Kopf stellt.

 

Die Geschichte ist mit viel Liebe zu den einzelnen Charakteren erzählt. Marc ist der Protagonist der Erzählung, der immer wieder selbst zu Wort kommt und den Leser an seinen Erlebnissen teilhaben lässt. In zweiten Drittel der Handlung gibt es einen zeitlich großen Sprung von 3 ½ Jahren, was dem Autor die Möglichkeit einer besonders intensiven Weiterentwicklung der Charaktere gibt, die zusätzlich alleine schon durch ihre Erlebnisse selbst geprägt werden. Man kann sich zu jeder Zeit in die Figuren hineinversetzen, was "Aldebaran" so realistisch wirken lässt.

 

Das wirklich beeindruckende ist aber die Welt selbst, die Leo hier erschaffen hat. Die Fauna, die er uns zeigt, ist absolut beeindruckend. Alleine durch ihre Größe wirken manche Tiere unglaublich faszinierend, aber auch die kleineren Wesen ziehen den Leser wegen ihrer Einzigartigkeit in ihren Bann. Man bekommt eine komplexe und in ihren Einzelheiten komplett aufeinander abgestimmte Welt gezeigt.

 

Fazit:

"Aldebaran" kann man nicht nur Comicfans, sondern auch Sciencefiction-Freunden und Lesern, die eine komplexe Welt mit glaubwürdigen Charakteren mögen, empfehlen. Mit dieser Gesamtausgabe bekommt man ein 256 Seiten starkes Meisterwerk in die Hand und das zu einem wirklich guten Preis. Wer hier nicht zugreift, ist selber schuld.

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Eure Meinung:

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Comic:

Aldebaran

Original: Aldébaran

Autor: Leo

Übersetzer: Mark O. Fischer und Johanna Stehr

Album, 256 Seiten

Epsilon, September 2010

Vorwort: Moebius

 

ISBN-10: 3932578996

ISBN-13: 978-3932578991

 

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 04.11.2010, zuletzt aktualisiert: 31.10.2019 15:39