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Dardamen - Gefährten der Finsternis von Chiara Strazzulla

Rezension von Christel Scheja

 

Mit Chiara Strazzulla betritt eine weitere jugendliche Autorin die Bühne der Fantasyautoren. Die 1990 in Syrakus auf Sizilien geborene Italienerin, ging zuletzt in Rom zur Schule und studierte heute in Pisa Literaturwissenschaft. Sie ist eine begeisterte Theater-, Kunst-, Literatur- und Fantasy-Liebhaberin. Mit siebzehn reichte sie ihren Debütroman „Dardamen – Gefährten der Finsternis“ bei einem Verlag ein.

 

Die unsterbliche Rasse der Ewigen führt schon seit recht langer Zeit Krieg gegen den Herrn der Finsternis und seine Schergen – die Goblins und Dämonen. Herz ihres Reiches und Stützpunkt ihrer Macht ist die weiße Regierungsstadt Dardamen.

Doch ihre Sicherheit wird schwer erschüttert, als es einigen Verbündeten des finsteren Herrschers gelingt, Eileen, die Tochter des Königs zu entführen. Wenn dieser nicht bereit ist auf die Forderungen einzugehen, soll das Mädchen grausam sterben.

Die Ewigen sind wie gelähmt und wissen nicht, was sie tun sollen.

Nur einer entschließt sich dazu zu handeln. Lyannen, der insgeheim in die Prinzessin verliebt ist, aber einen großen Makel hat: Er ist nur zur Hälfte ein Ewiger und damit ein Aussenseiter und Rebell. Mit anderen Gefährten aus seiner Schar macht er sich auf die gefahrvolle Reise, die kein wirkliches Ziel hat, da der Aufenthaltsort der Prinzessin noch unbekannt ist.

Auf der Suche nach Spuren und Zeichen haben Lyannen und seine Gefährten viele Gefahren zu bestehen. Sie treffen auf fremdartige Wesen wie Pixies und Kobolden, müssen sich mit Amazonen herumschlagen und den Häschern des Herrn der Finsternis entkommen. Es kommt zu Trennungen und einem Verrat. Lyannen findet aber auch neue Freunde wie die Amazone Idris, den Ewigen Slyman mit der geheimnisvollen Vergangenheit und seinen „gnomischen“ Begleiter Rabba Nix.

Aber auch auf den Seiten der Gegenspieler tut sich etwas. Weil er nicht länger ertragen kann, dass der Herr der Finsternis sein Volk unterjocht flieht Tyke der Kronprinz der Menschen und schließt sich den Ewigen in der Festung Syrdun an, um mit ihnen gegen Mörderdämonen und Goblins zu kämpfen. So nimmt das Schicksal seinen Lauf, und jeder muss zeigen, was er kann und wer er wirklich ist. Dabei zeigt sich kurz vor der entscheidenden Schlacht, das einige der Helden mehr sind, als sie vorgaben zu sein...

 

Episch und breit hat Chiara Strazzulla ihre Geschichte angelegt und all die Elemente aus Fantasy-Romanen darin verarbeitet, die ihr vermutlich besonders gut gefallen haben. So gibt es Rebellen und Freiheitskämpfer wie in „Eragon“, ein junger Außenseiter muss sich erst einmal beweisen und viele der Kreaturen könnten geradewegs aus dem Herrn der Ringe kommen. Sie erzählt von Heldenmut und spannenden Abenteuern – nimmt sich aber auch, die Figuren und ihr Umfeld einzuführen. So liest sich das erste Viertel des Buches etwas zäh, weil nicht sonderlich viel passiert. Die Figuren werden mit vielen kleinen liebevollen Details in ihrer Umgebung vorgestellt, lernen einander genauer kennen und sprechen viel miteinander. Und als sie dann auf Abenteuer ziehen hat man schon das Gefühl, dass die Autorin keinen straffen roten Faden zieht, sondern eher eine Abfolge von Episoden aneinander reiht, die dann irgendwie und irgendwann doch zum Ziel führen.

Auch wenn sie sich bemüht immer wieder Gefahren und Kämpfe einzuflechten, so ist die Action in dem Buch doch eher unterrepräsentiert, es herrschen Dialoge und Beschreibungen vor.

Letztendlich wendet sich die Geschichte eher an Mädchen, auch wenn kaum nennenswert weibliche Helden in ihr vorkommen und das Hauptaugenmerk auf dem jungen Männern liegt. Aber die Art der Abenteuer ist eher so gehalten, dass Leserinnen Spaß daran finden und nicht Leser. Es wird zum Beispiel auch mehr auf die Gefühle der Figuren eingegangen als auf ihre Taten.

Am ehesten kann man ihre Geschichte noch mit den Werken von Licia Troisi vergleichen, die auch auf die möglichst farbenprächtige Schilderung einer exotischen Fantasywelt setzte, schönen Helden mit leidenschaftlichen Gefühlen, mythischen Prophezeiungen und einem Hauch von Magie.

Die Handlung ist allerdings etwas zu lang gezogen, um wirklich spannend zu sein. Gerade auf den ersten hundert Seiten und im Mittelteil gibt es Längen, denen eine Straffung gut getan hätte. Auch die Figuren bleiben oberflächlich und man nimmt nicht wirklich Anteil an ihrem Schicksal, da sie auf wenige besondere Eigenschaften reduziert bleiben.

 

Letztendlich wendet sich „Dardamen – Gefährten der Finsternis“ an junge Leserinnen ab zwölf Jahren, die farbenprächtige Fantasy-Abenteuer lieben, in denen die Spannung vor allem durch die Beziehungen zwischen den äußerlich ansprechenden Helden und ausschweifende Beschreibungen entsteht und nicht durch epische Kämpfe und Schlachten.

 

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Eure Meinung:

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Buch:

Dardamen – Gefährten der Finsternis

Autorin: Chiara Strazzulla

gebunden, 800Seiten

cbj, München erschienen November 2009

Übersetzung aus dem Italienischen von Katharina Schmidt und Barbara Neeb

Titelbild von John Jude Palencar, Karte von Erhard Ringer

ISBN-10: 3570137414

ISBN-13: 978-3570137413

Erhältlich bei: Amazon

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Erstellt: 11.01.2010, zuletzt aktualisiert: 28.10.2019 13:53