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Das Dorn-Projekt von Alan D. Foster

Reihe: Der frühe Homanx-Zyklus Bd.3

Rezension von Carsten Kuhr

 

Der dritte Roman des frühen Homanx Zyklusses berichtet uns von der Zeit kurz vor der Gründung des Commonwealth. Foster präsentiert uns in 3 voneinander unabhängigen Handlungssträngen das Bild dreier Zivilisationen, die um ihren jeweiligen Platz im Machtgefüge der Galaxie rangeln. Zum Einen sind da die AAn, raubtierähnliche Humanoide von einer Wüstenwelt, die mittels Intrige und Verrat fast unmerklich ihre Machtpositionen immer weiter ausbauen. Dann die insektoiden Thranx, riesenhafte, wohlriechende Käfer, die sich in einem feuchtheissen Klima am wohlsten fühlen. Und schliesslich die Menschen, denen die Thranx erst vor kurzem in einem interstellaren Krieg hilfreich zur Seite standen. Aktivisten beider Völker aber wollen mehr. Nicht nur eine gemeinsame Front gegen die AAn, und kulturellen Austausch, ein Zusammenwachsen der beiden Rassen wird angestrebt. Doch diese Idee findet nicht nur Anhänger. Radikale Gruppen machen sich auf, das Vorhaben zu torpedieren. Dabei schrecken die jeweiligen »Bewahrer« auch nicht vor dem Einsatz mörderischer Gewalt zurück. Fundamentalisten beider Seiten arbeiten trotz allen Abscheus vor der anderen Rasse ironischerweise zusammen, um eine gemeinsame Kunstausstellung der Thranx und Menschen auf einem der Kolonialplaneten der Erde mit Chaos zu überziehen. Sie planen überall auf dem Ausstellungsgelände Bomben zu platzieren und gemeinsam zu zünden. Währenddessen entdecken die Archäologen auf einer scheinbar verlassenen Wüstenplaneten die Relikte einer technisch weit fortgeschrittenen, untergegangenen Rasse. Doch seltsame Unfälle zwingen die Menschen immer mehr der Arbeiten den AAn zu überlassen. Unfälle, deren Häufung vielleicht mehr als Zufall ist?

 

Foster hat den vorliegenden Roman 2002 in den USA veröffentlicht. Dass die von ihm darin beschriebene Vorgehensweise der Terroristen mittels Bombenattentaten unschuldige Besucher zu töten mittlerweile in Madrid und London traurige Realität geworden ist, zeigt nur, wie zynisch, wie menschenverachtend die Fundamentalisten aller Richtungen agieren. Diesen Wesenszug hat der Autor in diesem Roman sehr anschaulich herausgearbeitet. Insbesondere die unheilige Allianz der Fundamentalisten beider Lager, die trotz ihres gegenseitigen Hasses zusammenarbeiten zeigt in aller Deutlichkeit die zynische Perversion dieses Denkens auf.

Des weiteren hat mir die leider nur am Rande gestreifte Darstellung der Gründungsphase der vereinigten Kirche gut gefallen. Wir begleiten zwei der ersten Priester einer Kirche, die jedem ihrer Anhänger erlaubt zu glauben und zu verehren, was er für richtig hält. Ein wahrhaft revolutionärer Gedanke, gerade auch im Gegensatz zu den Terroristen die jedem ihre Überzeugung aufzwingen, ja aufbomben wollen.

Bedingt durch die Aufsplittung des Buches in drei Plots zeichnet der Autor zwar ein sehr differenziertes Bild der Zeit kurz vor dem Zusammenschluss des Commonwealth, dies jedoch leider ein wenig zu Lasten der Ausarbeitung der jeweiligen Handlung. Ich hätte gerne mehr über die Ausgrabung auf dem Wüstenplaneten erfahren, mehr über die beiden ungleichen Priester - Thranx und Mensch - die während der Kunstausstellung missionieren, mehr über die Tätigkeit der Botschafterin der Erde auf dem Thranx Planeten. Hier fehlte mir aufgrund der kürze der entsprechenden Passagen ein wenig das Mitreissende, das sonst gerade die Homanx Romane Fosters auszeichnet. Insgesamt bietet dieser Roman nach einem fulminanten Auftakt im ersten, einer Enttäuschung im zweiten Band einen gelungenen, wenn auch nicht voll begeisternden Abschluss der frühen Homanx Trilogie.

 

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Titel: Das Dorn-Projekt

Autor: Alan D. Foster

Reihe: Der frühe Homanx-Zyklus Bd.3

Broschiert - Lübbe

Erscheinungsdatum: August 2005

ISBN: 3404243404

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 02.08.2005, zuletzt aktualisiert: 16.04.2019 09:45