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Das Gold des Alchemisten von Avi

Rezension von Heike Rau

 

Der alte Thorston ist ein Alchemist. Er sehnt sich nach Unsterblichkeit. Was genau er dafür tun muss, steht im Buch ohne Worte. Sybil kann nicht darin lesen. Überhaupt mag sie Thorston nicht. Er ist ein ungehobelter alter Mann ohne Manieren. Sein Haus könnte man gut und gerne als Schweinestall bezeichnen. Ein Schwein lebt allerdings nicht im Haus. Dafür ein Rabe der nicht fliegen, aber dafür sprechen kann. Odo soll Thorston helfen, vor allem mit seinen schwarzen Federn, die der Meister braucht, um die Steine des Lebens herzustellen. Stattdessen glaubt der Rabe aber, dass Thorston Gold herstellt. Allerdings ist er nicht in der Lage, welches zu finden. So bittet er Sybil, die Magd, um Hilfe. Sie soll herausfinden, wo das Gold ist. Und das bevor der Meister stirbt. Denn es ist offensichtlich, dass sein Gesundheitszustand miserabel ist. Die Ausführungen des Meisters sind schwer verständlich. Aber scheinbar steht das Goldmachgeheimnis im Buch ohne Worte. Gelesen werden kann es aber nur von jemanden mit grünen Augen.

 

Sybil muss die anderen Dinge, die Thorsten benötigt, in der Apotheke besorgen. Mit den absonderlichen Ingredienzien, die sie bestellt, fällt sie allerdings auf. Jungfer Weebly, die Apothekerin, ist vom Stadtvogt von Fulworth beauftragt worden, Informationen über die Stadtbewohner zu sammeln. Der Vogt glaubt, dass Thorston dabei ist, Gold zu machen. Zwar ist das verboten, doch er hätte nichts dagegen den Meister zu hängen und trotzdem reich zu werden. Dass der Vogt den Stadtbewohnern hinterher spionieren lässt, ahnt Sybil nicht. So wendet sie sich recht unbesorgt an die Apothekerin und verkündet ihr, ein Kind (weil man Erwachsenen nicht vertrauen kann) mit grünen Augen zu suchen. Dabei übersieht sie, dass der Lehrjunge Damian selbst grüne Augen hat. Zugegeben mit ein par blauen Pünktchen darin, aber das wird wohl nichts ausmachen. Bald steht Damian vor der Tür des Alchemisten. Denn auch er würde zu gerne hinter das Geheimnis des Goldmachens kommen, als sich in der Apotheke zu Tode zu schuften.

 

Auch ein geheimnisvoller alter Mönch weiß von der Sache. Er wird nicht müde, Sybil immer wieder vor Thorston zu warnen. Unbedingt will er die Steine des Lebens und das Buch ohne Worte an sich bringen. Erlangt der Meister tatsächlich Unsterblichkeit, wird Sybil sterben. So behauptet er jedenfalls. Um auf dem Laufenden zu bleiben, schickt der alte Mönch den Waisenjungen Alfric ins Haus des Alchemisten.

 

Mit was die Kinder Sybil, Damian, Alfric und der Rabe Odo sich bald herumschlagen müssen, ahnen sie in ihren kühnsten Träumen nicht. Sie wollen nur eins, das Gold finden, um nach Thorstens Tod nicht verhungern zu müssen. Sie haben Angst, dann völlig mittellos dazustehen.

 

Die Geschichte ist spritzig und witzig geschrieben. Der Autor begeistert mit seinem Schreibstil sofort. Aber auch die Geschichte ist gut ausgedacht und unglaublich fantasievoll. Das Buch hat es richtig in sich. Immer wieder gibt es interessante Wendungen. Die Kinder erleben ein großes Durcheinander mit vielen Verstrickungen. Trotzdem sorgt der Autor natürlich dafür, dass man nicht den Überblick verliert. Es gibt praktisch keine langweilige Seite. Der Autor schafft es scheinbar mühelos, die Spannung über die ganze Länge des Buches aufrecht zu erhalten. Zeitweise wird es so unheimlich und gruselig, dass man beim Lesen förmlich die Luft anhält. Man kann das Buch nicht mehr aus der Hand legen.

 

Die Figuren sind perfekt ausgearbeitet. Der Autor bringt mit ganz unterschiedlichen Charakteren Leben in seine Geschichte. Zu nennen wären hier der wirklich unheimlich Alchemist, der nicht tot zu kriegen ist, selbst wenn er eindeutig nicht mehr lebt und deswegen begraben wird. Sybil, die um ihr Leben bangen muss und dennoch auch in brenzligen Situationen noch handlungsfähig ist. Damian, der nur auf seinen Vorteil bedacht ist und für seine Geldgier teuer bezahlen muss. Oder der schüchterne Alfric, der vor Angst ständig an Sybils Rockzipfel hängt und nicht fassen kann, was um ihn herum passiert. Oder auch der geldgierige Stadtvogt, der jeden gleich hängen möchte, der sich nicht seinen Gesetzen beugen will. Nicht zu vergessen der vorwitzige Odo, den es wurmt, nicht zu wissen, was er vor seiner Verwandlung zum Raben war. Jede dieser Figuren ist immer wieder für Überraschungen gut.

 

Fazit: „Das Gold des Alchemisten“ ist eine Geschichte, die vor Galgenhumor nur so sprüht, die unheimlich und spannend ist und somit genau für das richtige Gänsehautgefühl sorgt. Unbedingt lesen!

 

Eure Meinung:

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Anzeige: 1 - 1 von 1.

Ralf
Samstag, 12. Juni 2010 13:59 Uhr
Hallo Leute, wir lesen dieses Buch gerade in der Schule und ich muss sagen, bis jetzt gefällt es mir...!

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Buch:

Das Gold des Alchemisten

Autor: Avi

Aus dem Englischen von Anna Blankenburg

Erschienen Februar 2006

267 Seiten, gebunden

Beltz & Gelberg

ISBN: 3-407-80968-9

Erhältlich bei Amazon

weitere Infos:


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Erstellt: 08.03.2006, zuletzt aktualisiert: 10.09.2019 19:06