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Battlefield 1

Rezension von Cronn

 

Mit einem Kampfschrei stürmen die Männer aus den Schützengräben in die Schlacht.

Während rund um uns Artilleriegeschosse herabkrachen und den Boden mit Explosionen aufwühlen, renne ich meinem Squadleader hinterher.

Unser Ziel ist die Mühle auf einer Anhöhe von St. Quentin. Dort sollen wir einen Flaggenpunkt erobern. Schon von Weitem sehe ich das Fernglas eines Snipers blinken und werfe mich hinter eine brandschwarze Mauer. Schon kracht der Schuss und schlägt Putz aus dem Stein. Dann stürme ich weiter, lege mich zu Boden und feuere mein auf ein Standbein aufgestelltes MG ab. Der Sniper in der Senke vor mir bleibt für immer liegen.

Weiter geht es den Hügel hinauf. Ein deutscher Riesenpanzer wälzt sich den Berg hinauf und beharkt meine Kameraden mit schwerem Geschütz. Unter den Kanonenschlägen zerfällt ein Großteil der Windmühle und erschlägt meinen Squadleader. Ich renne zu ihm hin, erwecke ihn mit einer Heilspritze.

Immer mehr meiner Kameraden kommen ebenfalls zur Windmühle. Einer kümmert sich mit panzerbrechender Munition um den Panzer, während die anderen die heranstürmenden Gegner unter Feuer nehmen. Ich suche mir einen Platz und stelle meinen Gewehrstandfuß auf. Feind nach Feind fällt unter meinem Beschuss.

Über uns brettert ein Jagdflieger hinweg. War das einer von uns? Keine Zeit darüber nachzudenken.

Schließlich haben wir die Flagge erobert!

Hurra! Wir kontrollieren alle Flaggenpunkte!

Doch was ist das?

Ein Dröhnen am Himmel!

Aus den Wolken senkt sich ein riesiger Schatten herab: Es ist ein deutscher Zeppelin!

Und bevor ich noch den Anblick bewundern kann, beharkt er uns mit seinen Flakgeschützen.

Ich muss hier weg!

Also spritze ich hoch und flanke zur Seite weg, so schnell ich kann. Dort steht ein Motorrad mit Seitenwagen. Ich werfe mich auf den Fahrersitz, warte noch auf einen Kameraden, der im Seitenwagen Platz nimmt, dann starte ich den Motor und heize umgeben von explodierenden Zeppelin-Geschossen den Hügel hinab.

Was für ein Ritt!

Doch noch sind wir nicht Sicherheit, noch haben wir die Schlacht nicht gewonnen. Die Deutschen nehmen den nächsten Flaggenpunkt ins Visier …

 

»Battlefield 1«-Screenshot
»Battlefield 1«-Screenshot

Battlefield 1 versetzt den Spieler auf die Schlachtfelder des Ersten Weltkriegs und wie man an der Einführung sieht, erzeugt das Game auf seine Weise die berühmten Battlefield-Momente und erzählt somit Geschichten.

Das schwedische Entwicklerstudio Dice hat alle Gamer mit der Ankündigung überrascht, dass das neue »Battlefield« im Ersten Weltkrieg spielt und gleichzeitig die Vorfreude auf ein recht unverbrauchtes Szenario angefeuert.

Electronic Arts hat als Publisher alles dafür getan, dass die Entwickler in Schweden genügend Zeit und finanzielle Ressourcen haben, um ein solides Spiel zu generieren. Ob das gelungen ist?

 

Sentry
Sentry

Hintergrund:

Das neue »Battlefield« hat sich die Schlachten des Ersten Weltkriegs vorgenommen. Dabei wurde bewusst auf historische Genauigkeit verzichtet und das Spielgefühl an erster Stelle gesetzt. Das soll aber nicht heißen, dass geschichtliche Hintergründe völlig falsch wären. Nein, das ist nicht der Fall. Aber das Gameplay wird als wichtiger erachtet und so sind beispielsweise die Panzer schneller auf den Karten unterwegs als sie es in der historischen Wirklichkeit waren und die Pferde halten mehr Treffer aus als in der Realität, um nur einige Beispiele zu nennen.

