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Dämonenfeuer von Michael Laimo

Rezension von Carina Schöning

 

„Dämonenfeuer“ ist der erste ins Deutsche übersetzte Roman des amerikanischen Horror-Autors Michael Laimo, dessen Werke in seinem Heimatland schon mehrfach für den begehrten Bram Stoker Award nominiert worden sind. In „Fires Rising“ erzählt er nun von der finalen Schlacht zwischen Gut und Böse mitten im modernen Manhattan, USA.

 

Hier soll die renommierte katholische Kirche St. Peter nach über 115 Jahren einfach so abgerissenen werden. Das Interesse am Gottesdienst lässt unter den wenigen Gemeindemitgliedern immer mehr nach und die marode Kirche war schon länger ein Dorn im Auge der städtischen Regierung. Durch eine versteckte Klausel in den Vertragsunterlagen konnte man nun das Baugrundstück für sich beschlagnahmen und die hässliche Kirche soll endlich abgerissen werden, um Platz für einen weiteren hochmodernen Bürokomplex zu schaffen. Nach über 20 Jahren Dienst in der Kirche ist Pater Antonio Pilazzo alles andere als erfreut über diese Entwicklung. Ein letztes Mal kommt er zu seiner ehemaligen Gemeinde, um die weiteren Bauarbeiten mit dem Polier Henry Miller zu besprechen. Doch dabei passieren allerlei seltsame und unerklärliche Dinge wie fremde Stimmen, die zu dem Pater sprechen oder auch Visionen von blutigen Schlachtfeldern oder seine verstorbene Mutter, die über seine ungewöhnliche Abstammung spricht, denn Antonio ist scheinbar der leibliche Sohn Christus und damit auserwählt gegen das Böse zu kämpfen.

Zur gleichen Zeit wird auch der Obdachlose Jyro von fremden Stimmen beeinflusst. Ursprünglich hat er wie auch die anderen Ausgestoßenen der Gesellschaft nur einen warmen Platz zum Schlafen gesucht, doch in den Räumen der Kirche von St. Peter scheint irgendwas nicht zu stimmen. In der Turnhalle stößt er nachts auf ein tiefes Loch im Boden mit einer seltsamen Truhe drin. Alte Knochen stapeln sich darauf, doch Jyro kann es nicht lassen und öffnet die seltsame Truhe, die den Rosenkranz des Lichts und den schwarzen Kelch der Dunkelheit enthält. Damit bricht fortan das Chaos aus und bald schon stürmen wahnsinnige Bauarbeiter mit ihren Werkzeugen die Straßen und Häuser der Bürger Manhattans und richten ein wahres Blutbad an.

 

„Dämonenfeuer“ ist wie der Untertitel schon verspricht ein Horror-Thriller mit christlichem Hintergrund. Der Roman startet fulminant mit einem spannenden Prolog, der von der Vergangenheit der Kirche und das erste Auftauchen der seltsamen Holztruhe erzählt. Schon damals sind die Begleitumstände sehr blutig und brutal ausgefallen. Im weiteren Verlauf der Handlung berichtet der amerikanische Autor dann abwechselnd von dem Geistlichen Antonio und dem Obdachlosen Jyro, deren beider Schicksal miteinander verbunden ist. Die Story an sich ist für Horrorfans und Genrekenner nicht besonders originell und auch ein wenig vorhersehbar, dafür kann allerdings die Umsetzung voll überzeugen. Zusätzlich zu den bekannten Horror Elementen wie fremde Stimmen, Visionen, blutende Bilder und Statuen, Stigmata hat der amerikanische Autor auch andere kleine Shock-Effekte und eklige Splatter-Szenen eingebaut, die geschickt die Spannung steigern. Dabei erinnert der schmale Roman stark an eine etwas längere und ausführlichere Kurzgeschichte. Die Figuren werden auf das Nötigste reduziert und auch die Sprache fällt insgesamt eher knapp und abgehakt aus. Wer jedoch ein Faible für Horror gemischt mit allerlei christlichen Elementen und apokalyptischen Visionen hat, wird hier bestens bedient.

 

Insgesamt ist „Dämonenfeuer“ daher ein kurzer, aber knackiger Horror-Roman für Zwischendurch. Besonders interessant ist die Idee besessene Bauarbeiter gegen Obdachlose mit religiösem Hintergrund antreten zu lassen.

 

 

 

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Buch:

Dämonenfeuer

Autor: Michael Laimo

Original: Fires Rising, 2008

Übersetzer: Michael Krug

Otherworld Verlag, Januar 2010

Klappenbroschur, 269 Seiten

 

ISBN-10: 380009519X

ISBN-13: 978-3800095193

 

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 28.03.2010, zuletzt aktualisiert: 12.04.2019 16:18