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RatCon 2003 vom 19.09. bis 21.09.03 in Dortmund

Ein Artikel von Alexander Noß

 

 

 

 

RatCon 2003

Die RatCon 2003 liegt nun einen Tag hinter mir, Zeit für einen Bericht, der für alle Nicht-Con-Gänger die wichtigsten Ereignisse einigermaßen gerafft und schnell liefert, ohne nur aus Stichworten zu bestehen.

 

Die von FanPro in Dortmund ausgetragene Veranstaltung war – wie auch die Jahre zuvor – ein voller Erfolg:

 

Schon Freitag am Spätnachmittag stand der doch nicht allzu kleine Platz vor dem Fritz -Henßler – Haus gerammelt voll mit Rollen- und Tabletopspielern, und meinen Nachfragen zufolge fanden sich unter diesen sogar einige, die es hier werden wollten.

Mein Diktiergerät nahm Phrasen wie: „Ich bin hier wegen dem Rollenspiel, aber hauptsächlich wegen der vielen Freunde und Bekanntschaften aus der Internetszene, die ich hier treffen werde“ oder „Rollenspiel, Freunde, Spaß pur!“ auf, und ich versprach mir ein schönes, sonniges Wochenende. Denn auch der Wetterbericht spielte mit: Auch am Abend und in der Nacht sanken die Temperaturen nicht groß unter die noch Tshirtfreundlichen 15 Grad, am Tag musste man häufig Schatten suchen, um es länger draußen (z.B. für eine der Spielrunden, die im Inneren keine Plätze mehr fanden und deshalb nach außen verlagert wurden) aushalten zu können.

Eben diese Spielrunden fanden sich auch sehr schnell zusammen, so dass ab knapp nach Eröffnung um 18 Uhr bis Abends (ca. 23 oder 24 Uhr) keine freien Spieltische mehr über das zentrale Vergabesystem zu beziehen waren – bis dahin beschäftigte man sich mit dem Treffen alter Bekannter (überall bildeten sich die Community – Menschenringe), dem Ausrollen von Schlafsäcken, dem Aufpumpem von Luftmatratzen oder schlicht Nichtstun und in der Abendsonne liegen. Todesmutige Spielgruppen, die sich auf Bäumen, Zäunen oder auf dem harten und sandigen Boden niederließen, waren ebenfalls zu beobachten – so auch wir.

Direkt am Freitag war bis auf das sehr erfolgreiche und durchweg sehr positiv aufgenommene Multiparallele Abenteuer kein erwähnenswertes Programm aus dem Rollenspielbereich; die Tabletopper verzogen sich aber recht bald in ihre Sphären namens MechWarrior, MageKnight und Battletech und verließen diese auch nicht, um sich unter das Pen&Paper - rollenspielende Volk zu mischen. Nachdem eine grobe Übersicht über das Programm geschaffen wurde, plante man die Seminare für die folgenden Tage vor und ich brachte den Freitag Abend bzw. die Nacht des Samstags gut hinter mich.

 

Am Samstag forderte der um 10 Uhr beginnende Workshop „Das ultimative Monster: Der Spieler“ von Hadmar von Wieser ein recht frühes Aufstehen, das jedoch vielfältig belohnt wurde: Sowohl Spieler- und Spielleitergehirn, als auch die Lachmuskeln wurden in einem gelungenen und spontanen Vortrag über die vier Typen des Rollenspielers und seine Wünsche aufs Angenehmste strapaziert, während Hadmar mit großem schauspielerischem Talent und unter Einbeziehung des zahlreich erschienenen Publikums über Crush, den Barbaren erzählte. Kaum einige Minuten Pause, setzte Hadmar von Wieser seine vielgelobten Vorträge fort: Diesmal jedoch mit Unterstützung durch Tom Finn, neben Bernhard Hennen und Karl-Heinz Witzko ebenfalls Autor des Gezeitenweltprojekts. von sich selbst, vorstellten und das Feedback und die Meinungen der Fans einholten.

