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Das dritte Auge von Jason Dark

Reihe: Don Harris, Psycho-Cop Bd.1

Rezension von Carsten Kuhr

 

Welchem Gruselfan ist der Name »Geisterjäger John Sinclair« kein Begriff? Seit Jahrzehnten geht er in Heft- und Taschenbuchform auf Geisterjagd, ist aus der Gruselszene schlichtweg nicht wegzudenken. Jason Dark, so das Pseudonym des Mannes, der sich Sinclair ausgedacht hat, startet mit vorliegendem Taschenbuch eine neue Serie. Helmut Rellergert, so der bürgerliche Name Darks hat für den Blanvalet Verlag eine Grusel-Thriller Reihe konzipiert, die dem Fan alle Ingredienzien eines erfolgreichen Plots präsentiert. Gerade einmal gut 220 Seiten umfasst das wohltuend dünne Bändchen, in dem der Autor uns seinen Protagonisten vorstellt.

 

Don Harris entstammt, wie dies in den entsprechenden Genre-Reihen ständige Übung ist, einem alten britischen Geschlecht. Bereits früh, im Alter von 15 Jahren manifestiert sich bei ihm erstmals eine übersinnliche Fähigkeit. Der damalige Eliteinternatszögling vermag es manchmal in die Zukunft zu schauen.

Jahre später, Don Harris ist gerade dreissig Jahre alt geworden und arbeitet zwischenzeitlich für den Europäischen Geheimdienst wird eine Freundin von ihm brutal ermordet. Ein alter Schulfreund, der mittlerweile beim Scotland Yard Karriere gemacht hat zieht ihn zu den Ermittlungen hinzu. Wieder hat Harris eine Vision – doch diesmal von der Vergangenheit. In allen grausigen Details erlebt er das Verbrechen mit. Die Spur führt ihn auf die Fährte eines Attentäters im Diensten einer dunklen Sekte – die Höllensöhne haben den Mann auf die Frau und ihren künftigen Widersacher angesetzt. Doch auch Harris ist nicht ohne Helfer. Die scheinbar nicht alternde Elektra und ein drittes, allessehendes Auge unterstützen ihn in seinem Kampf ...

 

Jason Dark erfindet das Rad nicht eben neu. Der charismatische Gentleman mit dem langen Stammbaum und den übersinnlichen Gaben, der es natürlich auch versteht zuzupacken und sich agil seiner Haut zu wehren versteht, die Geheimloge, die diesen verfolgt, das sind gängige Grusel-Themata. Insoweit leist sich der recht kurze Roman zwar flott und auch leidlich spannend, auf grosse Aha-Erlebnisse aber wartet der Leser vergebens.

In recht kurzen Abrissen wird uns die neue Hauptfigur vorgestellt. Wir lernen seinen familiären Background kennen, ohne dass die Figur aber wirklich Leben annimmt. Zu sehr entspricht Don Harris dem gewohnten Bild eine typisch britischen Dämonenjägers. Fast unterkühlt britisch nimmt er die Schicksalsschläge entgegen, regiert scheinbar gelassen und abgeklärt ohne dass ihm wirkliche Emotionen anzumerken sind.

 

So manches Mal merkt man dem Autor neben all seiner Routine an, dass er überwiegend für den Heftromansektor geschrieben hat. Ständig werden neue Handlungsorte eingeführt, Personen tauchen auf, die für die weitere Handlung ohne jeglichen Belang sind. »Füllmaterial« um die Seiten voll zu bekommen eben, nichts was auch in der Nachschau von Bedeutung wäre.

Stilistisch sowie vom Aufbau des Romans her orientiert sich alles am gängigen Heftromanklischee. Kurzer, szenenartiger Aufbau, der von einer Action- bzw. Gruselszene zur nächsten eilt, kaum charakterliche Tiefe der Personen, der Plot selbst vorhersehbar. Das erinnert leider im weiten Teilen an altbekannte Vorbilder, lässt einen wirklichen Aufbruch zu neuen Ufern vermissen.

Insoweit wird es die Serie schwer haben, die Leser trotz des ansprechenden Äusseren und des moderaten Preises für sich zu begeistern. Vielleicht halten die angekündigten weiteren Bände hier noch Überraschungen bereit, bislang zumindest war dies eher eine Enttäuschung.

 

Eure Meinung:


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Das dritte Auge

Reihe: Don Harris, Psycho-Cop Bd.1

Autor: Jason Dark

Broschiert: 222 Seiten

Verlag: Blanvalet; Auflage: 1 (November 2006)

ISBN: 3442365775

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 24.10.2006, zuletzt aktualisiert: 04.02.2019 15:57