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Auferstanden von Melanie Vogltanz

Reihe: Schwarzes Blut Band 1

 

Rezension von Ralf Steinberg

 

Klappentext:

Wien im Jahr 1365: Der Schwertkampf ist Elyssas geheime Leidenschaft. Als bluttrinkende Kreaturen, sogenannte Strigois, die Stadt infiltrieren und eine Spur von Gewalt, Blut und Tod hinter sich herziehen, werden Elyssas Fähigkeiten mit einem Mal überlebensnotwendig. Sie kämpft – und verliert.

Doch in einer Stadt, in der Leichen ihre Gräber verlassen, bleibt nicht alles tot, was stirbt. Elyssa kehrt zurück. Stärker. Entschlossener. Und so viel hungriger.

 

Rezension:

Wer Auferstanden von Melanie Vogltanz in den Händen hält, kann die volle Pracht des Covers genießen, denn die goldenen Linien des Titels, des Rahmens, aber vor allem des Totenkopfprofiles kommen auf einem profanen Bild nicht annähernd zur Geltung. Man muss insgeheim dem für die Autorin natürlich sehr traurigen Ärger mit ihrem alten Verlag danken, dass daraus so schöne Neuausgaben entstehen, denn bereits Schwarzmondlicht wurde aus dieser Not heraus unter der künstlerischen Ägide von Grit Richter in ein wunderschönes Gewand gekleidet. Die Fantasy-Reihe Schwarzes Blut erlebt nun im Selbstverlag und in überarbeiteter Fassung eine Wiedergeburt; die Bände 2 und 3 folgen noch in diesem Jahr.

 

»Auferstanden« folgt den Erlebnissen einer jungen Frau, die im Wien des Jahres 1365 in eine immer größer werdende Intrige um Macht und Vorherrschaft gerät. Elyssa ist eine für die Zeit sehr unabhängig denkende Frau, die sich heimlich dem Schwertkampf widmet, was ihr nach Geschlecht und Stand eigentlich streng verboten ist. Doch mit ihrem Cousin Philipp übt sie bereits seit Jahren verborgen im Wald mit einem Schwert, das sie mit sechs einem Ritter stahl. Ihre Eltern starben an der Pest, als sie drei war. Seitdem lebt sie bei ihrem Großvater, der eine Taverne betreibt und hilft ihm dabei. Ein Fremder, der sich bald als Vater Stephanus vom Orden der Dominikaner vorstellt, kommt hinter ihr Geheimnis, verrät sie aber nicht. Stattdessen wird er bald zu ihrem Begleiter, denn der Tod zieht wieder in ihr Leben: Ihr Cousing fällt einem Brand zum Opfer und die Taverne ihres Großvaters wird das Ziel eines brutalen Überfalles. Sie und Stephanus überleben, doch damit beginnen erst ihre Probleme. Auf der Suche nach einer sicheren Bleibe für Elyssa führt Philipp sie in ein Dorf, dass sie aber verwüstet vorfinden, nur der junge Messerschmied Christian entkam dem brutalen Gemetzel, das Söldner im Dienst des Herzogs Rudolf IV. verübten. Doch dann erheben sich die toten Dorfbewohner aus ihren Gräbern, sie wurden zu Strigoi, einer Art Vampire …

 

Während sich Elyssa im ersten Teil durch das Zusammenbrechen ihrer gewohnten Welt und gegen ständig auftauchende menschliche Bedrohungen kämpfen muss, ändert sich der Charakter des Buches deutlich, als sie, wie der Klappentext und der Titel des Buches bereits verraten, nach ihrem Tod wiederaufersteht. Im folgenden wird man auf einige Parallelen zur Twilight-Saga stoßen, jedoch liegt der Fokus der Autorin weniger auf irgendwelche verklemmt-erotische Verstrickungen, sondern vielmehr auf den Kampf der jungen Protagonistin um ihre Selbstbestimmung. In einer Welt voller Gewalt und Bosheit fällt es Elyssa schwer zu erkennen, welchem Teil ihres Wesens sie den größeren Raum überlassen soll. Ihr menschliches Erbe ringt mit dem Monster in ihr, das im Überlebensmodus auf der Suche nach Blut aus ihr eine gnadenlose Mörderin macht. Doch so sehr die Ereignisse ihr auch offenbaren, dass man sie nur als Spielball sieht, wehrt sie sich gegen die äußeren, aber auch ihrer eigenen, inneren Einflussnahmen.

Melanie Vogltanz zeigt hier erneut ihr großes Geschick bei der Darstellung getriebener, aber kämpferischer Frauen, deren Leben kein Zuckerschlecken ist und für die am Ende kein glitzernder Jüngling den Kussmund spitzt.

 

Garniert wird dieser blutige Selbstfindungstrip mit einer Menge Fantasy-typischer Abenteuer und einer immer breiter werdenden Hintergrundgeschichte, in die klassische Legenden eingebettet sind. Dabei versucht die Autorin, der mittelalterlichen Sprache so weit wie möglich aus dem Weg zu gehen, was der Lesbarkeit zugutekommt, jedoch hin und wieder aus der Geschichte reißt. Letztlich sind ihre Figuren moderne Charaktere und ist »Auferstanden« kein historischer Roman, sondern dicht gepackte Fantasy.

 

Fazit:

Mit der überarbeiteten Neuausgabe des ersten Bandes der Fantasy-Reihe »Schwarzes Blut« erobert sich Melanie Vogltanz mit einer spannenden Story und einer starken Protagonistin ihren Platz im Vampirregal, wo es auch durch das wunderschöne Cover hervorstechen dürfte.

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Eure Meinung:

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Buch:

Auferstanden

Reihe: Schwarzes Blut Band 1

überarbeitete Neuausgabe von Schwarzes Blut: Maleficus, 2014

Taschenbuch: 391 Seiten

Selbstverlag, 30. April 2020

Cover: Grit Richter und Vera Petruk

 

ISBN-10: 375048824X

ISBN-13: 978-3750488243

 

Erhältlich bei: Amazon

 

Kindle-ASIN: B087TFLQLX

 

Erhältlich bei: Amazon Kindle-Edition

Weitere Infos:


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Erstellt: 26.06.2020, zuletzt aktualisiert: 26.06.2020 13:46