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Das Amulett von Cinda Williams Chima

Reihe: Das Erbe des Dämonenkönigs, Bd. 1

Rezension von Christel Scheja

 

Bereits als Jugendliche verfasste Cinda Williams Chima Fantasy-Geschichten, die leider immer wieder von ihren Lehrern konfisziert wurden. Aber mittlerweile lebt sie mit ihrer Familie in Ohio und hat es geschafft, ihre ersten Bücher zu veröffentlichen. Bei uns erscheint nun erstmals „Das Amulett“, der Auftakt zur Saga um „Das Erbe des Dämonenkönigs“.

 

Gut tausend Jahre ist es hier, seit der sogenannte „Dämonenkönig“ das Land verheerte und viele Siedlungen in Schutt und Asche legte mit seiner Magie. Damals schlossen die Stämme und die Stadtbewohner einen Pakt. Niemals wieder sollte einem Zauberkundigen so viel Macht in die Hände gelegt werden, dass er noch einmal einen solchen Schaden anrichten könnte. Seitdem wird ein empfindliches Gleichgewicht aufrecht erhalten und alle Gruppen – die Stämme, die Stadtbewohner und die Magier haben sich verpflichtet, die strengen Regeln einzuhalten, die ihnen enge Fesseln anlegen.

Doch ausgerechnet der Hochmagier, der die herrschende Königin berät und beschützt, ist nicht mehr länger bereits diese Einschränkungen zu dulden. So spinnt Gavan Bayar hinter dem Rücken aller anderen seine Pläne und versucht ein Amulett in seine Hände zu bekommen, das einmal dem „Dämonenkönig“ selbst gehört haben muss. Er arbeitet daran, die junge Thronerbin in seine Hand zu bekommen. Wenn er Prinzessin Raisa heiratet, kann er auch die Gesetze ändern. Doch das Mädchen hat seinen eigenen Kopf und wagt die Flucht nach vorne, weil sie schon bald seine Machenschaften durchschaut.

Han Alister, Anführer einer Straßenbande in der Hauptstadt des Königreich Fells hat derweil mit anderen Schwierigkeiten zu kämpfen. Nicht nur der tägliche Kampf ums Überleben hält ihn in Atem, auch die Tatsache, dass Mitglieder einer anderen Bande nacheinander gefoltert und dann ermordet werden und alle Indizien auf ihn hinweisen.

Ehe er sich versieht wird er in ein Netz aus Intrigen gezogen, das weitaus größere Ausmaße hat als er denkt und mit tödlichen Fallen aufwartet. Außerdem merkt er immer mehr, dass an ihm etwas nicht stimmt und er mehr als nur ein einfacher Junge ist.

 

Man merkt, dass „Das Amulett“ der Auftakt zu einer ganzen Saga ist, denn die Geschichte nimmt sich sehr viel Zeit, das Setting mitsamt Hintergrund und die Figuren in ihrem normalen Umfeld einzuführen. Da ist einmal die Prinzessin, die gar nicht so verwöhnt ist, wie sie zunächst scheint und bewusst gegen ihr Schicksal aufbegehrt, und auf der anderen Seite der Straßenjunge, der mit allen Mittel darum kämpft, dass seine Familie überleben kann, da die Mutter als Wäscherin noch nicht so viel verdient.

Beide sind im gleichen jugendlichen Alter, jedoch grundverschieden, aber man merkt schon die Parallelen in ihren Schicksal. Die kurze Begegnung miteinander stellt einige Weichen, die aber vermutlich erst in den kommenden Bänden zu tragen kommen.

Sicherlich erkennen erfahrene Leser vieles wieder, aber tatsächlich gewinnt die Autorin der Mär von dem machtgierigen Mager, der hinter den Kulissen die Fäden zieht und den Helden, die enger miteinander verbunden sind, auch noch die ein oder andere neue Wendung ab. Das Buch lebt vor allem von den lebendigen Charakteren – egal ob es nun die Haupt oder irgendwelche Nebenpersonen sind. Man lernt recht schnell, Sympathien oder Abneigungen zu entwickeln, so dass man Anteil an dem Schicksal der Helden nimmt und mit ihnen mitfiebert. Und dabei wissen gerade die Nebenpersonen mehrfach zu überraschen.. Das einzige wirklich große Manko ist das offene Ende.

 

Alles in allem ist „Das Amulett“, der erste Band der Saga um „Das Erbe des Dämonenkönigs“ ein vielversprechender Roman, auch wenn nicht ganz so viel in ihm passiert, wie erwartet. Aber Langeweile kommt durch die vielen lebendigen Personen nicht auf und man ist fast schon enttäuscht, dass es nicht sofort weiter geht, wenn das Buch sein Ende erreicht hat.

 

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Eure Meinung:

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Buch:

Das Amulett

Reihe: Das Erbe des Dämonenkönigs, Bd. 1

Autorin: Cinda Williams Chima

gebunden, 573 Seiten

cbj, erschienen Oktober 2009

Übersetzung aus dem Amerikanischen von Susanne Gerold

Titelbild von Max Meinzold

ISBN-10: 3570137252

ISBN-13: 978-3570137253

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 25.01.2010, zuletzt aktualisiert: 28.10.2019 13:53