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Aquila von Thomas Gifford

Rezension von Peter Sperling

 

Klappentext:

Ein über zweihundert Jahre altes Dokument kommt überraschend ans Tageslicht. Der Student, der es entdeckt hat, wird ermordet aufgefunden. Eine junge, forsche Fernsehreporterin lässt nicht locker. Und ein armloser Geschichtsprofessor aus Harvard, Massachusetts, findet sich plötzlich im Kreuzfeuer der Geheimdienste. Gemeinsam versuchen die beiden ungleichen Verbündeten, das Geheimnis zu lüften. Sie stoßen dabei auf eine Verschwörung, welche die Grundfesten der Nation erschüttern könnte.

 

Das Umschlagbild des Taschenbuchs ist aufwändig gedruckt, der Titel sogar geprägt. Mit diesem ersten Eindruck und dem Wissen, dass er mit den 368 Seiten einen nicht übermäßig langen Roman in Händen hält, macht sich der Leser dann ans Schmökern.

Ihn erwarten die Hauptfiguren Polly Bishop (die „junge, forsche Fernsehreporterin“) und Colin Chandler (ein „harmloser Geschichtsprofessor“), die ihn nach einer kurzen Einführung (erster Mord und ein Augenzeugenbericht der Erstellung des „ über zweihundert Jahre alten Dokuments“) durch die Handlung führen. Nachdem Chandler aufgrund der Fernsehberichte über ihn und seinen ermordeten Studenten sowie der Tätigkeit zweier russischer Spione nicht mehr seiner Arbeit nachgehen kann, macht er sich mit Polly Bishop daran, die Geschichte aufzuklären. Den entscheidenden Fortschritt machen sie nach einem Anruf eines Onkels des ermordeten Studenten. Dieser erhielt das fragliche Dokument per Post und gibt es den beiden weiter. Bei ihrer waghalsigen Flucht vor verschiedenen Spionen versenken sie ein russisches Spionageboot, wobei die Besatzung und einige Männer eines amerikanischen U-Bootes ihr Leben verlieren. Da sie sich das Dokument aber durch einen Trick abjagen ließen, war das umsonst und sie stehen mit einer stark bereicherten Lebenserfahrung aber dennoch leeren Händen da. Das macht aber nichts, da der Leser von Beginn an weiß, dass es sich nur um einen Spaß zwischen den beiden Köpfen des CIA und des KGB handelt. Die Geschichte wird im Epilog abgerundet:

Im Gespräch beklagen sich die Geheimdienstchefs, dass ihre Untergebenen keinen Humor besäßen und durch ihre Ernsthaftigkeit und Morde die ganze Pointe verdorben hätten.

 

Die ursprünglich 1978 erschienene Geschichte wurde erst jetzt in einer deutschen Ausgabe veröffentlicht. Dass eine Geschichte etwas älter ist, ist grundsätzlich kein Problem. Durch seine (vermutlich) dem damaligen Zeitgeist angepasste Erzählweise und dem entsprechende Charaktere wirkt der Roman aber altbacken und überholt. Eine Überarbeitung wäre für die Neuauflage angebracht gewesen. Die „coole“ Arroganz in der Erzählhaltung, die auch vor Menschenleben nicht halt macht um eine Pointe in der Geschichte zu erzeugen, nervt schon nach der Hälfte des Romans. Dann ist auch erkennbar, dass die Handlung sich kaum logischen Gesichtspunkten verpflichtet fühlt und eher unbegründet abläuft. Auf Seite 352 beklagen die Hauptfiguren selbst die „absurde Nichtigkeit der ganzen Affäre“. Dem kann ich mich nur anschließen.

 

Fazit: Ein Buch für jemanden, dem wirklich langweilig ist.

 

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Aquila

Autor: Thomas Gifford

Broschiert: 367 Seiten

Verlag: Lübbe; Auflage: 1 (April 2004)

ISBN: 3404151186

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 29.11.2006, zuletzt aktualisiert: 14.09.2018 13:51