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Benjamin Piff und die Magie der Wünsche von Jason Lethcoe

Rezension von Christine Schlicht

 

Benjamin Piff ist nicht zu beneiden. Nach dem Flugzeugabsturz, bei dem seine geliebten Eltern ums Leben kamen, brachte man ihn in ein grauenvolles Waisenhaus. Dies wird von der entsetzlichen Miss Pinch geführt und der Koch Mister Roach ist für die „Disziplin“ zuständig. Das bedeutet für Ben, den sie irgendwie auf dem Kieker zu haben scheinen, dass er ständig die ekelhaften Töpfe von Mister Roach mit einer Zahnbürste schrubben darf. An seinem Geburtstag will er abhauen, doch sein Plan wird vereitelt und das einzige Geburtstagsgeschenk, ein Schokoladenkuchen, wird weggeschlossen. Doch er holt sich ein Stück, pustet die Kerze aus und wünscht sich etwas...

 

In einem Land, das nicht zu unserer Erde gehört, gibt es eine Fabrik, die nur für die Erfüllung von Wünschen da ist. Von überall werden die Wünsche aufgefangen, in kleinen Kugeln gespeichert und, wenn alle Regeln eingehalten werden, auch erfüllt. Die Regeln sind einfach, aber schwer einzuhalten. So darf man zum Beispiel auf gar keinen Fall den Wunsch anderen Leuten gegenüber aussprechen. In der Fabrik arbeiten viele verschiedene Wesen zusammen, unter anderem Dschinns, Kobolde, Elfen und auch Menschen. Wie der Leiter der Wunschabteilung für Wünsche von 3 –12 jährigen, Thomas Candlewick. Er ist der Ziehsohn des Präsidenten der Fabrik, Leonardo Snifflewiffle und muss sich beständigen Intrigen seines Stiefbruders Simon erwehren. Gerade hat er eine Gruppe Lernlinge eingewiesen, als eine Konferenz anberaumt wird. Als Snifflewiffle ihn zum neuen Präsidenten ernennt, geschieht die Katastrophe: Jemand wünscht sich den Wunsch der Wünsche – unendliche viele Wünsche frei zu haben – und hält auch noch die Regeln eisern ein!

 

Benjamin ahnt von alledem nichts, auch nicht von der Katastrophe, die er mit seinen Wünschen anrichtet, denn für jeden zusätzlichen Wunsch, zerplatzt der Traum eines anderen Menschen. Er sorgt nur für andere Verhältnisse im Waisenhaus und will endlich einmal auch etwas vom Leben haben. Das er damit die Wunschwirkwerke an den Rand ihrer Kapazität bringt und vor allem mit seiner Wunschkugel ein mächtiges magisches Werkzeug geschaffen hat, ahnt er nicht.

 

Während Candlewick versucht, den Schaden zu begrenzen und Ben dazu bringen will, seinen Wunsch zurückzunehmen, wird die Kugel von Simon entwendet und in die Fluchwirkwerke von Adolphus Thornblood gebracht. Der hat eine Fluchorgel entwickelt, die Flüche mächtiger als gute Wünsche machen kann.

 

Eine erbitterte Schlacht zwischen den beiden Fabriken entbrennt, und Ben ist mittendrin, denn es gibt nur noch eine Chance: Er muss seine Wunschkugel zurückholen und seinen Wunsch negieren. Inzwischen wird die Fluchorgel fleißig genutzt und die Menschen haben darunter zu leiden. Und dann ist da immer noch Bens sehnlichster Wunsch – seine Eltern mögen wieder zurückkehren.

 

 

 

Taschentücher auspacken, denn hier fließt garantiert die ein oder andere Träne. Vor Lachen oder – hauptsächlich – vor Rührung. Dieses Buch legt man nicht mehr aus der Hand, wenn man es angefangen hat. Es ist einfach eine wundervolle Geschichte zum Mitfiebern, mitlachen, mitweinen und mitträumen mit liebevoll gestalteten Protagonisten, deren Motivationen jeder nachvollziehen kann und die dem Leser dadurch sofort und stark ans Herz wachsen.

 

Die Sprache ist kindgerecht und daher trotz der Menge an Text auch schon für nicht allzu lesefaule 8-jährige zu bewältigen. Vielleicht sogar ein bisschen lehrreich für alle die Kinder, die in ihren Wünschen etwas zu maßlos sind. Und vielleicht lernen sie das Träumen wieder und lernen dadurch die wahre Magie von Wünschen wieder. Wie egoistisch darf man sein und darf man das eigene Glück über das von anderen stellen? Selbst wenn man nicht weiß, was man anderen damit antut?

 

Die Innenillustrationen sind ebenso liebevoll gemacht und man sieht deutlich, dass der Autor lange in Animationsstudios gearbeitet hat, wenn auch als eben solcher, als Autor und nicht als Grafiker. Trotz des skizzenhaften Charakters der Zeichnungen erkennt man alles ganz genau und kann die Emotionen der Dargestellten ablesen. Dafür bleibt der Hintergrund, das Setting, undeutlich, damit auch das eigene Kopfkino nicht verstaubt.

 

Einfach Traumhaft, da regt sich der dringende Wunsch nach einer Verfilmung für die Kinder, die nicht mehr lesen mögen.

 

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Benjamin Piff und die Magie der Wünsche

Autor: Jason Lethcoe

Gebundene Ausgabe: 288 Seiten

Verlag: Loewe Verlag GmbH (Januar 2008)

Sprache: Deutsch

ISBN-10: 378556211X

ISBN-13: 978-3785562116

Aus dem Amerikanischen von Martin Baresch

Mit Innenillustrationen vom Autor selbst, Umschlagillustration: Kirill Chelushkin

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 06.02.2008, zuletzt aktualisiert: 13.08.2019 20:21