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Biien - Der Schatten: Die Toten Felder

Reihe: Biien – Der Schatten Bd. 2

Rezension von Martina Klein

 

Das Heft beginnt mit den folgenden einführenden Worten:

 

„Eine uralte, ehemals hochentwickelte Welt, die den Zenit ihrer Entwicklung schon lange hinter sich gelassen hat. Inselartige befestigte Städte aus rußgeschwärztem Stein inmitten ausgedehnter, verwüsteter Landschaften, in denen die Naturgesetze nicht mehr gelten. Überreste längst vergessener Kriege zwischen den Wesen anderer Realitätsebenen...

Dies ist die Endzeit, wo Biien seine Abenteuer erlebt. Viele nennen ihn ehrfurchtsvoll „Der Schatten“. Andere etwas weniger ehrfurchtsvoll auch „gelbäugiger Hurensohn“ und Schlimmeres. Es kann nicht schaden, in einer schlechten Welt einen schlechten Ruf zu haben. Biien ist ein berüchtigter und begnadeter Dieb, ein vielversprechender Lügner, ein geschickter Kämpfer mit allem, was eine scharfgeschliffene Klinge hat und ein erbärmlicher Flötenspieler (letzteres wird dem geneigten Leser diesmal allerdings noch nicht zugemutet). Und obwohl er stets freundlich ist und es darauf anlegt, Ärger aus dem Weg zu gehen, kommt es bei seinen Unternehmungen immer wieder vor, dass Biien ein Problem hat, zum Beispiel mit humorlosen Händlern, raffgierigen Kopfgeldjägern, machtdurstigen Zauberern oder aber erschreckend einfallsreichen, wahnsinnigen Wesen aus der Zwischenzeit. Wenn es aber so richtig brenzlig wird, vertraut unser Held nicht allein auf sein reichhaltiges Arsenal an verborgenen Waffen, sondern viel mehr auf die Tatsache, dass er es mit schier silberner Zunge mühelos fertig bringt, Eskimos Kühlschränke zu verkaufen.“

 

In den Ebenen, in den Biien lebt, ist immer Nacht, auch das Licht scheint zu ahnen, dass diese Welt ihren Zenit bereits überschritten hat. Dementsprechend mies drauf sind die meisten ihrer Bewohner.

 

Die Geschichte, die in diesem Heft erzählt wird, beginnt damit, dass Biien von einer Auftragskillerin (später erfahren wir, dass sie den Namen Tayree trägt) verfolgt wird. Jedoch kann sie ihren Auftrag nicht ausführen, da Biien sie vorher überwältigen kann. ... Woraufhin sie beschließen, zusammen einen trinken zu gehen...! Naja, aus dem einen werden dann viele, und bald schon sind sie ziemlich besoffen...

 

Während der durchzechten Nacht erzählt die Fremde Biien ein bisschen von sich: Z.B. hat sie während eines ihrer zahlreichen Kämpfe ihr rechtes Auge verloren. Jetzt zieren ein andersfarbiges Auge und eine markante Narbe ihr ansonsten wunderschönes Gesicht. Die beiden mit allen Wassern gewaschenen Überlebenskünstler verstehen sich auf Anhieb prächtig.

 

Am nächsten Morgen betritt eine andere, noch viel schönere Frau die Bühne, bzw. die heruntergekommene Bar, in der Biien mit seiner neuen Freundin Tayree sitzt. Sie hat einen Auftrag für Biien, den Meisterdieb...:

 

Er soll einen Schatz finden und zu ihr bringen, und zwar aus einem geheimnisvollen Turm auf den Toten Feldern, die sie ihm wie folgt beschreibt: „Unsere Welt ist dort fadenscheinig wie ein alter Teppich. Aus den Löchern kriechen böse Geister.“ Was für Biien ungefähr so viel bedeutet, als dass dieser Auftrag äußerst gefährlich zu sein scheint. Was ihn natürlich nur noch umso mehr reizt (neben der schönen Auftraggeberin natürlich...). Sehr zum Ärger von Tayree willigt Biien ein und folgt der schönen Fremden, die sich als Tigrabi vorgestellt hat.