Im anschließenden Interview (bald auf den einschlägigen Internetseiten zu finden, so z.B. dem Gezeitenweltforum auf dem Aventurium) mit Tom Finn und Hadmar von Wieser, geführt von Oliver P. Bayer und mir, zeigen die beiden DSA- und Gezeitenweltautoren erneut, dass sie für jede Frage der Fans eine Antwort haben – nur geben wollen sie nicht immer eine…

Über den Tag hinweg fanden sich am F-Shop-Stand (der auch die druckfrischen Erstausgaben von Stäbe, Ringe, Dschinnenlampen verkaufte) einige Autoren der neueren Phoenix – Romane ein, um sich Kritik, Lob und Unterschriftenjägern zu stellen. Der sehr sonnige Samstag klang dann in der berühmten Filmnacht aus, weshalb man am Sonntag in der Frühe die letzten verschlafenen Gesichter aus dem Kinosaal huschen und ob des hellen Lichtes im schummrigen Vorraum blinzeln sah.

 

Der letzte Tag der Con glänzte vor allem durch eins: Aufbruchsstimmung. Diese durchzieht leider – wie auch die vorigen Jahre – den ganzen Sonntag, diesmal jedoch auch kräftig von den FanPro - Mitarbeitern unterstützt, die schon vorweg Zelte einklappten und die Schoten dicht machten. Der Hauptblock des Programmes war bereits vorüber, und man wartete nur auf eins: Die Podiumsdiskussion mit der gesamten anwesenden DSA – Redax. Vorher wurde man jedoch von der Siegerehrung des inoffiziellen Abenteuerwettbewerbs Gänsekiel & Tastenschlag unterhalten, in der sowohl die Juroren (Bewältigung von vielen hundert Manuskriptseiten) als auch die Preisträger und Teilnehmer viele Arbeitsergebnisse präsentieren konnten. Während des Sonntags standen viele Fans auch bei den beiden Zeichnerinnen Caryad und Sabine Weiss, die auf Wunsch und gegen ein kleines Entgelt den eigenen Helden zeichneten.

Die Podiumsdiskussion um 15 Uhr lockte schließlich doch noch alles, was von den 2000 Besuchern auf der RatCon verblieben war, in den großen Kinosaal, schließlich bestand hier die Möglichkeit, die Ankündigungen für neues DSA – Material zu hören und selbst mitzubestimmen, welche Projekte demnächst in Angriff genommen werden sollen. Die Informationen waren im Einzelnen:

 

Ein großer Marketingbereich (Tassen, Tshirts, Schmuck, Fußmatten, Pinnwände…) wird für DSA und FanPro vom DAS - spielenden Oliver Nöll (Hersteller des EINEN RINGS) erschlossen werden: Erste Produkte (so die Aventurien Pinnwand) erzielten auf der RatCon Auktion Preise von bis zu 40 €.

 

In Zukunft werden viele alte DSA Romane bei Phoenix neu aufgelegt werden, die Heyne Romane werden mit der „Rhiana die Amazone“ nur noch als direkte Folgetitel weitergeführt werden, die einen größeren Soapfaktor haben – die bisher gewohnte Romanreihe wird Phoenix weiterführen (auch als Hardcoverausgaben), da die Heyne – Romane dem Anspruch von Autoren und Leserschaft nur selten entsprachen.

 

Im vielgefragten Bereich der DSA – Computerspiele konnte FanPro – Chef Werner Fuchs nicht viel neues vermelden: Zwar sei das Interesse weiterhin vorhanden, es fehle jedoch schlichtweg an den Mitteln und den geeigneten Partnern. Einer sei zwar „in der Hinterhand und im Gespräch“, aber die Entwicklungskosten würden such auf mindestens 2,5 Millionen € belaufen und so FanPros Kapazitäten sehr stark belasten – zu stark für den Moment.

 

Verkaufszahlen zu TDE in Amerika lagen noch nicht vor, jedoch wird demnächst „Over the Griffin Pass“, eine Übersetzung von „Über den Greifenpass“ von Thomas Finn, und „World of Aventuria“ (Geographia Aventurica) erscheinen, die Spielstein – Kampagne von Don-Schauen ist ebenfalls im Gespräch. Eigenes Material für den US Sektor ist im Moment allerdings nicht geplant und höchst spekulativ, Rückübersetzungen ins Deutsche aber auf keinen Fall geplant.

