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Dämonisches Tattoo von Brigitte Melzer

Rezension von Thomas Götz

 

Inhalt:

Washington D.C. wird von einem Serienmörder im Bann gehalten. Ein indianisches Tattoo soll dem FBI-Agenten Chase Ryan ermöglichen, den Täter endlich aufzuspüren. Ein gewagter Plan, denn das Tattoo schafft nicht nur eine Verbindung zum fieberhaft Gesuchten, sondern öffnet diesem umgekehrt auch den Weg in Chase Verstand. Bald muss Chase untertauchen und kidnappt dabei eine Journalistin. Von der Polizei verfolgt nehmen die beiden einen ungleichen Kampf auf gegen einen unberechenbaren Killer und ein immer mächtiger werdendes Tattoo ...

 

Kritik:

Eine mystische Detektivgeschichte, das trifft wohl am ehesten auf den vorliegenden Roman zu und man muss der Autorin zugute halten, das sie eben diese auch schön umzusetzen vermag.

Zur Handlung an sich sie nur soviel erwähnt, das diese sich etwas komplexer gestaltet, als die etwas dürftige Inhaltsangabe vermuten lässt. So bekommt der Hauptakteur Chase das Tattoo nämlich keinesfalls freiwillig und muss erstmal lernen, damit umzugehen. Dabei ist ihm der Killer natürlich immer einen Schritt voraus und versteht es schon bald selber, das Tattoo in umgekehrter Reihenfolge zu nutzen. Und auch die Entführung der Reporterin Kate gestaltet sich nicht derart einfach, wie die Zusammenfassung vermuten lässt.

 

Schön ist natürlich zu sehen, das die Charaktere ihren Freiraum bekommen und genug Möglichkeiten haben, sich in entsprechenden Szenen zu entfalten. So wird auch versucht jedem ein Gesicht zu geben, wobei die Autorin es versteht, die Identität des Mörders bis kurz vor Ende zu verschleiern. Denn ähnlich wie Chase denkt man als Leser nur daran, wie man den Mörder zur Strecke bringen kann, ohne groß an die Identität zu denken. Daher fällt diese Enthüllung am Ende natürlich umso spannender aus.

Auch die Mordszenen sind gut - und äußerst blutig und detailreich - in Szene gesetzt, so das man sich schon fast an den ein oder anderen Horrorthriller erinnert fühlt. Der mystische Touch kommt natürlich von den Indianern - auch wenn der Beweggrund bzw. die Handlungsweise der Quinns (Der Indianer) ein bisschen dünn ist.

 

Natürlich hat der Band auch einige Schwächen - das wären etwa die erwähnten indianischen Rituale. Warum etwa haben die Indianer die nicht unter sich selbst durchgeführt?

Oder auch einige Längen im Mittelteil des Buches. Zugute halten muss man der Autorin immerhin, das sie diese geschickt kaschiert, denn während der Mörderhatz und dem unweigerlichen Klischee, das sich die beiden Hauptdarsteller auch näherkommen und verlieben, passiert eigentlich immer genug "drumherum", so das diese leichten Schwächen nicht auffallen. Lediglich auf den letzten paar Seiten wird ein wenig zu sehr auf die Schmalzdrüse (bzw. Klischeedrüse) gedrückt (die erwähnte Romanze der beiden Hauptdarsteller findet hier ihren Höhepunkt).

 

Positiv sollte an dieser Stelle wohl noch hervorgehoben werden, das, im Gegensatz zu vergleichsweise anderen Büchern oder Filmen, der Hauptdarsteller am Ende nicht nach einer simplen Erste-Hilfe-Maßnahme sich lachend wieder vom Boden erhebt, als wäre nichts gewesen, sondern sich tatsächlich im Krankenhaus erholen muss. Der Roman hat damit (und das quasi auch durchgehend) sehr realistische Züge und man kommt sich mit keinem Male in eine überzogene Welt versetzt vor - alles ist so, als könnte es tatsächlich hier und heute passieren.

 

Fazit:

Ein mystischer Thriller im wahrsten Sinne des Wortes, der, trotz einiger Unzulänglichkeiten, durchaus zu unterhalten vermag.

 

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Roman:

Dämonisches Tattoo

Autorin: Brigitte Melzer

Taschenbuch, 416 Seiten

Otherworld, 29. Januar 2010

 

ISBN-10: 3800095122

ISBN-13: 978-3800095124

 

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 17.04.2010, zuletzt aktualisiert: 12.04.2019 16:18