 

Schnell kommen sie sich näher, und Tigrabi erzählt Biien beim Sex mehr über den geheimnisvollen Turm: „Jeden ersten Tag im Monat erscheint der Turm an einer bestimmten Stelle. Er ist wie eine Zeitspalte, in der sich ungeheure Schätze aus namenlosen Welten angesammelt haben. Ich kann ein wenig zaubern, deswegen konnte ich einen genauen Lageplan der Schatzkammer erstellen. Du kletterst rein und holst, soviel du tragen kannst.“

 

Sie brechen auf zum Turm. Biien obliegt es – als Meisterdieb!... Und natürlich, weil Tigrabi viel zu schlau ist, sich ebenfalls dieser Gefahr auszusetzen...! – alleine den Turm hochzuklettern und einzubrechen. Das hohe Gebäude scheint von innen viel größer zu sein als von außen. Da es durch Raum und Zeit wandert, hat Biien nur eine Stunde Zeit, dann wird der Turm wieder verschwinden, bzw. weiterwandern.

 

Nach einem kurzen Kampf gegen eine Wächterin findet er die unermesslichen Schätze, von denen Tigrabi sprach. Nachdem er einiges davon für sich selbst abgezweigt und in einem Geheimfach seiner Jacke versteckt hat, schnappt er sich – genau wie sein Auftrag lautet – soviel von den Reichtümern, wie er tragen kann. Gerade, als er wieder aufbrechen will, taucht die Wächterin wieder auf. Im letzten Moment kann er fliehen. Beim Sturz von dem wirklich sehr hohen Turm bricht er sich das Bein. Dennoch erreicht er mit seiner Beute seine Auftraggeberin.

 

Tigrabi will ihn austricksen. Naja, sie versucht es zumindest... Sie will ihm die Fluchtmöglichkeit nehmen, um aus dieser unwirtlichen Gegend zu verschwinden. Er ist aber schlauer als sie und trickst zurück. Sie haut ab (ohne ihren Anteil an der Beute!!), und er kämpft sich alleine und mit gebrochenem Bein voran in Richtung Heimat.

 

Als er schließlich bedroht wird von drei fremden Angreifern, kommt ihm seine „Fast-Mörderin“ von Anfang der Geschichte zur Hilfe... Zum Dank teilt er sich schließlich mit ihr die Beute, womit die Geschichte endet.

 

In einer Art von Epilog folgt danach noch eine zweiseitige Geschichte mit dem Titel „Blumenkinder“: Mit eingegipstem Bein betreibt Biien einen kleinen Blumenstand. Die Blumen lässt er sich von einem Mädchen von frischen Gräbern klauen, um sie dann weiterzuverkaufen. Schließlich kommen die beklauten Toten an seinen Stand... Die Pointe wird hier aber nicht verraten!

 

Das Heft schließt mit einer „Endzeit-Gallerie“: Sie enthält Zeichnungen, die andere Künstler von Biien (Guido Neukamm nennt ihn übrigens selbst den „gelbäugigen Hurensohn“!) gemacht haben. Wirklich nette Idee!

 

Grafik:

 

Guido Neukamm selbst erklärt hinten im Heft bezüglich seines Zeichenstils: „Zeichnerisch hatte ich mich damals eigens für den gelbäugigen Hurensohn von einem recht realistischen Stil in Temperatusche (satte drei Tage Arbeit pro Seite) verabschiedet und mich fasziniert von Zeichnern wie Mike Mignola auf abstraktere, eckige Formen gestürzt, mit starken Outlines und einer Computercolorierung, bei der ich nicht immer zweimal inken muss (dauert die halbe Zeit). Das mit den extremen Perspektiven der Anfangstage ließ ich bleiben, nachdem mir zu viele Leute sagten, das Ganze sehe aus, als habe ich mich vermalt. Und was Kameraperspektiven und die Inszenierung von Action betrifft, lohnt es sich doch immer wieder mal, die Nase in einen Schwung netter Mangas zu stecken.“

 

Die Zeichnungen sind dennoch – auch ohne Temparatusche und zweimaliges Inken sehr detailgetreu, und die „actionreichen“ Zeichnungen sind dabei meiner Meinung nach besonders gut gelungen, da sie sehr „schwungvoll“ wirken.

 

Fazit:

 

Das Heft lohnt sich – nicht nur wegen der heißen Sex-Szenen! ... Deswegen natürlich auch ;) !

 

Eure Meinung:


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Comic:

Biien - Der Schatten: Die Toten Felder

Reihe: Biien – Der Schatten Bd. 2

Story/Art: Guido Neukamm

Text: Guido Neukamm, Jörg Pitschmann

Verlag: Comicwerk, Vertrieb über Comic & Spiele Berlin

Format: Heftformat

Sprache: Deutsch

Seitenzahl: 32 Seiten, Farbe

ISBN-Code: keine ISBN

erhältlich bei: Comic & Spiele Berlin

weitere Infos:


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Erstellt: 11.10.2006, zuletzt aktualisiert: 15.09.2018 13:43