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City of Bones von Cassandra Clare

Reihe: Chroniken der Unterwelt, Bd. 1

Rezension von Christel Scheja

 

Der Begriff “Urban Fantasy” wird hier in Deutschland im Gegensatz zur “Dark Fantasy” nur selten benutzt. Beide Untergenres beziehen sich auf Geschichten, die zwar in unserer modernen Welt spielen, aber mit phantastischen Elementen gespickt sind - fantasytypischen Elemente wie Magie, Wesen der Anderswelt, Hexen, Zauberern und Dämonen, die ganz selbstverständlich auch technische Errungenschaften neben ihren eigenen Artefakten benutzen. Während die “Dark Fantasy” eher dem Horror zugeneigt ist, und sich vor allem Vampiren, Werwölfen und Hexen zuwendet, bleibt die “Urban Fantasy” da viel offener und schließt viel mehr mit ein. Im weitesten Sinne gehört auch “Harry Potter” zu diesem Genre, aber Werke wie “City of Bones” gehört her zu den Paradebeispielen.

Das Debütwerk der jungen Autorin Cassandra Clare ist der Auftakt zu mittlerweile sechsteiligen Saga um die junge Clary, die kurz vor ihrem sechzehnten Geburtstag unvermittelt in eine Welt gerissen wird, die verborgen neben der unseren existiert. Es ist mittlerweile sogar unter dem gleichen Titel verfilmt worden, so dass der Verlag das Buch noch einmal mit exklusiven Filmbildern herausgibt.

 

Alles beginnt mit dem Besuch im “Pandemonium-Club” einer angesagten Disco, die zu einer Maskenparty eingeladen hat. Clary will eigentlich den Abend genießen - da fällt ihr aber ein außergewöhnlicher Junge ins Auge. Sie folgt ihm heimlich weiter in ein Hinterzimmer der Disco und erlebt eine unangenehme Überraschung - sie wird Zeugin eines Mordes.

Allerdings löst sich das Opfer in Luft auf. Der junge Mann und seine plötzlich aufgetauchten Begleiter warnen sie, sich nicht noch weiter einzumischen. Clary, die nicht glauben kann, was sie gesehen hat, beschließt den Rat zu beherzigen.

Doch schon bald muss sie diesen Entschluss widerrufen. Denn als ahne ihre Mutter etwas, beginnt diese sich seltsam zu verhalten und Clary einige Dinge zu verbieten, die sie vorher erlaubt hat. Und nur wenige Tage später ist sie verschwunden. An ihrer Stelle lauert ein gefährliches Wesen, das sie töten will.

Doch im letzten Augenblick taucht ein unerwarteter Retter auf. Es ist Jace, der Junge aus der Disco, der die Kreatur tötet und mit sich nimmt. Nun erfährt Clary, dass er ein “Schattenjäger” ist, einer der heimlichen Kämpfer, die zwischen der Menschen und der magischen Welt leben. Leute wie er sorgen dafür, dass sich die Dämonen und dunklen Halbwesen nicht auf der Erde ausbreiten können und bestimmte Regeln einhalten. Die einfachen Menschen bekommen davon nicht viel mit, da ein Spiegelzauber alle magischen Wesen schützt.

Doch Jace ist stutzig geworden. Er möchte nun auch wissen, warum Clary ihn und das Wesen sehen konnte, das er getötet hat, aber auch warum sie nun das Ziel von Dämonen wird. Bei ihren gemeinsamen Nachforschungen kommen überraschende Dinge heraus. Clay ist nicht nur von Geburt an ein Teil der magischen Welt, sondern scheint auch zusammen mit ihrer Mutter im Mittelpunkt von Intrigen zu stehen, die das zerbrechliche Gefüge der Dimensionen zerstören könnten, wenn man der Gegenseite nicht Einhalt gebietet.

 

Man merkt, das Cassandra Clare bereits mit “Urban Fantasy” aufgewachsen ist, denn sie muss sich die typischen Versatzstücke des Genres nicht mehr erarbeiten, sondern verwendet sie so, wie man es von früheren Werken, wie etwa von Charles de Lint her kennt. Interessant sind auch die Anleihen an Harry Potter.

Der Gegenspieler und seine Gefolgsleute haben vergleichbare Motive und Vorurteile wie Lord Voldemort und seine Totesser. Sie schrecken ebenso wenig vor Gewalt zurück und gehen auch schon einmal über Leichen. Die Stützpunkte der “Schattenjäger”, geheimen Städte und Wohnräume der Zauberer, Hexen oder magischen Wesen und auch das Versteck des Feindes existieren neben der wirklichen Welt, ebenso wie die magischen Gefährte und man bedient sich einer Mischung aus altertümlichen und modernen Artefakten. Die normalen Menschen bekommen davon nichts mit. Selbst Clary muss sich erst einmal umgewöhnen und lernen umzudenken. Auch das Bild der Vampire und Werwölfe ist modern und lehnt sich an das Bild an, das man aus aktuellen Büchern und Romanen kennt.

So taucht man als Leser in eine vertraute Welt ein, die die Autorin nicht mehr ausschweifend erklären muss. Um so mehr Zeit hat sie für die Vorstellung der Charaktere und die Entwicklung des Hintergrundes, der zwar stellenweise vorhersehbar ist, wenn man die einschlägigen Vorbilder kennt, aber auch überraschen kann.

Eingebettet in eine abwechslungsreiche Handlung, die immer wieder durch kleinere Abenteuer aufgelockert werden, entwickelt sich eine Geschichte, die schon nach den ersten Seiten in ihren Bann schlägt.

Das liegt nicht zuletzt an Cassandra Clares eingängigem Stil. Man merkt, dass sie noch mit Freude an der Geschichte beteiligt ist und viele von ihren eigenen Ideen einbringt und sich nicht nur auf gängige Handlungsmuster verlässt.

Sie hat das richtige Gespür für Dramatik und Action, verzichtet bewusst auf Humor, um die Geschichte nicht ins Lächerliche zu ziehen. Und gerade diese Vielschichtigkeit ist das, was das Buch auch für erfahrene Leser interessant macht.

 

“City of Bones” bietet spannende Unterhaltung für Leser jeden Alters mit sympathischen und interessanten Figuren, einer abwechslungsreichen Handlung, die für manch eine Überraschung sorgt und einen vielschichtigen magischen Hintergrund, der Lust auf mehr macht. Wer schon Gefallen an der Welt von „Harry Potter“ fand sollte auf jeden Fall auch einen Blick in dieses Buch werfen.

 

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Eure Meinung:

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Buch:

City of Bones

Reihe: Chroniken der Unterwelt Band 1

Autorin: Cassandra Clare

Original: The Mortal Instruments, Book One: City of Bones, USA 2007

Arena Verlag, 2008

Ausgabe mit Filmbildern 07/2013

ÜbersetzuerInnen: Franca Fritz und Heinrich Koop

 

ISBN-10: 340106908X

ISBN-13: 978-3401069081

 

Erhältlich bei: Amazon

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Erstellt: 27.08.2013, zuletzt aktualisiert: 12.04.2019 10:59