Zurück zur Startseite


  Platzhalter

Besessen von Jennifer Armintrout

Reihe: Blutsbande Band 2

Rezension von Carina Schöning

 

„Besessen“ ist der zweite Teil aus der „Blutsbande“-Reihe der amerikanischen Autorin Jennifer Armintrout, die selbst in Michigan/ USA eine Zeitlang in der Pathologie eines Krankenhauses gearbeitet hat und sich laut eigenen Angaben davon stark inspirieren ließ. Mittlerweile umfasst ihre düstere Vampir-Saga in den USA schon vier Bände.

 

In dem Vorgänger „Die Verwandlung“ musste die frühere Ärztin Carrie Ames ebendiese durchmachen. Während ihrer Nachtschicht in der Notaufnahme eines Krankenhauses wurde sie von einem Vampir angegriffen und gebissen. Schnell musste sie feststellen, dass die Legenden und Geschichten rund um Vampire doch wahr sind. Nathan, der charismatische und gutaussehende Besitzer eines Esoterik-Buchladens klärt sie jedoch auf, dass ein Leben als Vampir auch halbwegs friedlich und ohne unnötige Morde und Grausamkeiten verlaufen kann. Das titelgebende „Blutsband“ zieht Carrie jedoch beständig zu ihrem wahren Schöpfer Cyrus, der scheinbar das genaue Gegenteil von Nathan ist und mit sadistischer Freude Menschen und Vampire gleichermaßen quält. In der „Silvesternacht der Vampire“ kommt es zu dem finalen Kampf und Cyrus stirbt durch Carries Hand.

 

Knapp zwei Monate sind seitdem vergangen und mittlerweile wohnen Nathan und Carrie wie ein gewöhnliches, menschliches Pärchen zusammen. Doch nicht immer läuft alles rund. Nathan hat immer noch Gewissensbisse und Schuldgefühle wegen dem selbstverschuldeten Tod seiner früheren Frau und Carrie wird seit dem Vorfall regelmäßig von seltsamen Träumen heimgesucht.

Eines Abends überrascht sie ihn im Buchladen und wird von ihm plötzlich angegriffen. Sein Körper ist übersäht mit glühenden Zeichen und nur durch ihren Körpergeruch erkennst er sie wieder und flieht. Entsetzt und geschockt wendet sich Carrie an den einzigen Freund von Nathan, Max Harrison, der ausgerecht für eine Vampir-Bewegung arbeitet, die gefährliche Vampire jagt und tötet. Nach einem kurzen Abstecher ins Hauptquartier der Bewegung in Madrid steht auch das weitere Vorgehen fest: Nathan ist besessen und dadurch für Menschen und Vampire zu gefährlich. Max selbst erhält den Exekutierungsbefehl für ihn.

 

Zur gleichen Zeit erwacht mitten im heißen „Death Valley“ in Nevada/ USA der brutale Vampir Cyrus in einem menschlichen Körper. Die Fangs, eine Mischung aus alkoholbegeisterten Rockern, Motorradgangstern und okkulten Vampiren, haben ihn erfolgreich zurück aus dem Totenreich geholt. In einer kleinen und verlassenen Kirche halten sie ihn nun zusammen mit einer menschlichen Dienerin gefangen und warten auf weitere Anweisungen von dem mächtigen Souleater, Cyrus´ eigener Vater.

 

Hinter dem ansprechenden Cover von „Besessen“ verbirgt sich logischerweise ein weiterer Urban Fantasy-Roman mit den üblichen Verdächtigen wie Vampire, Hexen und jetzt neu: auch Werwölfe. Das Genre boomt geradezu und wenn man sich die geplanten Neuerscheinungen für 2009 anguckt, tritt bald eine ähnliche Übersättigung des Marktes ein, wie es auch die Tolkien -inspirierten „Völker-Romane“ durchmachen mussten. Der zweite Teil der Reihe bietet wieder die gewohnte Mischung aus etwas Abenteuer und Action zusammen mit ein wenig Liebe, Erotik und viel Herzschmerz. Dabei ist die Grundidee des Romans wirklich nicht schlecht, aber es hapert hier und da an der Ausführung. Nach einem gelungen Auftakt flacht die Handlung schnell ab und es passiert im Grunde nicht mehr viel im Roman. Die wenigen Actionszenen werden kurz abgewickelt und im Vordergrund stehen diesmal die Figuren und ihre (aufgesetzten?) Gefühle füreinander. Seitenlange Überlegungen und Gedanken über Schuld und Unschuld machen den Roman insgesamt etwas langatmig und uninteressant. Besonders störend sind dabei auch einige charakterliche Unstimmigkeiten. So wurde im ersten Teil „Die Verwandlung“ die ehemals gefühlskalte und extrem ehrgeizige Carrie immer warmherziger und sympathischer. Hier schwafelt sie jedoch nur noch über ihre scheinbar unendlichen Liebe zu Nathan, um dann mitten in den Geschehnissen doch wieder mit Cyrus ins Bett zu steigen? Der wiederum hat nach seiner plötzlichen Wiederauferstehung eine 180 Grad Drehung durchgemacht und bereut seine bisherige Lebensweise. Das Ganze geht in dem Roman jedoch zu einfach und schnell vonstatten, um halbwegs glaubwürdig zu wirken. Der interessante Souleater taucht nur am Rande auf und auch das Geschehen um Nathan wird leider nur kurz und oberflächlich abgewickelt. Einziger Lichtblick ist da noch der sympathische Womanizer und Auftragskiller Max, der mehr als nur berufliches Interesse an seiner Kollegin und eigentlich verhassten Werwolfdame Bella entwickelt und so für etwas Spannung und Abwechslung sorgt. Der Rest der Handlung zieht sich leider ohne wirklichen Höhepunkt hin und endet dann eher abrupt. Ein sehr offen gehaltenes Ende sorgt am Schluss für Enttäuschung und lässt gleichzeitig viel Raum für Spekulationen.

 

Insgesamt ist „Besessen“ ein eher durchschnittlicher Vampir-Roman, der zwar gute Ideen hat, diese aber nicht richtig nutzt. Fans des ersten Teils können hier bedenkenlos zugreifen, während alle anderen Leser diesen Teil der „Blutsbande“- Reihe auch einfach überspringen und gleich zum nächsten Teil greifen könnten.

 

Zum Seitenanfang

Eure Meinung:


Keine Einträge
Keine alten Kommentare vorhanden.

Zum Seitenanfang

Platzhalter

Besessen

Reihe: Blutsbande Band 2

Autor: Jennifer Armintrout

Deutsche Erstausgabe 2008

Amerikanische Original Ausgabe 2007 „Blood Ties Book 2 – Possession“

Übersetzung Lisa Kuppler

Mira Taschenbücher/ Cora Verlag

Taschenbuch, 476 Seiten

ISBN 978-3-89941-505-6

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


Platzhalter
Platzhalter
Erstellt: 07.01.2009, zuletzt aktualisiert: 05.10.2018 18:46