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Betwixt – Zwischen zwei Welten von Tara Bray Smith

Rezension von Tamara Nahm

 

Zusammenfassung:

Als sie erfahren, dass sie Feenwesen sind, geraten drei Jugendliche in einen gefährlichen Strudel aus Macht, Tod und Verrat. Während Ondine sich verleugnet und Nix lernen muss, mit seiner Gabe zurecht zu kommen, wählt Morgan den einfachen Weg und verrät ihre Freundin an einen Schnitter namens Bleek, der sie zum heranzüchten einer neuen, vollkommeneren Rasse benötigt.

 

 

Inhalt:

Nix, Ondine und Morgan sind anders als die Teenager in ihrem Alter. Vor allem Nix entfernt sich immer mehr von anderen Menschen, denn er sieht sich als eine Art Todesengel. Ein Ausgeschlossener, der jedem den Tod bringt wenn er sich nur zu lange in Gesellschaft der selben Personen befindet. Mit Dust, einer harmlos scheinenden Partydroge, verscheucht er seine quälenden Träume und hält sich mit Aushilfsjobs über Wasser. Nach Jahren der Reise von Alaska nach Portland, immer auf der Flucht vor seinem eigenen, todbringenden Schicksal, glaubt er in Ondine eine Seelenverwandte gefunden zu haben. Auf einer Party treffen die drei auf den mystischen James Motherwell. Einen berüchtigten Drogendealer, der sie auf eine unter den Jugendlichen schon ungeduldig erwartete Veranstaltung einlädt: Den Ring Of Fire.

In der Zeit bis zum Ring Of Fire – niemand weiß genau, wo er stattfinden soll und was man sich genau darunter vorzustellen hat – knüpfen Nix und Ondine eine enge Bindung zueinander. Morgan hingegen bleibt Außen vor, verbringt ihre Freizeit in dem Kunstkurs von Raphael Inman, Vater von Moth und Bleek, den sie genau wie Ondine besucht, und beäugt eifersüchtig die aufkeimende Beziehung zwischen Neve und K.A., ihrem kleinen Bruder. Die selbe Neve war jedoch noch am Abend der Party an Tim Bleeks Hals gehangen. Ebenfalls Drogendealer.

Der Tag des Ring Of Fire ist angebrochen. Nix und Ondine hören, wie Viv, eine in ihren Augen höchst eigenartige Frau, zu ihnen spricht. Sie erzählt der Masse, dass sie nicht so seien, wie andere Menschen. Dass in ihren Körpern Feenwesen leben würden, die sich auf den Exitus vorbereiten – den Übergang von dieser Welt nach Novala, einer Art Nirwana in der die Feen in ihnen zu Hause sind und die menschlichen Körper auf der Erde weiter existieren.

Als jedoch ein Junge beim Exitus ums Leben kommt, löst sich der Ring Of Fire auf. Doch nur Ondine hat die gesamte Rede von Viv anhören können. Nix hat sich schon direkt nach dem Tod des Jungen vom Schauplatz entfernt und trifft im umgebenden Wald auf Bleek, der eine völlig mit Drogen vollgepumpte Neve bei sich hat. Nachdem er das Mädchen aus den Fängen des Dealers befreit hat, beschließt er, sie zurück zu ihrem Vater zu bringen.

Morgan indes trifft nach dem Unglück auf Viv. Im Gegensatz zu Ondine, die sich gegen das Gehörte sträubt, glaubt Morgan der Fremden. Sie ist begierig darauf, sich auf ihren eigenen Exidus vor zu bereiten.

Viv erzählt dem jungen Mädchen von Novala, von Zwittern, also Geschöpfen wie Nix, Ondine, Morgan uns ihr selbst, in denen ein Feenwesen lebt und von Schnittern. Schnitter sind Zwitter, die die Erde nicht verlassen wollen. Sie leben unter uns und zehren ihre Hüllen mehr und mehr auf. Schnitter sind die Feinde aller guten Zwitter. Was sie dem Mädchen jedoch nicht anvertraut ist, dass sie, ein Feenwesen, die leibliche Mutter von Ondine ist und Morgans Freundin somit ein Wechselbalg ist – viel mächtiger als normale Zwitter, da sie ungemein länger leben.

