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Ausgeblendet von Robert Cormier

Rezension von Ramona Schroller

 

Klappentext:

Im Sommer, als er 13 wird, entdeckt Paul, daß er von seinem Onkel eine geheime Gabe geerbt hat: Er kann sich unsichtbar machen, sich „ausblenden„. Die Warnungen seines Onkels, die Gabe könne auch zum Fluch werden, schlägt Paul in den Wind - bis sie ihn zu einer schlimmen Tat verleitet ...

 

Inhalt:

Paul ist 13 Jahre alt, als er an sich eine geheimnisvolle Gabe entdeckt. Er kann sich unsichtbar machen. Sein Onkel Adelard warnt ihn, doch Paul schlägt die Worte in den Wind. Bis zu jenem verhängnisvollen Tag im Dezember ...

 

Susan ist Pauls Nichte und wünscht sich nichts so sehr, wie in die Fußstapfen ihres berühmten Onkels zu treten und Schriftstellerin zu werden. Dann aber erhält sie von seiner ehemaligen Agentin ein noch unveröffentlichtes Manuskript und liest es - und beginnt an der Realität zu zweifeln ...

 

Ozzy wurde von seiner Mutter zur Adoption freigegeben direkt nach seiner Geburt. Die Frau, bei der er aufwächst, liebt ihn aber so, wie seine Mutter es nicht könnte. Doch dann stirbt sie und Ozzy ist mit seinem Stiefvater allein. Und dieser schlägt und demütigt ihn. Und gerade, als Ozzy sich geschlagen geben will, findet er heraus, daß er sich unsichtbar machen kann ...

 

Rezension:

Was kann und darf man als Erwachsener einem Heranwachsenden zumuten? Wie weit darf es gehen? Wann ist eindeutig die Grenze überschritten?

 

Diese Fragen stellte ich mir immer wieder bei der Lektüre dieses Buches. Offenbar als Jugendroman geplant, erscheint mir das Thema denn doch etwas zu schwer, die Ergebnisse der einzelnen Handlungen zu dramatisch, um von einem Kind verstanden zu werden. Ein Jugendlicher, ja, vielleicht, aber kein Kind.

 

Aber beginnen wir mit dem Anfang und besprechen den Roman. Wer sich einen Fantasy- oder Horror-Jugendroman erhofft, der wird gleich zu Anfang enttäuscht sein. Denn es handelt sich eher um eine Gesellschaftsstudie der USA zu Zeit der Weltwirtschaftskrise. Das phantastische Element geht allein von Paul aus, wirkt von Anfang an deplaziert. Und mehr als einmal habe ich mich während der Lektüre gefragt, ob er denn wirklich „ausgeblendet„ ist, oder ob da nicht eher Streiche von ihm und anderen wiedergegeben werden. Die Unsichtbarkeit ist ziemlich unglaubwürdig geschildert und tritt weit hinter dem Leben zur damaligen Zeit zurück.

 

Die phantastische Geschichte beginnt eigentlich erst im letzten Drittel des Buches und führt zu einem Kampf zwischen Paul und Ozzy, den nur einer von ihnen überleben kann. Doch auch hier bleibt der Autor hinter den Erwartungen an Fantasy oder Horror zurück. Das ganze wirkt mehr wie ein Krimi, wenn auch das „Ausblenden„ etwas glaubhafter wird zu diesem Zeitpunkt. Dennoch liegt das phantastische Element noch weit hinter dem üblichen Maß zurück, die Geschichte dehnt sich erneut zu einer Gesellschaftsstudie in den 50er oder 60er Jahren aus. Zuviel verschenktes Potenzial.

 

Das allerdings liegt nicht an den Figuren, die Cormier gekonnt zeichnet. Sie alle haben Stärken und Schwächen, sie alle bewegen sich in ihren eigenen, engen Bahnen, die die Gesellschaft ihnen vorschreibt. Ein Ausbruch aus der eigenen „Kaste„ ist nur bedingt möglich und wird, wie im Falle von Pauls älterem Bruder Armand, nicht akzeptiert.

 

Die Handlung, vor allem zu Anfang, ist gedehnt wie ein Gummiband. Echte Spannung wollte bei mir nicht aufkommen, eher das Gefühl auf einen zu altem Kaugummi herumzulutschen. Was sehr schade ist, denn, wie bereits erwähnt, zum Ende hin beschleunigt das ganze sich, endet in einem Showdown, der zwar auch nicht zur grandiosen Spitze gehört, aber immerhin einiges Tempo bringt. Dagegen wirkt der Rest des Romans behäbig und langatmig.

 

Alles in allem ein Roman, der nicht unbedingt in der Erinnerung bleiben wird, eher unterer Durchschnitt als wirkliche Spitze.

 

Eure Meinung:

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Anzeige: 1 - 1 von 1.

allgemeiner
Donnerstag, 07. Juni 2007 23:46 Uhr
Meiner Meinung nach ist dieses Buch schlichtweg unnötig. Ich musste mich regelrecht durch dieses Buch "durchquälen". Wie schon in der Rezension geschrieben wurde, hat "ausgeblendet" fast nichts mehr mit Fantasy zu tun, es ist langweilig. Auch wenn das Buch zum Schluss etwas mehr Inhalt bekommt, würde ich es niemandem empfehlen.

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Buch:

Ausgeblendet

Autor: Robert Cormier

cbt/cbj Verlag, Juli 2005

382 Seiten, Taschenbuch

 

ISBN 3570302628

 

Erhältlich bei Amazon

weitere Infos:


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Erstellt: 04.09.2005, zuletzt aktualisiert: 12.04.2019 10:59