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Nacht der Lebenden Toten (1968)

Kurzkritik von Oliver Kotowski

 

Night of the Living Dead

Barbara (Judith O’Dea) und ihr Bruder Johnny (Russell Streiner) kommen mit dem Wagen an. Johnny ist ungehalten, weil sie jedes Jahr eine mehrstündige Autofahrt zum Friedhof machen müssen, um für ihre Mutter am Grab des Vaters ein Gesteck abzulegen. Während er noch Barbara ärgert, taumelt ein alter Mann über den Friedhof. Johnny witzelt, dass der Alte gekommen sei, um Barbara zu holen – und tatsächlich attackiert er sie. Johnny kommt seiner Schwester zur Hilfe und wird im Handgemenge getötet. Voller Panik flüchtet Barbara sich in ein nahegelegenes Haus, wo sie eine grässlich verstümmelte Leiche entdeckt. Sie hat ihren Schock noch nicht überwunden, als Ben (Duane Jones) sich ebenfalls in das Haus flüchtet. Auch ihm sind ein paar Menschen, die sich höchst sonderbar benehmen auf den Fersen. Nachdem man ein paar von ihnen abgewehrt hat, kommen Harry Cooper (Karl Hardman) und Tom (Keith Wayne) aus dem Keller – sie hatten sich dort mit ihrer Familie bzw. Freundin versteckt. Mit dem neu hinzugewonnenen Handlungsspielraum steigen auch die Spannungen – Ben will das Haus gegen die Wesen verteidigen, Cooper will sich im Keller verschanzen. Unterdessen sammeln sich draußen immer mehr von diesen Dingern. Wird man die Nacht überstehen?

 

George A. Romeros Film markiert ein Ende und einen Anfang: Es ist der letzte große schwarz/weiß gedrehte Zombie-Film und der erste Kannibalen-Zombie-Film. Romeros Zombies sind aggressiv, unkontrolliert, eine echte Gefahr für die Lebenden, denn sie gieren nach deren Fleisch. Sie sind immer noch geistlos und extreme Grobmotoriker, aber sie haben eine 'Seele', auch wenn diese nur auf die Zerstörung der bestehenden Ordnung aus ist. Der Film nutzt im Wesentlichen drei Spannungsquellen. Zum einen ist da der Ekel vor den kannibalistischen Zombies, die gelegentlich vor der Kamera rohes Fleisch fressen. Dann ist da die knallharte Bedrohung für die Protagonisten, deren Hintergrund klugerweise nicht restlos aufgeklärt wird. Schließlich sind da noch die Spannungen zwischen den Protagonisten. Auch wenn Ben ein Held zu sein scheint, er ist nicht so selbstlos, wie er sich gerne präsentiert. Und er schmiedet nicht die besten Pläne. Die zweite und dritte Spannungsquelle kombiniert führen zu grauenvollen Fehlschlägen. Außerdem deuten sie eine tiefere Interpretationsebene an – die Gesellschaftskritik. So sehr die Zombies (die nie so genannte werden) als Feind gezeichnet werden, so kaltschnäuzig, zynisch und letztlich mörderisch ist die Gesellschaft der Lebenden – nicht umsonst spielt der Film mehrfach auf den Vietnam-Krieg an, der 1968 mit der Tet-Offensive gerade einen Wendepunkt zum Schlechteren für die USA genommen hatte.

 

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Eure Meinung:

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Film:

Nacht der Lebenden Toten

Original: Night of the Living Dead

Produktion: USA 1968

Regisseur: George A. Romero

Spieldauer: 96 Minuten

 

Erhältlich bei: Amazon

DarstellerInnen:

  • Duane Jones
  • Judith O'Dea
  • Karl Hardman
  • Marilyn Eastman
  • Keith Wayne
  • Judith Ridley

Eintrag in der PhilmDB:

Nacht der Lebenden Toten

Weitere Infos:


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Erstellt: 23.10.2010, zuletzt aktualisiert: 14.02.2020 14:27