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CyberJunk von Stefan T. Pinternagel

Rezension von Ralf Steinberg

 

Klappentext: In naher Zukunft ist Russland die Weltmacht Nr. 1, auferstanden wie Phönix aus der Asche des Verfalls der übrigen Welt. Moskau ist keine gleißende Zukunftsmetropole, aber das Leben dort ist für Europäer, Afrikaner und Amerikaner um ein Vielfaches attraktiver als in ihrer Heimat. Die heutigen Großmächte sind zerfallende Rudimente ihrer einstigen Größe. Afrika und Asien bieten Vorbilder für Lebensstile in Europa. Computernetze sind das allgegenwärtige staatliche Macht- und Überwachungsinstrument.

Ein Deutscher, der dem Elend seiner Heimat entfloh, um in Moskau sein Glück zu machen, bekommt hier einen Job, eine Wohnung, einen Netzanschluss und nun auch einen russischen Namen: Andrej. Und er lässt sich von kriminellen und perversen virtuellen „Erlebnissen“ verführen...

 

"CyberJunk" steht in der Tradition Philip K. Dicks „Bladerunner“, des Cyberpunks und der schwarzen SF-Comicwelten eines Bilal.

 

Rezension: Der Autor unternimmt den Versuch eine Zukunft zu entwerfen, in der die Erste und die Dritte Welt ihre Rollen getauscht haben und Russland zu neuer Macht aufgeblüht ist. Dabei stellt er eine ökologisch und moralisch verfallende Welt dar. Dieser interessante Hintergrund wird jedoch in massiven Info-Blöcken serviert, die immer mehr wie knallbunte Tapeten für eine billige Sex und Gewalt Story anmuten.

Die Fülle an Informationen ist immens. Hinzu kommt noch ein Überschwang an Beschreibungen, die mit massivem Einsatz von Metaphern und Adjektiven auf den Leser einschlagen und nur sehr selten Handlungsrelevanz besitzen.

Die Handlung selbst entpuppt sich als ein simpler Plot um einen Vertreter für Gehirnverkabelung, der sich in die Frau eines Freundes verliebt, mit ihr ein Verhältnis beginnt und als sie es wieder beendet in seinem Liebeskummer in virtuelle Gewaltphantasien flüchtet, die ihn zum gewalttätigen Mörder machen. Motivation und Zeichnung der Figuren bleiben dabei in den üblichen Klischees von reicher Gattin, hinterhältigem Freund und zum Junkie mutierten Betrogenen hängen. Es kommt keinerlei Spannung auf. Die Entwicklung der Hauptfigur zum Psychpathen ist nicht nachvollziehbar. Tablettenkonsum und Geldausgaben werden in epischer Breite dargelegt, die Auswirkungen jedoch variieren zwischen Bedeutungslosigkeit und Katastrophe, ohne dass eine tatsächliche physische Schilderung dazu passt. Der Autor versucht hier eine Kompetenz mit Details zu erreichen, verstärkt jedoch damit nur seine Unglaubwürdigkeit.

Der Roman hinterlässt den Eindruck, dringend einen Lektor zu benötigen, von einem Korrektorat ganz abgesehen, allein auf den ersten vier Seiten fanden sich zehn Fehler.

Cyber Junk ist definitiv nicht eines der besten Bücher das ich bisher gelesen habe.

 

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CyberJunk

Autor: Stefan T. Pinternagel

Verlag: Atlantis Verlag

Format: A5 Paperback

Umfang: 130 Seiten

Titelbild: Emmanuel Henné

ISBN: 3-936742-38-3

Preis: € 8,90

Erscheinungsdatum: 2005

Erhältlich bei: Amazon

 

Weitere Infos:


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Erstellt: 24.08.2005, zuletzt aktualisiert: 28.02.2017 13:03