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Das Avalon-Projekt von Wolfgang Hohlbein

Rezension von Peter Sperling

 

Klappentext:

Seltsame Dinge geschehen auf der Ölbohrinsel Avalon II: Die Besatzung ist spurlos verschwunden und die Plattform verwüstet. Ist es das Werk der Wellen, die um die Bohrinsel herum mit unglaublicher Gewalt toben? Oder haben Ökoterroristen ihre Hände im Spiel? Der Versicherungsdetektiv Rudger Harm stellt Nachforschungen an – und wird hineingerissen in einen Strudel unerklärlicher Phänomene!

 

Das Taschenbuch ist in Satz und Umschlaggestaltung anspruchslos, der Verlag hatte dafür anscheinend ganz wenig Zeit und verwendete die erstbeste Vorgabe des Satzprogrammes. Interesse am Inhalt wird dadurch zumindest nicht geweckt, auf mich wirkt die Aufmachung sogar eher abschreckend, aber als bibliophiler Leser tut man sich mit einer Taschenbuchausgabe immer schwer.

Hohlbein versetzt den Leser dann aber ohne Umschweife mitten ins Geschehen. Der Versicherungsdetektiv Rudger Harm soll das Verschwinden einer ganzen Ölbohrplattform, der Avalon II, die bei seiner Gesellschaft versichert war, untersuchen. Dabei stellt sich heraus, dass aus unerfindlichen Gründen anstatt der Avalon II auf einmal die vor 25 Jahren ebenfalls verschwundene Bohrinsel Avalon I mitten im Meer aufgetaucht ist. Auf dieser findet sich neben einer ebenfalls vor 25 Jahren mit der Avalon I verschwundenen Studentin und eine ungeheure Menge vierblättriger Klee (!). Nachdem Rudger Harm in einem rauen Sturm zusammen mit der Studentin die Avalon I verlässt, verschwindet diese aber wieder und an deren Stelle erscheint wieder die Avalon II. Der Juniorchef des Ölkonzerns und Sohn des Gründers befand sich dabei aber noch an der Bord der Bohrinsel Avalon I. Daher erhält Rudger Harm vom Seniorchef Spangler den Auftrag, seinen Sohn wiederzufinden. In einer rationalen Welt machen diese Geschehnisse natürlich keinen Sinn und so hat Harm selbstverständlich Probleme, das Rätsel mit wissenschaftlichen Methoden zu lösen. Er gerät schnell an eine esoterische Gruppe keltischer Krieger, die

alle am selben Tag Geburtstag haben. Harms verliebt sich in Guinevere, ein Mitglied der Gruppe, durch die er immer weiter in die Geschichte verstrickt wird. Dabei wird immer unklarer ob sein Auftraggeber Spangler sein Gegner oder sein Freund ist und welche Rolle die keltische Gruppe spielt. Endlich kristallisiert sich heraus, dass es um den Kampf zum Zugang einer Parallelwelt, der Welt Avalon, geht. Diese Welt ist zwar unabhängig von unserer und verfügt über große Mächte, benötigt aber dennoch zu ihrer Verteidigung Hilfe aus unserer Welt. Der verlorene Sohn Spanglers wird am Ende wiedergefunden, stirbt und wird spektakulär durch Handauflegen wiederbelebt. Allerdings wird über die Verhältnisse in Avalon so wenig bekannt, dass unklar bleibt ob Avalon jetzt gerettet wurde oder nur knapp der Vernichtung entging, ob es ein Sieg oder eine Niederlage war.

 

Bei diesem Roman gibt es wenig, das hervorzuheben ist. Hohlbeins bekannt gefälliger Schreibstil und seine Fähigkeit, fesselnd zu schreiben, können teilweise mit den inhaltlichen Schwächen versöhnen. Dass er das Avalon-Thema aufgreift und mit unserer Realität verknüpfen will, halte ich für eine spannende Idee. Es gelang ihm aber nicht, beide Welten so zu verknüpfen, dass eine in sich stimmige Geschichte daraus wurde.

 

Fazit:

Naja, die Motive der Personen blieben meist unklar und eine besondere Logik in der Handlung konnte ich nicht erkennen. Natürlich wurde ich über 790 Seiten hinweg unterhalten, habe aber nach der Lektüre keinen Gedanken mehr an die Geschichte verschwendet.

 

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Eure Meinung:

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Cyril
Dienstag, 29. Mai 2007 17:21 Uhr
Ich hatte bei diesem Buch sowie einigen anderen Hohlbeinbüchern das gefühl, das Hohlbein vergessen hat was er am Anfang geschrieben hat. So werden Figuren ausführlich beschrieben, und dann einfach für den Rest des Buches nie mehr erwähnt. Rudgers Vorgesetzter und Spanglers Anwalt sind solche. Meistens lässt Hohlbein solche Brutal sterben wie Alexandra nach dem die ihren Anteil über die Geschichte gegeben hat. Da Hohlbein in seinen Büchern eigendlich jeden Hopps gehen lässt der nicht mehr gebraucht wird vermute ich einfach mal, dass Hohlbein da ein paar vergessen hat. Außerdem bleiben zum schluss noch ein paar Fragen offen wie zum Beispiel diese Zeitreisen der Ölbohrinseln. Ich glaube diese hat er entweder absichtlich vergessen um leser wie mich ins grübbeln zu bringen oder der gute hat es einfach in seinen Schreibwahn vergessen darauf zum richtigen Moment einzugehen. Buch war trotzdem spannend und hat mir gefallen. Auch wenn das nicht so rüber kommt in meinem Komentar hat Hohlbein hier ein gutes Buch geschrieben.
Fazit: Hohlbein sollte lieber 5 Bücher weniger im Jahr schreiben, dafür aber richtig gute Bücher , die man auch ein zweites mal lesen würde, statt maßig mittelmäßig bis recht gute Bücher.

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Das Avalon-Projekt

Autor: Wolfgang Hohlbein

Broschiert: 790 Seiten

Verlag: Droemer Knaur (März 2002)

ISBN: 3426618664

Erhältlich bei Amazon

weitere Infos:


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Erstellt: 31.07.2006, zuletzt aktualisiert: 04.02.2019 15:57