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Das heilige Feuer von Gillian Shields

Reihe: Die Schwester der Dunkelheit, Bd. 2

Rezension von Christel Scheja

 

Ganz offensichtlich hat Gillian Shields ihre Geschichte um „Die Schwestern der Dunkelheit“ als Zweiteiler angelegt, denn „Das heilige Feuer“ setzt nicht nur „Die Abtei von Wyldcliffe“ fort, sondern bietet auch ein in sich geschlossenes Ende.

 

Evie Johnson kommt auf die „Wyldcliffe Abbey School“, weil ihre Großmutter Frankie, bei der sie bisher gelebt hatte, sich nicht mehr um sie kümmern kann und selbst in ein Pflegeheim muss. Da das Mädchen die Tochter eines Soldaten ist, der sich ständig auf Auslandseinsätzen befindet, bekommt sie problemlos ein Stipendium für die exklusive Privatschule.

Kaum dort angekommen, muss sie feststellen, dass nicht nur das Gemäuer sondern auch die Unterrichtsmethoden aus früheren Jahrhunderten zu stammen scheinen, ebenso wie der Standesdünkel mancher Schülerinnen.

Trost gibt ihr nur der junge Mann, den sie bei ihrer Ankunft kennen gelernt hat und mit dem sie sich immer wieder heimlich trifft. Doch auch Sebastian ist nicht der, der er zu sein scheint. Tatsächlich weckt er schon bald das Interesse des Mädchens an der Hexenkunst und führt sie nach und nach in die Magie ein. Zusammen mit dem Tagebuch entdeckt Evie so das Geheimnis von Wyldcliffe und um den Tod eines Mädchens in den letzten Monaten: Die Lehrerinnen selbst sind „Schwestern der Dunkelheit“, die unter der Führung der Internatsleiterin einen mächtigen Hexenzirkel schaffen wollen.

Da Sebastian aus Liebe zu Evie bereit ist, mit den Plänen der Gruppe zu brechen, kommt es zur Katastrophe. Zwar verschwindet die Leiterin der Schule, aber ihre Lehrerinnen machen so weiter wie bisher. Das junge Mädchen und die einzigen Freundinnen, die sie in der Zeit gefunden hat, versuchen die Vermächtnisse, die ihnen geblieben sind, zu beschützen und vielleicht doch noch einen Weg zu finden, um Sebastian, dem der Sturz in ewige Finsternis droht, zu retten und doch noch zu erlösen. Das sogenannte „Heilige Feuer“ scheint eine wichtige Rolle dabei zu spielen. Was sie nicht ahnen ist, dass die Schwestern der Dunkelheit längst ihre eigenen Pläne um die Mädchen schmieden und nur auf den richtigen Moment warten, um diese zu enthüllen.

 

Zwar hätte der erste Band auch ohne diesen funktioniert, aber „Das heilige Feuer“ rundet die Geschichte an sich ab und verknüpft die noch offenen Handlungsfäden, geben auch den Charakteren am Ende die notwendige Freiheit, um vielleicht weitere, diesmal aber ganz andere Abenteuer zu erleben.

Interessanterweise stammen die Tagebucheinträge diesmal von Sebastian, der spürt, wie er langsam aber sicher der irdischen Welt entgleitet. Er ist diesmal derjenige, dem geholfen werden muss, nicht mehr Evie. Die Liebesgeschichte zwischen den beiden wird aufrecht erhalten aber auch zu einem Abschluss gebracht, wie man zum Ende des Buches hin miterleben kann.

Alles in allem arbeitet die Geschichte im Prinzip nur die Dinge auf, die nach dem ersten Kampf noch offen geblieben sind. Natürlich war und ist das Böse nicht ganz besiegt und beginnt in Wyldcliffe wieder seine Kreise zu ziehen. Natürlich müssen Evie und ihre Freundinnen noch einmal beweisen, was sie können.

Das ist alles nicht mehr ganz so spannend wie im ersten Band und ohne diesen auch nicht mehr so ganz nachzuvollziehen, da die Autorin darauf verzichtet noch einmal die Helden und das Beziehungsgeflecht in der Schule genauer vorzustellen.

Zudem entwickeln sich die Figuren nur rudimentär weiter. Gerade die Schülerinnen bleiben weiterhin blass, überhaupt scheint das Internat nur noch Staffage zu sein. Selbst die Klischees haben sich nicht verändert, es gibt weiterhin die ungerechten Lehrerinnen und die arroganten Oberzicken, die auf den Rest der Gruppe herab blicken. Allein mit einer Kleinigkeit rechnet man nicht wirklich.

Die Hexenmystik erinnert wieder sehr deutlich an die des 18. und 19. Jahrhunderts, ist aber nicht düsterer und bedrohlicher gehalten als in diversen Gaslicht-Romanen oder Fernsehserien wie „Charmed“.

 

„Das Heilige Feuer“ ist wie sein Vorgänger „Die Abtei von Wyldcliffe“ ein grundsolider Mystery-Roman um Hexen und romantische Liebe. Vor allem junge Leserinnen ab zwölf oder Fans von „Charmed“ und Co. dürften sich von der Atmosphäre der Geschichte und den jungen Heldinnen angesprochen fühlen.

 

Eure Meinung:


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Buch:

Das heilige Feuer

Autorin: Gillian Shields

Reihe: Die Schwester der Dunkelheit, Bd.2

Goldmann, erschienen Juni 2011

broschiert, 350 Seiten

Übersetzung aus dem Englischen von Susanne Gerold

Titelbild von gettyimages und Finepic

ISBN-10: 344247325X

ISBN-13: 978-3442473250

Erhältlich bei Amazon

Kindle-Edition

ASIN: B005681S8Y

Erhältlich bei Amazon

weitere Infos:


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Erstellt: 18.08.2011, zuletzt aktualisiert: 20.08.2019 17:14