 

Nach „Götter und Dämonen“ wird es keine weiteren DSA – Boxen geben, die 4 Kernregelwerke werden allerdings möglicherweise in Kompendien (andere Zusammenstellung, selber Inhalt) für Sammler und Themeninteressierte zusammengefasst werden. Zur Spiel 2003 in Essen wird die Box erscheinen, evtl. auch als limitierte Sonderausgabe mit Unterschriften und einem kleinen Gimmick.

 

An weiteren Regelwerken folgt die Umsetzung von „Drachen, Greifen, schwarzer Lotus“ in Hardcoverform sowie die verschiedenen Regional- sowie evtl. spezifische Rassen(„Freakshow“ – Thomas Römer)bände, sofern diese nicht in den Regionalausgaben abgehandelt werden. Der Südmeerband (Piraten, Al’Anfa, etc.) wird zur Nürnberger Spielemesse 2004 erscheinen, die Thorwalausgabe danach, möglicherweise zur RatCon in einem Jahr oder zur Spiel kurz danach.

 

Das „Liber Cantiones“ ist weiterhin als „Sammlerledersonderausgabe“ geplant, die jedoch nur in kleiner Stückzahl erscheinen wird.

 

Der Anteil der Soloabenteuer wird weiter zurückgefahren werden.

 

An Abenteuern sind vorerst nur Anthologien geplant, die sich bei der Spielerschaft offenbar großer Beliebtheit erfreuen.

 

„The Next Big Thing“ in Aventurien wird etwas mit heißblütigen Wesen mit Schuppenproblem zu tun haben – es geht um die Drachen…

 

Die Überarbeitung des DSA – Lexikons wird vorerst nicht in Angriff genommen, da dieses langweilige Mammutprojekt niemand in Angriff nehmen möchte – für Leidensarbeiten wie diese fehlen dann doch Mitarbeiter und zu viel Zeit, die FanPro lieber in neues Material gesteckt sehen will.

 

DSA – Mobile lässt ebenfalls neues von sich hören: So schreibt Dr. Stefan Blanck „Die Grabräuber“, und Tom Finn an „Drachenfeuer“ – beide Abenteuer sollen noch dieses Jahr erscheinen.

 

Um 17 Uhr – also eine Stunde vor Ende der „48 Stunden Spielspass“ – verließ ich dann schließlich die RatCon und werde an dieser Stelle noch kurz etwas wiedergeben, was noch keinen Platz im obigen Bericht gefunden hat:

 

So etwa die dringende Empfehlung, statt der FHHauseigenen Cafeteria lieber die zahlreichen Imbissstuben der nahen Dortmunder Innenstadt zu stürmen – halbwarme, komplett weiße und fetttriefende unfertige Pommes sind nicht eben das, was man deliziös nennt und was auf einer Convention den knurrenden Magen beruhigt. Aber der Frühstücksteller für 3 € (immerhin 2 Brötchen + heißes Getränk) war noch annehmbar, auch wenn das Ei weggespart wurde. Dennoch boten zumindest am Samstag bestimmt 5 Bäckereien innerhalb eines Radius von ca. 800 Meter ums FHH eine gute Alternative.

 

Die Spieltischvergabe gestaltete sich dieses Jahr nach meinen Erfahrungen etwas unkomplizierter, hier hat FanPro offenbar aus den Riesendebakeln der letzten Jahre gelernt und den Service verbessert.

 

Alle anwesenden Autoren haben ein offenes Ohr für Fans – ich habe dieses Jahr mit so vielen Autoren gesprochen wie noch nie zuvor – nur anmelden sollte man sich vorher, um eine Chance zu haben und den Autoren eine zu lassen. Dann allerdings kann man nur vor spontanen, witzigen und durchaus privaten Gesprächen warnen – das Gezeitenweltinterview zog sich in meinem Falle unglaublich hin, weil Hadmar von Wieser und Tom Finn (etwas Abseits von den Con) sehr angenehm und gesprächig waren.

 

Wer immer eine bunte Palatte an Rollenspielshops (die allerdings nur ihre eigenen Produkte verkaufen und so keinen Preiskampf betreiben), Spielrunden aus fast allen Systemen und Seminare zum Rollenspiel und zur Fantasy sucht, ist auf der RatCon jedes Jahr wieder gut aufgehoben.

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Eure Meinung:

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Mehr Infos zur Ratcon findet ihr auf www.ratcon.de


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Erstellt: 29.04.2005, zuletzt aktualisiert: 10.02.2015 01:56