Zurück zur Startseite


  Platzhalter

Clockwerk Prince von Cassandra Clare

Chroniken der Schattenjäger Band 2

Rezension von Christel Scheja

 

Neben ihrer erfolgreichen Reihe um die „Chroniken der Unterwelt“ hat die amerikanische Autorin eine weitere gestartet, die in der gleichen Welt spielt, nur etwa hundert Jahre früher. „Die Chroniken der Schattenjäger“ sind im ausgehenden 19. Jahrhundert angesiedelt und spiegeln ein wenig den derzeit so beliebten viktorianischen Flair des Steampunk wieder.

 

Im Mittelpunkt steht die junge Tessa. Als ihre Tante im Jahr 1878 stirbt, muss sie New York verlassen und zu zwei älteren Damen nach London ziehen. Diese zeigen sehr schnell, dass sie lange nicht so freundlich sind, wie sie sich nach außen hin geben, sondern ganz andere Absichten haben.

Sie wissen um Tessas besondere Gabe, sich in andere Menschen oder Wesen zu verwandeln und nutzen das reichlich aus. Das Mädchen lässt sich das ihrem Bruder zuliebe gefallen, bis Nathaniel verschwindet. Erst jetzt sucht sie Hilfe bei den Schattenjägern. Denn sie möchte herausfinden, wer und was sie eigentlich ist. Die beiden jungen Jäger Jem und Will finden zwar heraus, dass sie weder Nephilim noch Dämonin ist – aber es ist immer noch unklar, was sie eigentlich zu den Wandlungen befähigt.

Tessa findet bei den Schattenjägern schließlich Zuflucht und eine neue Heimat. Nach dem Sieg über die „Dunklen Schwestern“ ist sie um so mehr an die Nephilim gebunden und versucht ihren Platz unter ihnen zu finden.

Doch dann wird die Position der Leiterin des Instituts brutal untergraben, so dass sie nicht mehr lange ihre schützende Hand über Tessa halten kann. Ganz offensichtlich hat sie zugelassen, dass ein Spion den Hexenmeister Mortmain und seine Spießgesellen mit Informationen versorgen kann.

Tessa spielt eine wichtige Rolle dabei, mehr über das Komplott herauszufinden und muss feststellen, dass die Intrige weitaus größere Kreise gezogen hat als gedacht. Ausgerechnet ihr Bruder Nathaniel ist einer der wichtigeren Strippenzieher. Doch ist Blut wirklich dicker als Wasser und kann Verwandtschaft mehr Macht haben als Liebe?

 

Nachdem Cassandra Clare im ersten Band das Setting und die Figuren eingeführt, wie auch das Netz aus Intrigen aufgebaut hat, kann sie nun aus dem Vollen schöpfen und viel genauer auf die Machenschaften eingehen, die das viktorianische England aus den Grundfesten heben könnten.

Wie auch schon im 21. Jahrhundert so lassen sich auch hier einige Nachfahren der Engel auf die Verlockungen ein, die ihnen die dunkle Seite bietet. In dieser Hinsicht ähnelt die Geschichte ein wenig den „Chroniken der Unterwelt“.

Glücklicherweise ist das aber nicht das einzige Thema dessen sich die Autorin annimmt. Zum einen bekommt Tessa weitere Hinweise auf ihre Herkunft, die aber immer noch keine wirklichen Antworten zu geben scheinen, zum anderen sind die Gefühlsverwirrungen ebenfalls nicht ohne, da sie sich um so mehr zwischen Jem und Will entscheiden muss, da beide ihre Vorzüge haben.

Cassandra Clare hat auch die gesellschaftlichen Unterschiede und die sittenstrenge Moral des 19. Jahrhunderts bedacht, so dass auch das Ambiente stimmt, und man immer wieder daran erinnert wird, dass Dienstmädchen gehorsam zu sein hatten und Frauen züchtig bekleidet.

Auch in „Clockwork Prince“ kommt die Action nicht zu Kurz, Gewalt und Erotik bekommen ihren Raum, wenngleich auch in einem Rahmen, der für ein Jugendbuch angemessen ist. Die Autorin genießt es realistische Folgen von Aktionen und Grausamkeiten zu beschreiben, überschreitet aber keine Grenzen.

Allerdings spielt das Abenteuer eine etwas geringere Rolle, da den Beziehungen etwas mehr Raum geschenkt wird. Neben den üblichen Eifersüchteleien und Rivalitäten zwischen den jungen Mädchen, entwickeln sich auch die Beziehungen zu den jungen Männern weiter. Das Dreiecksverhältnis wird weiter ausgebaut, denn Tessa kann sich nun noch weniger entscheiden – ist nun der sanfte und freundliche Jem mehr etwas für sie, oder doch der leidenschaftliche und ungestüme Will, der gerne Regeln bricht.

Alles in allem ist aber auch dieser Band wieder flott geschrieben und weist keine Längen auf, wenngleich sich auch die Überraschungen in Grenzen halten, da einige Entwicklungen, gerade in Bezug auf einige Nebencharaktere doch sehr vorhersehbar sind.

Wieder zeigt sich, dass man vielleicht doch besser erst einmal die „Chroniken der Unterwelt“ lesen sollte, da diese den Einstieg in die „Chroniken der Schattenjäger“ einfacher machen.

 

Ähnlich wie der Vorgänger „Clockwork Angel“ so ist auch „Clockwork Prince“ ein solider „Urban Fantasy“-Roman, der die Geschichte um Dämonen, Zauber und Nephilim gelungen fortschreibt.

Zwar passieren einige dramatische Dinge, der Schwerpunkt liegt diesmal aber mehr auf der romantischen Seite, da die Liebe sehr oft die Triebfeder für das Verhalten der Helden zu sein scheint und eher die Beziehungen die Protagonisten in Trab halten als die Gefahr oder Feinde von außen.

Fans werden zudem die vielen kleinen Andeutungen und Seitenhiebe auf die anderen Bücher der Autorin gefallen.

 

Zum Seitenanfang

Eure Meinung:

botMessage_toctoc_comments_9210
Platzhalter

Buch:

Clockwerk Prince

Reihe: Chroniken der Schattenjäger Band 2

Original: The Infernal Devices, Book Two: Clockwork Prince, USA 2011

Autorin: Cassandra Clare

Arena Verlag, August 2012

Übersetzer: Franka Fritz und Heinrich Koop

Titelbild: Frauke Schneider

 

ISBN-10: 3401064754

ISBN-13: 978-3401064758

 

Erhältlich bei Amazon

weitere Infos:

Empfehlen:


Platzhalter
Platzhalter
Erstellt: 05.08.2012, zuletzt aktualisiert: 15.11.2019 09:07