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Arthur und die Käsediebe von Alan Snow

Reihe: Die Monster von Rattingen

Rezension von Cronn

 

Kinderbücher, die phantasievoll sind, haben es schwer. Allzu leicht hängt man ihnen das Vorwurfs-Schild „Eskapismus“ um. So geschehen bei allen Kinderbüchern, die heute zu Recht als Klassiker bekannt sind, sei es „Pippi Langstrumpf“, „Peter Pan“ oder „Alice im Wunderland“. Stets haben es diese Art von Kinderliteraturwerke schwer, auf dem von vermeintlich pädagogisch sinnvollen Büchern dominierten Markt ihre erwachsenen Käufer zu finden. Und die sind wichtig, denn: gekauft werden die Bücher nach wie vor hauptsächlich von Erwachsenen, und diese sind nicht immer ausreichend über den Stand der Kritik hinsichtlich des Kinderbuchmarkts informiert.

Und wenn an dieser Stelle uninformierte Erwachsene auf vermeintlich gut informierte, aber pädagogische Zeigefinger-Mentalität verbreitende Buchhändler treffen, wird es für phantasievolle Kinderbücher sehr schwer.

Inzwischen hat sich aber gottlob eine recht breite Sparte an Akzeptanz innerhalb der Kritik gebildet, die Werke wie „Charlie und die Schokoladenfabrik“ von Roald Dahl und ähnliches zu schätzen wissen. Das Buch wird um seiner selbst willen geschätzt und getrennt von irgendwelchen pädagogisch vordergründigen Zielen, die explizit durchscheinen.

Als neuester Autor, der von der britischen Presse als legitimer Nachfolger von Roald Dahl gefeiert und als direkter Konkurrent zu Joanne K. Rowling angesehen wird, taucht im Fokus des Interesses Alan Snow auf.

Alan Snow ist ein britischer Illustrator, der mehr als 160 Kinderbücher illustriert hat. Mit „Die Monster von Rattingen – Arthur und die Käsediebe“ legt er sein erstes selbst verfasstes Buch vor. Es ist hierzulande im Boje Verlag erschienen.

 

Inhalt:

„Die Monster von Rattingen – Arthur und die Käsediebe“ ist der Auftakt zu einer Reihe von Büchern rund um das Städtchen Rattingen, in welchem es merkwürdig zugeht. Hier leben bizarre Kreaturen, wie beispielsweise die Schachteltrolle, die Kohlköpfe oder Rattenpiraten in mehr oder weniger Eintracht neben- und miteinander.

Hauptperson der Geschichte ist Arthur, ein Junge von ungefähr zehn Jahren. Er wohnt mit seinem Großvater unter der Erde in einer Wohnhöhle, die er nur verlässt, um in der Nacht von den Stadtbewohnern verschiedenste Lebensmittel zu stehlen.

Eines Nachts beobachtet Arthur etwas Merkwürdiges. Eine Meute von Männern auf seltsamen Pferden jagt hilflose Käse, die auf ihren zwei Beinen um ihr Leben laufen. Dabei ist die Käsejagd doch schon seit langem verboten!

Nach und nach stellt sich heraus, dass die geheime Käsegilde doch noch ihrem unheilvollen Treiben nachgeht. Doch bevor Arthur etwas dagegen unternehmen kann, muss er zu seinem Großvater unter die Erde zurück und ihm Lebensmittel bringen.

Doch was ist das?

Alle Eingänge in das unterirdische Tunnelreich sind versperrt? Ob da ebenfalls die geheime Käsegilde dahintersteckt? Arthur wird beinahe von ihnen gefangen genommen, kann sich aber zu Willibert Knabberer flüchten. Der ehemalige Rechtsanwalt erweist sich als Freund der Unterweltlinge und bietet Arthur seine Hilfe an. Schon bald sehen sich die beiden und ihre Unterweltlings-Freunde in ein bizarres Abenteuer verstrickt.

 

Kritik:

„Die Monster von Rattingen – Arthur und die Käsediebe“ ist zwar Alan Snows erster Roman, aber man merkt ihm dies nicht an. Derart voller interessanter Ideen und herrlich lustigen Charakteren ist „Die Monster von Rattingen – Arthur und die Käsediebe“, dass es eine wahre Freude ist von ihnen zu lesen.

Die Handlung entspinnt sich behutsam, was nicht verwunderlich ist, da der Roman nicht in sich abgeschlossen ist, sondern als Auftakt zu einer Reihe von Büchern gedacht ist. Auf Grund der Internet-Auftritts-Seite lässt sich eine Trilogie vermuten.

Die Sprache ist einfach gehalten und hat dennoch genügend Potential, um die Phantasie anzuregen und manchmal auch das ein oder andere Wort nachzuschlagen. Nicht jedem Kind wird beispielsweise das Wort „Treidelpfad“ bekannt sein.

Alan Snow hat sein Werk selbst bebildert. Demzufolge ist es nicht verwunderlich, dass eine breite Palette an Illustrationen im Buch zu finden sind. Das Buch ist sehr gut gestaltet. Auf jeder Seite findet sich zumindest eine kleine Illustration, manchmal sogar eine seitenfüllende Illustration. Auch die Kopf- und Fußzeilen sind in die grafische Gestaltung mit eingebunden, was einen ganz hervorragenden Eindruck macht. Dass das Buch in einem festen Hardcover-Einband geliefert wird, vervollständigt das Bild eines Werks, das mit Liebe zum Medium Buch hergestellt wurde.

 

Fazit:

„Die Monster von Rattingen – Arthur und die Käsediebe“ ist ein Werk, das in bester Tradition britischer Kinderbücher steht und mit einem Haufen bizarrer und dennoch liebenswerter Charaktere aufwarten und auch überzeugen kann. Die brilliante Aufmachung tut das übrige dazu, dass „Die Monster von Rattingen – Arthur und die Käsediebe“ auf voller Linie überzeugen kann und man auf den zweiten Band der „Monster von Rattingen“ gespannt sein darf.

 

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Arthur und die Käsediebe

Reihe: Die Monster von Rattingen

Autor: Alan Snow

Gebundene Ausgabe: 206 Seiten

Verlag: Boje; Auflage: DE. 1. Auflage (Februar 2009)

Sprache: Deutsch

ISBN-10: 3414821915

ISBN-13: 978-3414821911

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 24.02.2009, zuletzt aktualisiert: 13.08.2019 20:21