Fido - Gute Tote sind schwer zu finden (2006)
 
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Fido - Gute Toten sind schwer zu finden (2006)

Kurzkritik von Oliver Kotowski

 

Vor etwa zwanzig Jahren verseuchte eine Wolke aus Weltraumstaub die Erde. Dies ließ die Toten zu Zombies werden, die sich gegen die Lebenden wandten. Während des daraus resultierenden Zombiekriegs gelang dem Konzern ZomCom dank einer Erfindung Dr. Geigers ein unglaublicher Aufstieg: Mittels eines Halsbandes lassen sich die Zombies kontrollieren. Seither bewacht ZomCom die idyllisch scheinenden Orte und lässt die Zombies in Fabriken arbeiten. Der Junge Timmy Robinson (K’Sun Ray) ist nicht sonderlich beliebt: Seine Familie hat nicht mal einen Zombie, weil sein Dad Bill (Dylan Baker) Angst vor ihnen hat. Als jedoch die Bottoms die neuen Nachbarn werden, kann Timmys Mutter Helen (Carrie-Anne Moss) es nicht mehr aushalten und bestellt auch einen. Was sollen schließlich die Nachbarn denken? Immerhin ist Mr. Bottoms (Henry Czerny) ein hochdekorierter Kriegsheld und der Sicherheitschef von ZomCom. Anfangs kommt der Zombie (Billy Connolly) in der Familie nicht so gut an, doch als Timmy von den Rüpeln Roy (Aaron Brown) und Stan (Brandon Olds) bedroht wird, verscheucht der Zombie sie. Timmy freundet sich mit ihm an und nennt ihn Fido. Doch als Fidos Halsband für kurze Zeit aussetzt und er die unangenehme Mrs. Henderson (Mary Black) tötet, löst dies eine Kette turbulenter Ereignisse aus.

Andrew Currie hat eine sehr ungewöhnliche Zombiekomödie gedreht. Einerseits verwendet der Film viele Elemente einer klassischen Screwball-Komödie aus den 50er Jahren: Das Setting scheinen die späten 50er zu sein, obwohl es vermutlich eher die späten 70er sind. Die ganzen Gesellschaftsstrukturen wurden quasi eingefroren. Der schöne Schein ist wichtig, alles ist idyllisch – und man 'löst' Probleme, indem man nicht darüber spricht. Doch die Figuren sind so perfekt auf 50er getrimmt, dass sie eben auch eine sanfte Parodie auf diese Komödien sind. Vor allem, wenn sie von den Ereignissen überfordert werden. Im Laufe der Geschichte werden die Risse immer deutlicher und es wandelt sich zu einer verhaltenen, aber festen Kritik an den Strukturen. Diese wird allerdings nie formuliert, sondern leitet sich aus den Ereignissen ab. Andererseits ist es eine ambivalente Utopie, bei der Zombie Segen – als billige Arbeitskräfte – wie Fluch – als ständige Bedrohung – sind. Damit nimmt ZomCom gleich eine doppelte Schlüsselposition ein: Es schützt vor der Gefahr und stellt die Arbeitskräfte bereit. Trotz dieser großen Machtkonzentration scheint es Korruption in einem großen Ausmaß zu geben. Die Zombies bringen wiederum zwei Elemente ins Spiel: Da sie langsam und wahre Grobmotoriker sind und außerdem ausgesprochen einfältig scheinen, produzieren sie einigen Slapstick-Humor – und, wenn unkontrollierte Zombies ihr Unwesen treiben, auch einigen makabren Splatter-Humor. In diesem Zusammenhang gibt es sogar einige Momente, die ihre Spannung aus den Bedrohungsszenario ziehen. Am Ende erweist sich der Film als Möbiusband: Während es am Anfang wie eine Screwball-Komödie schien, im Wesen aber eine scharfe Kritik an die Bigotterie der Zeit richtete, ist es am Ende scheinbar postmoderne Ambivalenz, im Wesen jedoch ein ungetrübtes Happy-End der 50er.

 

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Film:

Fido - Gute Tote sind schwer zu finden

Original: Fido

Produktion: CDN 2006

Regisseur: Andrew Currie

Spieldauer: 89 min

 

Darstellerauswahl:

Carrie-Anne Moss

Billy Connolly

Dylan Baker

Kesun Loder

Sonja Bennett

Jennifer Clement

 


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Erstellt: 22.10.2010, zuletzt aktualisiert: 18.02.2015 09:32, 11119