Viv ernennt Moth, einen gescheiterten Zwitter, zum Lehrer der Drei.

Nix lernt alleine, seine ihm unheimlichen Kräfte zu kontrollieren. Ohne es wirklich zu wollen, verschiebt er einen Flammenring auf eine andere Person. Während Ondine sich noch immer nicht mir ihrem Schicksal abfinden möchte, trifft sich Morgan heimlich mit Bleek, der ihr Macht verspricht, wenn er von ihr anstatt von Moth lernt. Das Mädchen kann das Angebot nicht abschlagen und willigt schließlich ein, Bleek die junge Neve auszuhändigen, die ihr aufgrund deren Beziehung zu ihrem Bruder schon lange ein Dorn im Auge war.

Seine Pläne verfolgend verschanzt sich Bleek mit seiner Geisel in die berüchtigten Shanghai-Tunnel der Stadt. Mit dem Ziel, ein ebenso mächtiges Wechselbalg zu zeugen wie Ondine es ist, schwängert er Neve in dem Wissen, dass Nix und die anderen kommen werden, um sie zu retten.

Ondine indes ist zu ihren Eltern nach Chicago geflogen. Als sie dort von Viv erfährt, dass Schnitter sie umbringen wollen, versucht sie noch sich in Sicherheit zu bringen, wird aber dennoch von ihnen gefasst. Mit ihrem Blut versprechen sie sich, weitere Wechselbälger heranzüchten zu können doch Ondine erweist sich als zäher als gedacht und kommt mit dem Leben davon.

In den Tunneln angekommen entbrennt ein letzter Kampf zwischen Bleek und Nix. Beide kommen um, als Nix seine Kräfte freisetzt und Neve wird ihr Kind austragen müssen, während sich die Wege der Überlebenden zerstreuen.

 

 

Zitat:

1. Buch; 4. Kapitel; Seite 70 – 71:

Seit sie ein kleines Mädchen war, fürchtete sich Morgan vor dem Wald. K.A. und seine Freunde hatten ich fast jeden Tag dort herumgetrieben, sie hatten Baumhäuser aus Ästen und aus Brettern gebaut, die sie sich aus den Werkzeugschuppen der Nachbarn geklaut hatten, sie hatten Frösche gefangen, sie hatten Cowboy und Indianer gespielt. Ein paar Mal war Morgan mitgegangen und dabei nahe bei ihrem Bruder geblieben. Er hatte sie gewähren lassen, aber Jungs sind nun mal Jungs und einmal hatten sie ihr einen Streich gespielt. Sie waren wie vom Erdboden verschluckt gewesen. Das grüne Dämmerlicht um sie herum hatte sie verschluckt. Obwohl sie da im Wald ganz allein gewesen war, hatte sie sich trotzdem nicht allein gefühlt. Der Wald war voller Leben gewesen, von einer wirbelnden Gegenwart erfüllt – einer vielfachen Anwesenheit. Sie hatte Eulen gehört und gewusst, dass es Eilen waren. Sie hatte das Knacken der Bäume im Wind gehört. Sie hatte sogar das unterdrückte Lachen ihres Bruders und seiner Freunde hören können, irgendwo im Unterholz versteckt. Aber was ihr einen Schrecken eingejagt hatte – und weshalb sie sich vorgenommen hatte, niemals allein im Wald zu bleiben -, war das Flüstern gewesen. Ein lispelnder Wirbel, seltsame Laute, von denen sie wusste, dass nur sie allein sie hören konnte. Die flüsternden Stimmen schienen sie zu rufen. Mein Liebes, konnte sie vernehmen. Mein Schatz, in einem grässlichen Singsang. Ihr eigener Name in einer glockenhellen Stimme, heller als selbst die kleinsten Kinder rufen konnten, aber in einem Tonfall, wie ihn Kinder niemals hatten.

