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Das Buch ohne Staben von Anonymus

Rezension von Christine Schlicht

 

Unheil braut sich erneut über dem Städtchen Santa Mondega zusammen, so wie einst zur großen Sonnenfinsternis, als der Serienkiller Bourbonkid dort eine Spur der Verwüstung hinterlassen und nicht einen verschont hatte, dem er dort begegnete. Egal ob Mensch oder Vampir oder was auch immer. Doch das Böse vernichten? Mitnichten, wie soll das denn gehen? Und so kommt Bourbonkid nicht dazu, das Killerleben aufzugeben. Zu viele trachten ihm nach dem Leben.

 

Da erwacht eine Mumie im Museum zu neuem Leben, die Vampirkönigin wird auch wiedererweckt und ist ganz nebenbei die Tochter des Mumifizierten. Mönch Peto, der letzte seines Ordens (der von Bourbonkid vernichtet wurde), kehrt ebenfalls nach Santa Mondega zurück und hat ein außergewöhnliches Artefakt bei sich: Das Auge des Mondes. Mit Hilfe dieses Amuletts will er Heilen, unter anderem auch Kids Killerinstinkt. Natürlich sind dann auch noch Unmengen Vampire und ein Werwolf hinter ihm her.

 

Dann gibt es da noch einen neuen dunklen Lord, der die Weltherrschaft an sich reißen will. Den dafür nötigen heiligen Gral hat er schon, das Auge des Mondes will er auch und noch etwas fehlt: Blut eines direkten Nachkommen der Kinder Kains – und das ist Bourbonkid.

 

Und so zieht sich wieder einmal eine Blutspur durch das Städtchen, in dem Bourbonkid eigentlich noch etwas ganz anderes erledigen will. Nicht nur Vampire meucheln, bzw. foltern, weil er mit einem davon noch eine Rechnung offen hat. Da ist nämlich nicht eine ganz bestimmte Frau...

 

 

Abgedreht. Anders kann man dieses Buch nicht bezeichnen. Völlig überspannt und haarsträubend. Pulp Fiction lässt grüßen, Vampire und auch so mancher Italowestern würde hier noch passen, denn Leichen pflastern Bourbonkids Weg. Hier spritzt aber schon wieder so viel Blut und Hirnmasse, knacken so viele Knochen, wird so viel gemeuchelt und vergewaltigt, dass es nichts horrormäßiges mehr an sich hat, sondern einfach nur die Soße auf der völlig verdrallten Portion Handlungspaghetti... äh, Handlungsfäden ist.

 

Darüber bleiben die Charaktere allerdings reichlich flach, da könnte man deutlich mehr draus machen und es würde trotzdem nicht in der Handlung stören. Dafür kann man sich auch über den Roman amüsieren, wenn man den ersten Band „Das Buch ohne Namen“ nicht kennt. Zwar knüpft dieser Band direkt an die Handlung des Vorgängers an, erklärt aber ausreichend, warum die Charaktere machen, was sie tun. Dafür bekommt man nun auch in Rückblenden erzählt, warum Bourbonkid zu dem wurde, was er ist. Und das gibt ihm zumindest einen Ansatz von Tiefe.

 

Schräger Grusel mit tiefschwarzem Humor, ein wahnsinniger Cocktail aus Genrebruchstücken, zusammengefügt zu einem rabenschwarzen Puzzle, dessen Bild man erst erfasst, wenn es fertig ist. Und dann doch Rätsel aufgibt. Dazu trägt auch die recht simple gehaltene Sprache des Autors bei, die nicht gerade höchstem literarischen Anspruch gerecht wird. Aber als Lektüre zum Abschalten ist es dennoch brauchbar.

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Buch:

Das Buch ohne Staben

Autor: Anonymus

Taschenbuch: 448 Seiten

Bastei Lübbe, 25. September 2010

Umschlag: Patrick Knowles Design

 

ISBN-10: 3785760310

ISBN-13: 978-3785760314

 

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 01.12.2010, zuletzt aktualisiert: 20.08.2019 17:14