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Das Gold des Columbus von Christa-Maria Zimmermann

Rezension von Heike Rau

 

Sevilla im März 1502. Der 12-jährige Pablo liebt den Hafen und die Schiffe. Noch wird seine Hoffnung, auf einem Schiff anheuern zu können, nicht erfüllt. Pablo muss warten, bis sein Bruder Miguel wiederkommt und ihn mit auf eine Reise zur Algarve nimmt, weil alles andere zu gefährlich ist.

Unterdessen lernt Pablo einen Fremden kennen, indem er einen Diebstahl verhindert. Diego Méndez will demnächst als Escudero (ritterlicher Freiwilliger) und Dolmetscher unter Admiral Colón, so wird Columbus in Spanien genannt, auf eine 4. Entdeckungsreise gehen. Noch weiter nach Westen als bisher soll es gehen, zu neuen Inseln und Ländern, wo es Gold, Silber, Edelsteine und Gewürze gibt. Der Fremde weckt Fernweg in Pablo, der ganz gespannt lauscht, was der Seemann zu erzählen hat.

 

Miguels Schiff wird unterdessen von zwei Piratenschiffen angegriffen. Zwar überlebt Pablos Bruder, aber er befindet sich nun in den Händen der Piraten. Ein Schicksal als Sklave scheint unabwendbar. Da kommt die bevorstehende Expedition Pablo gerade recht. Vielleicht kann die völlig mittellose Familie Miguel mit Hilfe der Heuer und Pablos Anteil an den zu erwarteten Reichtümern auslösen. Die Unterstützung seiner Stiefmutter hat er jetzt jedenfalls. Dank Fernans, der sich für Pablo einsetzt, gelingt es dem Jungen tatsächlich auf der „Capitana“ anzuheuern. Admiral Colón hat sich entschlossen, seinen Sohn Fernan, der eigentlich am Hof als Page der Königin ausgebildet werden soll, mit auf die Reise zu nehmen. Im April 1502 sticht die „Capitana“ in See und mit ihr die Schwesterschiffe „Santiago de Palos“, die „Gallega“ und die „Vizcaina“.

 

Pablo hatte sich ein Abenteuer erhofft. Doch die Expedition wird sehr schnell lebensgefährlich. Selbst unter den Matrosen herrscht keine Einigkeit und kein Zusammenhalt. Pablo muss erkennen, dass die Reise nicht so verläuft, wie er es sich vorgestellt hat. Die Autorin schildert die Geschichte aber nicht nur aus Pablos Sicht. Parallel lässt sie auch Fernan von seinen Erlebnissen erzählen. Die beiden Jungen sind von unterschiedlichem Herkunft und fast schon gegensätzlichen Charakters, so dass jeder auch andere Eindrücke erworben hat. Die Geschichte gewinnt dadurch an Tiefe. Auch an Spannung lässt sie nichts zu wünschen übrig. Hin und wieder rutscht die Autorin vom erzählenden Stil in einen Berichtsstil. Die ohnehin doch recht komplizierte und inhaltlich sehr vollgepackte Geschichte erfordert so ein erhöhtes Maß an Konzentration beim Lesen. Die historischen Details wurden in eine sehr aufregende und unter die Haut gehende Geschichte gepackt. Es gibt auch Rückblicke auf die früheren Expeditionen. Zudem schildert die Autorin in einem Nachwort auf welche Bücher sie bei ihrer Recherchearbeit zurückgegriffen hat. Mit im Buch ist eine Zeittafel und auch Karten der Seereisen sind vorhanden.

 

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Buch:

Das Gold des Columbus

Autor: Christa-Maria Zimmermann

352 Seiten, gebunden, 14,90 Euro

März 2006

ab 12 Jahren

cbj, München

ISBN: 3-570-13103-3

Erhältlich bei Amazon

weitere Infos:


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Erstellt: 28.03.2006, zuletzt aktualisiert: 28.10.2019 13:53