Morgana.

 

 

Kritik:

Die Autorin ist die individuelle Gestaltung ihrer verschiedenen Charaktere gut gelungen. So ist Nix eindeutig als eine nachdenkliche, zurückgezogene Person einzuordnen, während Ondine bodenständig ist und Morgan zu impulsiven, schlecht überdachten Handlungen neigt. Sie hat nicht zu viele Personen in die Geschichte mit eingebracht, was schnell zu einem unübersichtlichen Wirrwarr hätte führen können. Das stellt eindeutig einen Pluspunkt gegenüber vielen anderen Fantasybüchern dar.

 

Der Schreibstil Smiths ist durchgehend flüssig und auch relativ leicht Verständlich. Gegen Ende des Buches musste ich allerdings mehrere Stellen zweimal lesen, um deren Sinn zu verstehen. Ob das an den nervigen Ansagen der Deutschen Bahn lag oder an dem Zusammentreffen aller Hauptpersonen im Finale – ich weiß es nicht. Wahrscheinlich haben beide Faktoren ihren Teil zu der leichten Verwirrung beigetragen.

Auch innerhalb der einzelnen Kapitel wechselt die Schreiberin die Perspektive. Zwar immer in der dritten Person, doch wechselnd zwischen Ondine, Nix, Morgan, Moth oder Raphael. Dies ist auch unbedingt nötig, da der Leser sich sonst nur schlecht über die Absichten der Personen informieren könnte.

Das Buch ist des Weiteren in fünf Teilbücher unterteilt, was Handlungstechnisch nicht von Nöten gewesen wäre, da ich keine bemerkenswerten Sinnabschnitte in der Geschichte ausmachen konnte.

 

Die Handlung schreitet allgemein relativ langsam voran, was durch die eben erwähnten Perspektivenwechsel zurückzuführen wäre. Die Geschichte wirkt dadurch keinesfalls langweilig doch ich muss sagen, dass in dem Roman schlicht und ergreifend wenig passiert. Die drei Jugendlichen des neuen Ringes treffen aufeinander, erleben den Ring Of Fire, machen erste Erfahrungen mit ihren Kräften. Danach entführt Bleek die wehrlose Neve und es findet ein Finale in den Tunneln der Stadt statt. Die Punkte, die die Haupthandlung ausmachen.

Das offene Ende passt jedoch gut und schafft eine nachdenkliche, melancholische Stimmung, die gut zu dem Schicksal der Menschen passen will.

 

 

Fazit:

Auch wenn es natürlich kein Meisterwerk ist, bietet „Betwixt“ eine etwas andere Fantasy. Weg von den Feen mit Flügelchen und kleinen Zauberstab in der Hand. Eine Abwechslung, die viele Leser ansprechen wird. Ob man knapp 19 Euro für das Buch ausgeben will oder lieber auf die Taschenbuchausgabe wartet, bleibt jedem selbst überlassen, denn das Buch ist kein Muss in den Bücherregalen. An Fantasie und Mut, etwas Neues auszuprobieren, mangelt es Tara Bray Smith auf jeden Fall nicht, doch die schleichende Handlung ist – aus meiner Sicht – ein Manko.

In einem Satz: Der Roman war angenehm zu Lesen, ich war am Ende jedoch auch froh, als ich ihn zur Seite legen konnte.

 

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Betwixt – Zwischen zwei Welten

Autor: Tara Bray Smith

Originaltitel: Betwixt

Originalverlag: Little, Brown and Company, New York

Übersetzerin: Bernadette Ott

Verlag: cbt

Erscheinungsdatum: Juli 2008

Seitenzahl: 539

ISBN: 978-3-570-13416-0

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 21.08.2008, zuletzt aktualisiert: 10.09.2019 19:06