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Das Arkham Sanatorium von Markus K. Korb und Tobias Bachmann

Rezension von Christel Scheja

 

Kaum ein anderer fiktiver Schauplatz ist mehr mit H. P. Lovecraft verbunden als Arkham, die Stadt, in der die meisten seiner Geschichten ihren Anfang nehmen oder enden. Als Essenz dessen, was die geschichtsträchtigen Orte in Neuengland ausmacht hat er vor allem durch seine Erzählungen Geschichte geschrieben und ist auch oft genug von anderen Autoren verwendet worden.

 

An keinem anderen Schauplatz in Arkham jedoch wird der unterschwellige Wahnsinn der hier lebenden Menschen deutlicher als in der psychiatrischen Anstalt. Im „Arkham-Sanatorium“ landen die Menschen, die durch die dünne Trennwand zwischen dem Diesseits und den Welten dahinter geblickt und darüber auf die ein oder andere Weise den Verstand verloren haben.

Im Jahre 1951 führt Dr. Reynolds die Anstalt und kümmert sich so gut es geht um seine Patienten, auch wenn er selbst weiß, dass seine Kräfte bald schwinden wird. An einem Oktobertag - kurz vor Halloween - scheinen die Insassen besonders unruhig zu sein, und neue Patienten bitten um Aufnahme. Der Nervenarzt hört sich die Geschichten geduldig an, in dem die Menschen von dem Grauen berichten, das sich nach und nach in ihr Leben schleicht und vor dem es trotz aller Warnungen kein Entkommen zu geben scheint.

So berichtet der frisch eingelieferte Mr. Burton, was ihn dazu getrieben hat, sich beinahe selbst umzubringen. Nur weil er den Angaben in einem vielversprechenden Manuskript aus der Feder eines Jungautoren gefolgt ist, wird er jetzt vom Grauen verfolgt. Ein Mann hat nur knapp das Wüten einer Bestie in einem Bergwerk überlebt, ein anderer weiß von grausamen Riten im Schatten der Maya-Pyramiden zu berichten.

Nicht zuletzt tauchen immer zwei Gemeinsamkeiten auf: Offensichtlich bereitet eine dunkle Macht aus den tiefsten Schatten der Hölle die Eroberung der Erde vor und beginnt Schritt für Schritt die Erde und ihre Bewohner zu übernehmen. Außerdem taucht immer wieder ein und der selbe Name auf: Aleister Crowley. Doch der auch als Satanist bekannte Esoteriker ist schon seit Jahren tot. Wie kann er aus dem Grab heraus für die düsteren Geschehnisse verantwortlich sein?

Je mehr Dr. Reynolds an diesem Tag erfährt, desto mehr bekommt er die Gewissheit: Nichts gutes ist da draußen im Gange, und auch wenn die Menschen davon wissen bleibt fraglich, ob sie dem Unheil wirklich Einhalt gebieten können.

 

Markus K. Korb und Tobias Bachmann sind die Autoren des Episodenromans „Das Arkham-Sanatorium“. Sie arbeiten so harmonisch zusammen, dass man nicht sagen kann, was jetzt von wem stammt. Bewusst haben sie die miteinander verwobenen und in eine Rahmenhandlung gebettete Geschichte um schleimige Monster aus den Tiefen der Erde, grausige Opferriten und unheimliche Geschehnisse in alten Herrenhäusern oder an verfluchten Orten in allen Teilen der Welt wie einem Kloster auf dem Dach der Welt, das das Geheimnis um die ewige Jugend birgt, als Hommage an H. P. Lovecraft gestaltet.

Nicht umsonst erinnert das Setting vieler Erzählungen an die Werke des Meisters und auch wenn die „Großen Alten“ nicht beim Namen genannt werden, so sind sie doch immer allgegenwärtig, genau so wie ihre Sklaven und Diener.

Man mag die Sujets und Klischees schon alle irgendwoher kennen - aber sie wissen noch immer zu beeindrucken. Das zeugt von dem großen Erzähltalent der beiden Autoren, die meisterhaft verstehen die düstere gotische Atmosphäre zu erschaffen und mit ein wenig grauenerregendem Horror zu garnieren ohne es dabei jedoch zu übertreiben.

 

Das macht „Das Arkham Sanatorium“ zu einem Fest für alle Fans schauriger Geschichten im Stil von Lovecraft, die vor allem die morbide und unheilverkündende Atmosphäre seiner Erzählungen mögen.

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Eure Meinung:

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Buch:

Das Arkham Sanatorium

Autoren: Markus K. Korb und Tobias Bachmann

Taschenbuch, 230 Seiten

Atlantis Verlag, 2007

 

ISBN-10: 3936742782

ISBN-13: 978-3936742787

 

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 30.11.2007, zuletzt aktualisiert: 13.12.2019 08:01