Das Amulett von Kyan´Kor (Caine 1)
 
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Das Amulett von Kyan´Kor

Reihe: Caine 1

Hörspiel

 

Rezension von Ingo Gatzer

 

Rezension:

Steven Caine ist der bestbezahlte Killer von ganz San Francisco. Doch als er auftragsgemäß den Senator Renfield erschießt, wird er auf der Flucht von Ordnungshütern angeschossen und gefangen genommen. In der Gerichtsverhandlung wird der kooperationsunwillige Auftragsmörder zum Tode verurteilt. Doch die Hinrichtung führt nicht zu seinem Ableben. Denn eine geheimnisvolle außerirdische Macht benötigt seine Dienste. Er soll mit dem Amulett von Kyan´Kor, in dem die Seele des furchtbaren Schlächters Kartaan gefangen ist, gegen ihre Feinde kämpfen. Dafür muss der stolze Caine aber erst einmal durch eine Folter gefügig machen, bei der er mit seiner größten Angst konfrontiert wird.

 

Die von Günther Merlau im Jahre 2004 gegründete Firma Lausch hat sich auf phantastische Hörbücher und -spiele spezialisiert. Ihr bekanntestes Produkt ist sicherlich die Vertonung der von R. A. Salvatore verfassten Saga um den Dunkelelfen Drizzt.

 

Günther Merlau hat einen faszinierenden, eigenständigen Genremix aus Science Fiction, Fantasy und Action geschaffen, welcher zudem mit einigen Horrorelementen gewürzt ist. Die Geschichte enthält überraschende Wendungen und ist sowohl spannend als auch vielschichtig erzählt. Sie besticht durch die eher ungewöhnliche, aber auch charismatische und zynische Haupt- und Identifikationsfigur Steven Caine, die weitgehend als Erzähler fungiert. Durch die Polyphonie, die ungewöhnliche Vielzahl an sprechenden und handelnden Charakteren wird das Hörspiel aufgelockert und bekommt zudem eine größere interfiktionale Glaubwürdigkeit.

 

Die Sprecherrollen sind sehr gut besetzt. Allen voran ist hier der Synchronsprecher Torsten Michaelis zu loben, der schon Hollywoodgrößen wie Martin Lawrence, Wesley Snipes oder Chris Tucker als deutsche Stimme diente. Hier haucht er der Titelfigur Steven Caine überzeugend Leben ein. Dabei zeigt er zunächst gekonnt dessen ironisch-sarkastische Grundhaltung, um dann je nach Situation Facetten von Verletzlichkeit oder Bösartigkeit zu zeigen. Völlig zu Recht hat Michaelis für diese starke Leistung den Hörspielpreis Ohrkanus erhalten. Als Stimme des Schlächters Kartaan brilliert Lutz Riedel, der es schafft in seiner Stimme so etwas wie konzentrierte Bösartigkeit zu destillieren. Da überrascht es kaum, dass der renommierte Synchronsprecher seine Qualitäten schon in diversen Horror-Hörspielen bzw. -Hörbüchern, etwa in den Reihen Necrophonia, Necroscope oder H. P. Lovecraft´s Bibliothek des Schreckens, unter Beweis gestellt hat.

 

Auch die musikalische Untermalung des Hörspiels ist absolut gelungen. Die treibende Titelmelodie in der Schlagzeug und E-Gitarren dominieren und die auch später immer wieder aufgegriffen wird, passt zum Charakter der Serie. Dann wieder finden Elemente der klassischen Filmmusik oder auch nur minimalistische Töne Verwendung. Am meisten beeindruckt die auditive Gestaltung von Caines Nah-Tod-Erfahrung. Die Glückseligkeit des Killers und seine Gefühle von Geborgenheit korrespondieren hervorragend mit der sinfonischen Musik, in der sich die Streicher in den Vordergrund spielen. Als der Auftragsmörder aber in das Leben zurück gerissen wird, geht die Musik in eine Kakophonie über.

 

Die Struktur des Hörspiels ist Segen und Fluch zugleich. Durch die nicht-lineare Erzählweise, bei der die vermeintliche Hinrichtung von Caine wegen seines Mordes an Senator Renfield geschickt durch einen entsprechenden TV-Bericht an den Anfang des Hörspiels gestelltund das Attentat erst später durch einen Rückblick geschildert wird, entsteht eine interessante Dynamik. Gleichzeitig geht aber doch ein beträchtlicher Teil an Spannung verloren, der sonst bei der ansprechenden Schilderung des Anschlags geherrscht hätte. Einer der sehr wenigen Kritikpunkte stellt der nicht sehr realistische Monolog von Caines Henker zu Anfang dar. Zudem hätte das nur gut 48 Minuten dauernde Hörspiel auch etwas länger ausfallen dürfen.

 

Rezension:

Günter Merlau ist mit "Das Amulett von Kyan´Kor" ein überzeugender Crossover aus Action, Science Fiction und Fantasy gelungen. Dabei gefällt besonders die interessante, vielschichtige Story, die coole und sarkastische Hauptfigur, sowie die sehr gut besetzten Sprecherrollen und die effektvoll eingesetzte Musik. Auch wenn durch den Aufbau der Handlung etwas Spannung verschenkt wird, ist der Auftakt zur Caine-Saga ein Muss für alle Freunde von phantastischen Hörspielen, der Lust auf die folgenden Teile der Reihe weckt.

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Oje, das hat nicht geklappt, Elfenwerk! 202402242316017adfb4c0
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Hörspiel:

Das Amulett von Kyan´Kor

Reihe: Caine 1

Autor: Günther Merlau (nach einem Expose von Patrick Grieser)

Drehbuch, Regie und Produktion: Günter Merlau

Lausch, Januar 2006

Dauer: 48:07 Minuten

 

Asin: B000CNEQ4Q

 

Erhältlich bei: Amazon

 

Sprecher:

Torsten Michaelis

Lutz Riedel

Klaus Sonnenschein

weitere Infos:

Caine-Serienguide


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Erstellt: 16.09.2009, zuletzt aktualisiert: 28.12.2023 19:05, 9201