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Das Königreich der Lüfte von Stephen Hunt

Reihe: Jackelian Band 1

Rezension von Frank W. Werneburg

 

Klappentext:

Noch geht alles seinen gewohnten Gang im Königreich Jackals. Am Himmel kreuzen die stolzen Luftschiffe der Königlich-Aerostatischen Marine, und am Boden leben Menschen, Magier und Maschinen friedlich nebeneinander. Doch der scheinbare Friede in Jackals ist in Gefahr.

Dies ist die Geschichte der Waisenkinder Molly und Oliver, die unabhängig voneinander feststellen müssen, dass sie anders sind als alle anderen Kinder – und dass ein besonderes Schicksal auf sie wartet. Das Mädchen Molly Templar kehrt eines Tages ins Armenhaus zurück, nur um dort ein grausiges Blutbad vorzufinden. Sie flieht überstürzt und erfährt, dass die Mörder eigentlich hinter ihr her waren. Gleichzeitig muss der junge Oliver miterleben, wie sein Onkel ermordet wird. Zusammen mit einem zwielichtigen Agenten macht sich der Waisenjunge auf die gefahrvolle Suche nach Antworten. Und während in einer unterirdischen Stadt eine grausame Revolution ausbricht, während der edle König Dampf in seinem Reich Mechanzia eine Armee von Dampfmännern mobilisiert und die mächtigen Weltensänger ihre Magie entfesseln, begreifen Molly und Oliver, dass in ihnen ungeahnte Fähigkeiten schlummern und in ihrer Vergangenheit der Schlüssel zum Sieg des Guten über die Armee des Bösen liegt. Für die beiden beginnt ein Abenteuer jenseits aller Vorstellungskraft …

 

Rezension:

Diese Geschichte spielt in einer Welt, in der es Magier und 6-beinige Pferde gibt. Eindeutig Fantasy, sollte man denken. Die gesamte Technik dieser Welt beruht allerdings auf Dampfkraft. Die Luftschiffe und sogar Computer sind dampfbetrieben. Also doch eher Steampunk? Es existieren auch »Dampfmänner«, dampfbetriebene Roboter, die über eine menschengleiche Intelligenz, ja sogar eine eigene Religion verfügen. Dann vielleicht doch Science-Fiction? Die verschiedenen, aus der Realität bekannten Gesellschaftsformen werden in diesem Buch so überzeichnet dargestellt, dass man sich teilweise an eine Fabel erinnert fühlt (auch wenn es keine sprechenden Tiere oder ähnliches gibt). Und die beschriebene Gesellschaft ist so korrumpiert, dass das ganze auch schon als Dystopie bezeichnet werden könnte.

 

Wie man sieht, ist es gar nicht so einfach, dieses Buch in eines der gewohnten Genres einzuordnen. Nun sagt die Tatsache, dass dieses Buch nicht in eine der üblichen Schubladen passt, natürlich nichts über seine Qualität aus. Das Titelbild von Franz Vohwinkel wurde sogar mit dem Kurd-Laßwitz-Preis 2010 in der Kategorie »Bester Graphiker« ausgezeichnet, wobei ich mir nicht sicher bin, ob sich das wirklich auf die mir vorliegende Ausgabe bezieht. Deren Cover würde ich zwar durchaus als gelungen bezeichnen, wirklich einer so renommierten Auszeichnung würdig halte ich es aber nicht. Sollte es im fraglichen Jahr wirklich kein anspruchsvolleres Cover gegeben haben?

 

Worum es im Buch geht, verrät der oben zitierte Klappentext ja bereits. Allerdings sollte man anmerken, dass der dort verwendete Begriff »Waisenkinder« etwas irreführend ist. Molly und Oliver sind eher Jugendliche kurz vor dem Eintritt ins Erwachsensein. Über Molly erfährt man beispielsweise, dass sie im kommenden Jahr wahlberechtigt wird, das konkrete dazu im Königreich Jackals notwendige Alter bleibt allerdings ungenannt.

Auch wenn Mollys und Olivers Abenteuer in die globalen Vorkommnisse eingebunden sind, laufen sie im Buch doch nahezu berührungslos nebeneinander ab. Direkte Berührungspunkte gibt es kaum, und die beiden Jugendlichen lernen sich nur kurz oberflächlich kennen, um sofort wieder getrennte Wege zu gehen. Selbst am Ende kommt es zu keinem nochmaligen Aufeinandertreffen.

 

Leider muss man sagen, dass die Handlung des Buches nicht so recht in Schwung kommt. Bei 776 Seiten Text kommt erst jenseits von Seite 500 zumindest ansatzweise Spannung auf. Dass der Leser mit einer der beiden Hauptfiguren oder auch irgendeiner anderen Figur mitfiebert, schafft der Autor leider überhaupt nicht. Vielleicht hätte er lieber etwas weniger Elemente in die Handlung verweben und sich auf diese dann stärker konzentrieren sollen.

 

Fazit:

Bei diesem Buch geht mein Daumen leider nach unten. Es schaffte es an keiner Stelle, mich zu fesseln. Ein Bedürfnis, mir die Fortsetzung Das Königreich jenseits der Wellen zu besorgen, verspüre ich überhaupt nicht.

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Buch:

Das Königreich der Lüfte

Original: The Court of the Air, 2007

Reihe: Jackelian Band 1

Autor: Stephen Hunt

Taschenbuch, 784 Seiten

Heyne. 9. Mai 2011

Übersetzerin: Kirsten Borchardt

 

ISBN-10: 3453533763

ISBN-13: 978-3453533769

 

Erhältlich bei: Amazon

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Erstellt: 22.07.2015, zuletzt aktualisiert: 07.12.2018 13:36