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Blood Magic – Weiß wie Mondlicht, rot wie Blut von Tessa Gratton

Rezension von Christel Scheja

 

Da ihr Vater zu der Zeit in Japan stationiert war, wurde Tessa Gratton auf Okinawa geboren. Später zog ihre Familie durch die ganze Welt, sie selbst blieb mit ihrem Lebensgefährten nach dem Studium schließlich in Kansas, wo sie ihre Schriftstellerkarriere begann. Zwar wollte sie immer Paläontologin oder Zauberin werden, musste sich aber damit begnügen in Romanen freien Lauf zu lassen. „Blood Magic“ ist ihr erster Roman.

 

Silla und Reese haben ihre Eltern erst vor kurzem tot aufgefunden und stehen seither unter Schock, vor allem da die Polizei festzustellen glaubt, dass ihr Vater erst seine Frau und dann sich selbst auf bestialische Art und Weise umgebracht habe.

Damit die Jugendlichen Abstand gewinnen, ziehen sie zu ihrer Tante, aber das Leben bleibt weiterhin ein freundloses Chaos aus dem sie selbst in der neuen Umgebung nicht so richtig herauskommt.

Das ändert sich erst, als sie vor der Tür ein Päckchen findet. Es enthält ein Buch – das Zauberbuch ihres Vaters. Silla ist sogleich fasziniert und wirkt einen Zauber am Grab ihrer Eltern, nicht ahnend, dass sie damit in eine dunkle Welt gezogen wird. Dabei wird sie von Nick, einem jungen in der Nachbarschaft beobachtet.

Es kommt, wie es kommen muss. Nachdem sie gemerkt hat, wie einfach sie zaubern kann, wenn sie nur einen Tropfen Blut dazu opfert, kann sie schon bald nicht mehr genug davon bekommen und bezieht ihren Bruder und den neuen Freund mit hinein, denn sie glaubt durch ihre Kräfte zu Höherem berufen zu sein.

Die drei experimentieren mit dem Buch herum, nicht ahnend, dass sie damit dunkle Geister aus der Vergangenheit heraufbeschwören, die ihre Chance kommen sehen. Denn wie alles im Leben hat auch Blutmagie ihren Preis. Und das ist einer Frau namens Josephine Darly bestens bekannt.

 

„Blood Magic“ wird auf eine interessante Art und Weise erzählt. Zwar gibt es wechselnde Perspektiven, aber sowohl Silla als auch Nick erzählen aus der Ich-Sicht, so dass man auch ihr innersten Gedanken und Gefühle mitbekommt und den Protagonisten einiges an Wissen voraus hat.

Alles zentriert sich um die Blutmagie, die in immer komplizierteren Ritualen ausgeführt werden. In diesem Maße steigt auch die Intensität der Tagebucheinträge vom Beginn des 20. Jahrhunderts, die deutlich machen, dass bereits andere vor Silla und den Jungen den Weg des Blutes gegangen sind und dabei zu viele Grenzen überschritten haben. Nach und nach fügen sich so alle Ebenen zu einem Gesamtbild zusammen und entwickeln einen interessanten magischen Hintergrund.

Die Autorin erlaubt sich dabei durchaus bekannte Handlungsmuster, verfällt aber nicht in die üblichen Klischees, die man sonst mit Hausfrauenhexerei in Verbindung bringt. Man merkt viel mehr, dass sie die Blutmagie sehr ernst nimmt und auch die negativen Seiten für Geist und Seele gut heraus arbeitet. Das Buch differenziert etwas mehr als man es von vergleichbaren Titeln gewohnt ist. ebenso fordert es durch seine Komplexität mehr Aufmerksamkeit von den Lesern, so dass schon etwas Leseerfahrung notwendig ist.

Diese feine Ausarbeitung geht leider auf Kosten der Spannung. Gerade in der ersten Hälfte des Buches wird man das Gefühl nicht los, dass das Buch kein Ziel hat. Das ändert sich erst später, dann zieht auch die Dramatik etwas an.

Da alles der magischen Seite der Geschichte untergeordnet ist, bleiben die Figuren selbst eher blass, auch wenn man in ihre Gedanken sehen kann. Jedoch erfährt man nicht viel über ihre anderen Wünsche und Begehren, dafür um so mehr über die, die sich um die Magie drehen. So wirkt letztendlich auch die Liebesgeschichte etwas aufgesetzt.

 

Alles in allem ist „Blood Magic“ ein interessanter Roman um Magie der besonderen Art, der allerdings Abstriche bei den Figuren, anfangs auch bei der Spannung und nicht zuletzt auch bei romantischen Gefühlen machen muss, so dass das Buch vermutlich nicht jedem jungen Leser liegen wird.

 

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Buch:

Blood Magic – Weiß wie Mondlicht, rot wie Blut

Autorin: Tessa Gratton

cbj, erschienen Juli 2011

gebunden, 446 Seiten

Übersetzung aus dem Englischen von Anne Brauner

Titelbild von Andrejs Pidjass

ISBN-10: 3570152863

ISBN-13: 978-3570152867

Erhältlich bei Amazon

Kindle-Edition

ASIN: B005CN2TMM

Erhältlich bei Amazon

weitere Infos:


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Erstellt: 10.11.2011, zuletzt aktualisiert: 12.04.2019 10:59