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Alleinstehender Psychopath sucht Gleichgesinnte von Jeff Strand

Reihe: Andrew Mayhem Bd. 2

Rezension von Christel Scheja

 

Der 1970 geborene Jeff Strand entdeckte seine Liebe für das Schreiben während er noch zur Schule ging und arbeitete später darauf hin, Autor zu werden, Inzwischen hat er neben den Thrillern um „Andrew Mayhem“ bereits viele weitere Werke veröffentlicht, die sich irgendwo zwischen Krimi-Thriller und Horror bewegen und war 2007 sogar für den Bram Stoker Award nominiert.

 

Bereits in „Grabräuber gesucht“ lernte der Leser den chronisch abgebrannten Privatdetektiv und Familienvater kennen. Im Gegensatz zu vielen seiner Kollegen hat Andrew eine Frau und Kinder und muss nicht ganz am Hungertuch nagen. Aber natürlich reicht der Verdienst seiner Gattin nicht unbedingt für alle Anschaffungen aus, so dass auch er immer wieder gefragt ist, seinen Teil dazu bei zu tragen, da noch genug Rechnungen bezahlt werden wollen.

Auch diesmal müssen die Mayhems den Gürtel wieder enger schnallen, da ein Krankenhausaufenthalt ihr Budget ziemlich angekratzt hat.

Um sich einen Job an Land zu ziehen, besucht Andrew seinen Freund Roger, nicht ahnen, dass das bald der Beginn eines weiteren gefährlichen Abenteuers ist. Denn es kommt, wie es kommen muss. Ehe er sich versieht ist der Kumpel, der zuvor noch über eine störrische Katze geschimpft hat, verschwunden, und die Spur führt in eine entlegene Ecke der Everglades. Ganz offensichtlich plant jemand ein makaberes Spiel mit ihm und anderen Gefangenen.

Sehr schnell stellt sich heraus, worum es eigentlich geht, und Andrew hat keine andere Wahl, als selbst in die Maske und Identität eines Serienkillers zu schlüpfen, um an die Psychopathen zu kommen, die sich in dem einsamen Haus versammelt haben, um ihrer gemeinsamen Leidenschaft zu frönen – in möglichst bizarren Spielchen Menschen vom Leben zum Tod zu befördern?

Doch kann er seine Maske wirklich lange genug aufrecht erhalten? Oder findet er sich schneller als ihm lieb ist, selbst in der Rolle eines Opfers vor, das nun um Leib und Leben fürchten muss?

 

Im Gegensatz zu vielen seiner Kollegen braucht Jeff Strand nicht viele Worte, um seine Geschichte zu erzählen. Kurz und knackig, auf weniger als dreihundert Seiten führt er seinen ganz normalen Helden, der einzig und allein das Talent hat, das Skurrile und Makabere anzuziehen in ein weiteres böses Abenteuer, bei dem man mehr als einmal grinsen muss, bei dem aber auch oft genug das Lachen im Hals stecken bleibt, wenn der Autor anfängt, kurze Blicke in die Psyche der Antagonisten zu werfen.

Genüsslich zelebriert Jeff Strand den Wahnsinn, der hinter jeder noch so schönen und reichen Fassade lauern kann und scheut sich auch nicht Schockeffekte blutig werden zu lassen. In anderer Hinsicht steht er artig in der Tradition des Crime Noir, denn wie man sich denken kann, gelingt es dem Helden nicht unbedingt, alle Opfer zu retten, und ob er selbst ganz unbeschadet aus der Sache heraus kommt, bleibt bis zum Schluss recht offen.

Eine besonders tiefe Charakterzeichnung sollte man zwar nicht erwarten, aber es gelingt dem Autoren eine dichte Atmosphäre zu erzeugen, die vor allem Genre-Fans einen angenehmen Schauer über den Rücken rinnen lässt.

 

„Alleinstehender Psychopath sucht Gleichgesinnte“ wendet sich sicherlich nicht an zarte und harmoniesüchtige Gemüter, ist aber ein Fest für all jene, die es böse, makaber und vor allem skurril mögen und auch gegen ein wenig Splatter nichts einzuwenden haben.

 

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Roman:

Alleinstehender Psychopath sucht Gleichgesinnte

Autor: Jeff Strand

Reihe: Andrew Mayhem; Band 2

Gebunden , 272 Seiten

Otherworld, erschienen Januar 2010

Übersetzung aus dem amerikanischen Englisch von Michael Krug

ISBN-10: 3800095181

ISBN-13: 978-3800095186

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 30.03.2010, zuletzt aktualisiert: 14.09.2018 13:51