 

Pferde
Pferde

Wie gelungen ist das neue »Battlefield«? Kann es sich als wahrer Nachfolger zu Battlefield 3 erweisen und die Fans überzeugen? Um diese Fragen zu beantworten soll die nachfolgende Rezension einen Überblick über das gesamte »Battlefield 1«-Paket geben.

Daher soll zunächst mit der Singleplayer-Kampagne begonnen werden.

 

»Battlefield 1«-Screenshot
»Battlefield 1«-Screenshot

Singleplayer:

In der Kampagne verzichtet »Battlefield 1« bewusst auf eine durchgehende Handlung und setzt vielmehr auf sogenannte »War Stories«. Das sind fünf Mini-Kampagnen von zwei bis fünf einzelnen Maps, die aneinander gefügt wurden und kleine Geschichten erzählen.

Die Palette reicht hier vom britischen Panzerfahrer Edwards, dessen Panzerteam sich durch die Linien kämpfen muss, über das Fliegerass, das zunächst in der Luft an Bord eines Doppeldeckers unterwegs ist, sich dann aber hinter den deutschen Linien durchschlagen muss, bis hin zu einer arabischen Rebellin an der Seite von Lawrence von Arabien.

 

Die Einzelspielererfahrung ist gelungen. Sie ist nicht nur dazu da, dass man die Mechaniken des Multiplayerteils einübt, sondern erzählt in sich kleine Geschichten. Das passt auch sehr gut zum Setting Erster Weltkrieg, wo es schwierig – wenn nicht sogar unmöglich – wäre, eine Person durch alle Kriegsregionen zu führen. Einzige Ausnahme ist die Italien-Kampagne. Hier fehlen die Stärken, die Battlefield ausmachen (freie, große Maps, Fahrzeuge benutzbar) und man ist als gepanzerter Schütze zu Fuß unterwegs, wobei man in bester Moorhuhn-Manier gefühlte Tausende Gegner niedermäht. Eine solche Schießbude passt weder zum Setting noch zur eigentlichen Battlefield-DNS.

Der Rest allerdings ist durchaus gelungen, wenn auch leider zu schnell vorbei. Dennoch wagt man auch mal ruhige Momente in einem Shooter, das ist sehr löblich.

 

Zerstörung
Zerstörung

Multiplayer:

Das wahre Potential und die Langzeitmotivation von »Battlefield 1« liegt in dem Mehrspielerpart. Hier werden die meisten Gamer mit Multiplayer-Ambitionen viele Stunden versenken. Das liegt an einer ganzen Vielfalt von äußerst gelungenen Designentscheidungen.

 

Wie aus den Vorgängern bekannt, ist man als Spieler in einer von vier Klassen auf dem Schlachtfeld unterwegs: Sanitäter, Versorgungssoldat, Sturmsoldat und Späher. Jede Klasse hat ihre besonderen Eigenschaften, die man aus den Vorgängerspielen bereits kennt. Daher sollen diese nicht nochmals im Detail aufgeführt werden. Nur so viel: in einem Team sollte jede Klasse verfügbar sein, um auf jede Situation angemessen reagieren zu können.

 

Wichtig ist es, sich in »Battlefield 1« nicht als Einzelkämpfer durchschlagen zu wollen, sondern sich einem Squadteam anzuschließen. Dann spawnt man auch beim Team und ist sofort in der Schlacht. Zusätzlich kann man direkt in Flugzeugen und Panzern in die Schlacht einsteigen, wobei es verschiedene Positionen an Bord der Fahrzeuge gibt.

 

Die Modi sind ebenfalls größtenteils bekannt, z. B. der beliebte Conquest-Modus, Team-Deathmatch oder Rush. Neu ist der Operations-Modus, bei dem der Kampf über mehrere Runden und Karten geht. Da kann eine Partie durchaus mal eine Stunde dauern. Dieser Modus liefert mitsamt Conquest das intensivste Battlefield-Gefühl und ist eine sehr gelungene Neuerung von »Battlefield 1«.

Die Maps sind eine geschickte Mischung aus großen Maps (z. B. »Die Narbe von St. Quentin«) und kleineren Leveln (z. B. »Suez«), auf der vor allem der Nahkampf im Vordergrund steht.

 

Tank Hunter
Tank Hunter

Eine weitere Neuerung sind die sogenannten »Behemoths«. Das sind Fahrzeuge wie der Zeppelin oder der Panzerzug. Sie kommen dann zum Einsatz, wenn ein Team am Verlieren ist. Möglicherweise kann es dann noch mit Hilfe dieser Fahrzeuge das Schlachtenglück wenden. Die Behemoths sind dabei glücklicherweise nicht überstark, bieten aber neue taktische Möglichkeiten auf dem Schlachtfeld.

Dazu gibt es auch noch Sonderklassen bei den Soldaten. Durch das Aufsammeln von Battlepacks schlüpft man in die Rolle eines stark gepanzerten Soldaten mit MG oder in die Rolle eines Flammenwerfer-Guys. Das bringt weiteres Chaos in die Spielesessions.

 

Seine Waffen kann man ebenfalls aufrüsten, modifizieren. Auf diese Weise kann der Spieler im Laufe der Zeit sich voll auf die eigene Spielweise festlegen.

Den letzten Schliff birgt noch das Zerstörungspotential der Engine. Häuser kann man mit schweren Waffen zerlegen und damit den Gegnern Deckungsmöglichkeiten nehmen. So verändert sich ständig das Schlachtfeld.

 

Behemoth-Airship
Behemoth-Airship

Grafik und Sound:

Hinter der Oberfläche von »Battlefield 1« arbeitet die Frostbite-Engine von Dice, die bereits in »Battlefield 3« zum Einsatz kam und damals tief beeindruckte. Inzwischen sind einige Jahre vergangen, aber die Entwickler haben sich nicht auf ihren Lorbeeren ausgeruht. Dice hat die Frostbite-Engine stets weiterentwickelt, so dass nun ein wahres Bündel von grafischen Glanzleistungen zu bewundern ist.

 

Besonders gefallen kann in »Battlefield 1« neben den hochauflösenden Texturen die Lichtstimmung. Auch das dynamische Wasser und der Schlamm sind extrem beeindruckend.

In den Zwischensequenzen der Einzelspielermaps sind immer wieder hervorragende Gesichtsanimationen zu bewundern und auch die Animationen der Spielfiguren machen Laune.

Als Gesamtpaket gesehen ist »Battlefield 1« eine grafische Wucht!

Im Soundbereich muss sich das Game ebenfalls nicht verstecken. Wuchtig und vor allen Dingen klar den Richtungen zuzuordnen sind die Soundeffekte. Wer mit Kopfhörern spielt, bekommt die volle Schlachtfeld-Dröhnung. Wow!

 

Flame Trooper
Flame Trooper

Fazit:

»Battlefield 1« ist ein Hammer!

Das gesamte Spielepaket überzeugt durch grandiose Technik, gelungenen Designentscheidungen und vor allen Dingen einer Langzeitmotivation, die dafür sorgt, dass »Battlefield 1« sicher nicht in einem Monat wieder vergessen ist.

Das macht »Battlefield 1« zu einem der besten Shooter-Veröffentlichungen des Jahres 2016. Wer ein Faible für Multiplayerschlachten hat, muss unbedingt zugreifen!

 

»Battlefield 1«-Screenshot
»Battlefield 1«-Screenshot

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Eure Meinung:

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PC:

Battlefield 1

Dice / Electronic Arts, 21. Oktober 2016

Plattform : Windows 8, Windows 7

USK: 16

Bildschirmtexte: Deutsch

Anleitung: Deutsch

 

ASIN: B01F5LEC8Y

 

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:

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Erstellt: 05.11.2016, zuletzt aktualisiert: 10.05.2019 10:50